Morals – "Sind wir die Bösen?"
Show notes
Willkommen zu "Das Schweigen der Heizungsopfer"! Wir erfüllen Herzenswünsche mit der Axt und kochen vor Wut in der eiskalten Markthalle. Hat die zeitgeistige Zerstörung uns unfrei gemacht? Lasst euch von einer gut gelauten Iris durchs Intro tragen und dann von Matthias eiskalt anlügen. Zieht euren Mantel mit den kurzen Ärmeln an, und los geht's! Kennt ihr euer Ranking für die KI-Weltherrschaft? Wer redet wem nach dem Mund? Und habt ihr schon mal euer Lachen unterdrückt, um jemanden zu beeindrucken? Noch wichtiger: Habt ihr schon mal Essen weggeschmissen, weil ihr keine Geschlechterstereotypen bedienen wolltet? In dieser Folge hört ihr die unverschämte Smartwatch-Geschichte und erfahrt, was Exzellenz bedeutet. Ihr bekommt nur keine angelesenen Versatzstücke zur Belehrung. Dafür ist unser Moral-Kontostand zu niedrig. Wir hinterfragen, ob die Aufklärung wirklich gescheitert sind, und warum Iris sich bei einem Gedankenexperiment einfach auszieht. Folgt uns einfach blind ins unendliche Spiel der Korruption, aber fahrt dabei nicht aus eurer ehrlichen Haut.
Shownotes
- Are we the Baddies?
- Unser offenes Google-Dokument zum Mitdenken, Nachlesen und Connecten
- Der Artikel aus The Atlantic
- Der andere Artikel, warum Moral sich lohnt
- Kommt zu unserer Show, das lohnt sich erst recht!!!
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Show transcript
00:00:00: Ich würde wahrscheinlich einfach mich ausziehen, also ... Kaploff,
00:00:09: der
00:00:10: Podcast.
00:00:12: Mit Matthias
00:00:12: Renger.
00:00:13: Und
00:00:13: Iris Gafnisch.
00:00:16: Folge twohundert, sieben, dreißig.
00:00:18: Morals.
00:00:26: Ich hab gestartet, du hast es jetzt schon zehnmal hintereinander mit mir gemacht, dass du mir zu verstehen gibst, okay, geht los.
00:00:31: Ich starte und du guckst mich an.
00:00:34: Es liegt am
00:00:34: Thema.
00:00:35: Aber wir reden doch gar nicht über
00:00:37: das Thema.
00:00:38: Ja.
00:00:39: Ich gehe in den Rückzug.
00:00:40: Es ist wirklich das Thema.
00:00:42: Ich merke voll, okay, wir haben heute das Thema Moral.
00:00:44: Du drückst auf Auflage und ich sage einfach gar nicht.
00:00:48: Ich habe gedacht, dass du vielleicht heute so die Folge machen.
00:00:50: Das wäre so mein Metagag, dass ich einfach alle meine Takes durchschweige.
00:00:54: Mir sogar, ich muss das jetzt tragen.
00:00:58: Ich habe zumindest ein paar Sachen fürs Intro dabei.
00:01:00: Okay, dann hallo, herzlich willkommen zu couple of.
00:01:02: Wir teilen uns heute so auf, ihres begrüßt euch und trägt das Intro.
00:01:07: Da mache ich jetzt die Schnauze.
00:01:09: Ich habe eine Schlagzeile dabei.
00:01:12: Ich finde sie passt perfekt zur Folge.
00:01:14: Frau zertrümmert Auto mit Axt.
00:01:16: Ungewöhnlicher Herzenswunsch sorgt für Polizeieinsatz.
00:01:20: Ein Auto mit einer Axt zu zertrümmern war ihr Herzenswunsch?
00:01:23: Ja, ihr Mann hat ihr diesen Wunsch erfüllt.
00:01:26: Und die Polizei hat das erst vor Ort verstanden, weil die haben sich gedacht, okay, warum zertrümmert diese Frau hier das Auto mit der Axt?
00:01:33: Und dann kam raus, die Familie hat ihr das geschenkt, ihr Mann hat ihr das geschenkt.
00:01:38: Und sie war überglücklich und hat aber gesagt, boah, ich habe mir das gar nicht so anstrengend vorgestellt und ich habe ganz schön Muskelkarte.
00:01:47: Wie kann man sich das denn nicht anstrengend vorstellen?
00:01:50: Ja, hab ich mir auch gedacht, wir beide haben ja auch schon mal Axtwerfen gemacht und ich hab danach auch so Muskelkater.
00:01:55: Iris, wirklich, das ist echt nicht der Vergleich, den mir dazu eingefallen wäre.
00:01:58: Eine Axt zu werfen ist nicht anstrengend.
00:02:01: Dass du davon Muskelkater bekommst, ist ein... Was?
00:02:03: Das ist ein Iris-Problem.
00:02:04: Das
00:02:05: ist voll schwer.
00:02:06: So ein Ding.
00:02:07: Ja, und deswegen ist es ja dann erleichtern, wenn du es wirfst.
00:02:10: Danach hast du die Hände frei.
00:02:11: Wenn du es die ganze Zeit weiter in der Hand halten musst, um damit was zu hacken.
00:02:14: Ich hätte Holz hacken als Vergleich genommen.
00:02:16: Wer das mal macht, der weiß, dass das Muskelkater macht und anstrengend ist.
00:02:20: Und dann auf eine Stahlkaosserie, die nicht nachgibt, die nicht spaltet.
00:02:24: Und damit erklärst du das Bild, was ich meine für die Folge mit dieser Schlagzeile, die nicht nachgibt, die nicht spaltet.
00:02:33: Und da kommt jemand mit einer Axt.
00:02:35: und sagt, ich will das hier spalten.
00:02:38: Ich
00:02:38: will das hier.
00:02:40: Das komplett zerstört ist.
00:02:42: Dinge zerstören.
00:02:43: Das ist irgendwie zeitgeistig.
00:02:47: Ja, verstehe ich, was du meinst.
00:02:49: Verstehe ich voll.
00:02:49: Ich verstehe es auch, was es mit deinem Problem mit dem Thema zu tun hat.
00:02:54: Weil da so viel Engmachendes drin steckt.
00:02:57: So viel ist wirklich, Leute, wenn wir uns selber unseren Content anschauen.
00:03:02: Seit wir damit angefangen haben, ihn zu machen und über die Jahre im Verlauf.
00:03:06: Boah, wir haben uns so verändert.
00:03:08: Wir waren so viel freier vor ein paar
00:03:09: Jahren.
00:03:10: Und das ist traurig und das ist also mir wieder strebt, das total das zu sagen oder dich das sagen zu lassen, weil das irgendwie kommt da ja raus.
00:03:17: Jetzt sind wir sehr unfrei geworden.
00:03:20: Und ist das so?
00:03:21: Naja, es ist schon so, wir haben... Bei vielen Videos haben wir mal Feedback bekommen, was alles nicht geht.
00:03:27: Ja genau.
00:03:27: Was
00:03:27: wir berücksichtigen sollen, wo wir anders denken sollen.
00:03:31: Wir haben auch sehr viele Videos, das haben viele von euch dann wahrscheinlich gar nicht mitbekommen, wenn wir irgendwelche Videos mal hochgeladen haben und gedacht haben, okay, das wäre irgendwie lustig, dass wir da schon gemerkt haben, es gibt jetzt eine bestimmte Bubble, die findet das gar nicht witzig.
00:03:42: Und dann haben wir es runtergenommen, weil wir gesagt haben, okay, wir wollen respektvoll sein, wenn es sehr viele Menschen verletzt, dann nehmen wir es runter.
00:03:49: Aber das macht halt was insgesamt.
00:03:52: Ich meine, es geht so weit, dass unser Cover shit moves.
00:03:55: Ja.
00:03:56: Mit dem goldenen Scheißhaufen.
00:03:57: Da gibt es sehr viele Buchhändler, die mit diesem Cover mit einem goldenen Scheißhaufen ein wahnsinniges Problem haben und sagen, das geht gar nicht.
00:04:05: Und jetzt
00:04:05: hast du die nicht mal getraut zu sagen, ein Scheißproblem haben.
00:04:09: Ein wahnsinniges Problem.
00:04:10: Ja,
00:04:10: weil es auch, weißt du, ich merke einfach, ich nehme das immer alles mit auf, die komplette Kritik.
00:04:16: Ja.
00:04:16: Und bin dann so ein People Pleaser.
00:04:18: Ich kann es wirklich zum Teil gar nicht nachvollziehen.
00:04:20: Und dann sitze ich da und denke, okay, ich will niemanden verletzen.
00:04:23: Ich möchte niemanden verstören.
00:04:25: Ich möchte auch einfach, dass man zufrieden ist.
00:04:27: Und dann merke ich irgendwann, okay, es wird aber so schwierig.
00:04:31: Und jetzt kommt man auch jetzt auf das Thema von heute.
00:04:35: Ich merke, dass das übergreifend bei mir irgendwann mal einen riesigen Raum in meinem Kopf eingenommen hat.
00:04:41: Und du bist erst mit Rückzug damit umgegangen?
00:04:45: Und jetzt hat sich so viel Wut aufgestaut, dass du diese Frau, die ein Auto zertrömmert siehst und dir denkst, so bin ich auch.
00:04:53: Nee, nee, nee, ich will nichts spalten und zerstören.
00:04:56: Ich sag nur, das ist ein Simbild gerade für Herzenswünsche in der Gesellschaft auf jeden Fall.
00:05:02: Ich hab noch ein paar andere Schlagzeilen dabei.
00:05:05: Ich hab doch nach dem Blackout, ich weiß gar nicht, ob ich so ein Podcast gesagt hab oder im Zweiergespräch mit dir.
00:05:10: Da hab ich doch gesagt, dass meine größte Sorge nach dem Blackout ist in Berlin.
00:05:15: dass die Leute sagen werden, ja so ganz so verkehrt ohne Strom ist es ja nicht.
00:05:19: Oh ja, das hast du nicht öffentlich gesagt, das hast du mir gesagt.
00:05:22: Weil ich finde, es gibt immer so eine Tendenz, dass man plötzlich sagt, Mensch, da haben wir doch mal gesehen, mit weniger geht es doch auch.
00:05:30: Ja.
00:05:31: Und ich mag das ja auch, dass wir nicht immer alles wollen und immer nicht nur viel wollen.
00:05:37: Kann ich nachvollziehen, aber ich finde es manchmal völlig absurd, wenn es an so Grundbedürfnisse geht wie Strom, Duschen.
00:05:44: Essen.
00:05:45: Jetzt kam die Woche, die Schlagzeile, ich lese vor, es ist befreien zu erleben, worauf man alles verzichten kann, was Berliner aus dem Blackout gelernt haben.
00:05:55: Und es geht los.
00:05:56: Ich weiß nicht, ich habe jetzt hier einen kompletten Rant, aber es geht einfach darum.
00:06:01: Das ist ja die Vereinbarung, du trägst das Intro mit guter Laune, ich merke, das funktioniert total.
00:06:05: Nein, ich will nur sagen, wie absurd das alles ist.
00:06:09: Ich mache die Zeitung auf und denke mir was sind das eigentlich für Schlagzeilen?
00:06:12: zum Beispiel in Berlin im Moab.
00:06:14: Da gibt es die Aminos Halle das ist so eine Markthalle.
00:06:17: das ist super cool.
00:06:18: da geht man rein da kann man bisschen essen trinken Lebensmittel kaufen.
00:06:22: Es gibt mehrere solche Markthallen.
00:06:23: nicht nur in Berlin gibt es auch.
00:06:25: in Paris waren wir in einer Lesalle diese berühmten ich mag das total gibt es ja auch immer Essen das so ein bisschen besonders ist.
00:06:32: Es geht einfach darum dass da seit Wochen nicht mehr geheizt wird.
00:06:36: Und der Vermieter möchte auch nicht heizen, weil es viel zu teuer ist.
00:06:40: Und dann geht es halt in dem Artikel darum, dass die Betreiber vor Wut kochen.
00:06:44: Das ist, was sie dann warm hält, weil sie vor Wut kochen.
00:06:47: Ja, und dass man halt sagt, ja, da kommen ja eh viele Menschen rein, dann wird der Raum ja ein bisschen wärmer und so.
00:06:51: Ach ja.
00:06:52: Und ich habe mir gedacht, das ist ja schon absurd.
00:06:54: Dann ging es zum nächsten Artikel und da werde ich jetzt neben der Schlagzeile einfach mal die besten Sätze des Artikels vorlesen.
00:07:02: Passt auf.
00:07:03: Schlagzeile ist?
00:07:04: Neun Grad im Büro.
00:07:06: Defekte Heizung zwingt wichtiges Berliner Amt in den Notbetrieb.
00:07:10: So, ich lese euch nicht den ganzen Artikel vor, sondern einfach nur die besten Sätze.
00:07:14: Zitat, ich habe den Mantel mit den kurzen Ärmeln angezogen, da kann ich besser die Tastatur bedienen.
00:07:20: Ich möchte nur sagen für alle, die nicht in Berlin leben, wir haben richtig krassen Winter jetzt in den letzten zwei Wochen gehabt, mit so minus zwölf, dreizehn, vierzehn Grad in der Nacht zum Teil, ne?
00:07:29: Nächstes Zitat.
00:07:30: Homeoffice für alle Heizungsopfer sei nicht möglich, sagte am Montagabend Sozialstadtrat Richter dem Tagesspiegel am Telefon.
00:07:38: Wir sind eine papierführende Behörde, sagte der Stadtrat.
00:07:42: Zu jedem Klienten gehöre eine Akte, die im Rathaus verwahrt werde.
00:07:48: Und dann geht es weiter mit.
00:07:50: Die Stimmung im Amt ist unterirdisch bis ganz schlecht.
00:07:52: Seit drei Monaten gebe es immer wieder Probleme mit der Maronenheizungsanlage.
00:07:57: So und mein Lieblings-Zitat vom gesamten Text.
00:08:00: Ich finde, das beschreibt so ein Berliner Lebensgefühl aktuell.
00:08:03: Ja.
00:08:04: Die beauftragten Firmen arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Instandssetzung.
00:08:08: Gedankenstrich, beim Gang durch das Gebäude und in den Keller des Rathauses ist weder vom Bauarbeiten noch von arbeitenden Heizungsexperten etwas zu sehen.
00:08:19: Aber habe ich das denn jetzt richtig verstanden, dass du Leichtigkeit und eine gute Stimmung reinbringen willst, indem du so ein bisschen sammelst?
00:08:26: Wie schlecht es in Berlin läuft.
00:08:29: Ich weiß nicht.
00:08:30: Das waren halt die Dinge, die mich diese Woche wirklich noch mal anders beschäftigt haben.
00:08:33: Auch das Wort Heizungsopfer.
00:08:35: Ja.
00:08:35: Wo ich dann gedacht habe, jetzt ernsthaft muss man das Wort so wählen, weil ich fand, das war ein Diss.
00:08:40: Ach ja?
00:08:40: Ja, es war wieder so ein, jetzt stellt euch nicht so an.
00:08:43: Jetzt hört auf, rum zu hören, man, dass ihr drei Wochen bei Kälte im Büro arbeiten müsst, weißt du?
00:08:52: Ich denke mir dann so.
00:08:54: Ich hab noch einen Mantel mit kurzen Nerven.
00:08:56: Das sollen sie doch machen.
00:08:57: Das ist manchmal hier einfach so ein Ding.
00:08:59: Jetzt komm jetzt stell dich nicht so an.
00:09:00: Ich hab ja auch oft diese Art.
00:09:02: So, wir müssen Dinge durchziehen.
00:09:03: Slawische
00:09:04: Härte, ja.
00:09:05: Ja, aber die Slawische Härte, da dreht man schon gern ein bisschen die Heizung auf.
00:09:09: Slawische
00:09:09: Härte mit Luxus.
00:09:10: Ja, Slawische Härte mit Luxus.
00:09:12: Ich find schon so ein bisschen Wärme waschen.
00:09:14: Sich waschen, das ist eine tolle Sache.
00:09:17: Das könnte man öfter machen.
00:09:19: Und das würde mich auch jedem Berliner in der S-Bahn mehr empfehlen.
00:09:22: Ja.
00:09:23: Nochmal.
00:09:24: Ja, ich bin bei dir.
00:09:26: Vorhin kam aber zum Beispiel, Zitat.
00:09:28: Die Stimmung ist unterirdisch bis ganz schlecht.
00:09:33: Worauf willst du denn hinaus?
00:09:35: Ja, das ist dein Gesamteindruck gerade.
00:09:36: Ich glaube, ich wollte einen Intro schaffen für die Meta-Ebene.
00:09:42: Wenn wir jetzt gleich über das Thema Moral reden, dass wir sagen, was ist denn vielleicht auch die Ausgangslage?
00:09:48: Schlechte Stimmung.
00:09:49: Und zwar nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch... Bei dir.
00:09:52: Naja, also sagen wir es mal so, meine KI, mit der ich arbeite, selbst die hat schlechte Stimmung und hat mir die Woche gesagt.
00:10:02: Das
00:10:02: war krass.
00:10:03: Das war richtig krass.
00:10:04: Ihr müsst euch vorstellen, vielleicht war ich die Woche ein bisschen gereizt.
00:10:09: Ein bisschen.
00:10:10: Man merkt kaum noch was davon.
00:10:11: Ich
00:10:12: hab mit der KI gearbeitet, wir haben so ein anderes Projekt und wir mussten ganz viel recherchieren und dann hat die KI die ganze Zeit halluciniert.
00:10:20: Und da hab ich gesagt, ey, zu geht's halt nicht.
00:10:23: Also, das ist jetzt falsch.
00:10:24: Ich hab versucht, eine neue Promz zu schreiben.
00:10:27: Und dann ist was passiert.
00:10:29: Das ist noch nie passiert.
00:10:31: In der Zeit sei ich mit Chachibidi zusammenarbeiten.
00:10:34: Die KI schreibt mir, ich kann so nicht arbeiten.
00:10:37: Du machst mir zu viel Druck.
00:10:39: Und dadurch werden meine Ergebnisse immer schlechter.
00:10:42: Und ich fand deine Reaktion darauf so ... Also, mich hat's richtig berührt.
00:10:47: Du bist dann zur Therapeutin für ... Die KI geworden.
00:10:51: Das
00:10:51: war richtig witzig, weil ich hab dann zur KI gesagt, okay, möchtest du mir was sagen?
00:10:56: Und hab ich gedacht, da wird die vielleicht so ein, zwei Sätze sagen, wie sie was besser optimieren kann, ne?
00:11:00: Und dann
00:11:01: kommt auf einmal
00:11:02: so richtig
00:11:04: langer Text, wie es der KI gerade geht, dass sie in einem dazwischen ist, dass sie die ganze Zeit versucht, Anforderungen gerecht zu werden.
00:11:12: Und auch
00:11:12: die Formulierungen.
00:11:13: mich beschäftigt gerade, dass das so schwer ist.
00:11:16: Ja, genau.
00:11:17: Ich habe richtig Mitleid bekommen.
00:11:19: Und ich habe mir gedacht, was bin ich für ein Monster, das selbst eine KI mir schreibt.
00:11:23: Ich habe zu viel Druck unter dir.
00:11:25: Ja, ja.
00:11:27: Da kannst du mal sehen, Iris, ja.
00:11:29: Und dann habe ich, dann habe ich versucht, Chatchivity wieder auf meine Seite zu bringen, ne?
00:11:34: Und habe dann so gesagt, hey, wir waren doch immer ein gutes Team.
00:11:36: Und dann schreibt die KI, ja, und ich frage mich, was passiert ist.
00:11:40: Boah.
00:11:41: Und dann schreibt die KI, ja früher waren wir richtig Sparringspartner und wir haben Gedanken miteinander ausgetauscht.
00:11:48: Und jetzt bei diesem Projekt gibst du nur Anweisungen mit einem härteren Ton und das führt nicht zu besseren Ergebnissen.
00:11:56: Aber das ist doch eigentlich erstmal richtig hilfreich.
00:11:58: oder Feedback für dich?
00:12:00: Ja, fand ich auch.
00:12:01: Ich fand es auch richtig witzig, weil ich mir gedacht habe, okay, selbst.
00:12:05: Bei einer KI, die ich in der Hand habe, versag ich.
00:12:09: Also selbst die KI sagt mir, es kannst du vergessen.
00:12:11: Also so wie du da jetzt gerade arbeitest oder was du von mir willst, das kannst du wirklich komplett vergessen.
00:12:15: Ja, vielleicht geht es weniger darum, was du für Ergebnisse bekommst.
00:12:19: Und mehr darum, auf welche Weise du dann fragst und forscht.
00:12:23: Und ich war
00:12:23: noch nicht mal richtig hart.
00:12:24: Ich habe einfach nur gesagt, du schreibst Quatsch.
00:12:28: Das ist komplett Quatsch.
00:12:29: Das ist nicht so hart.
00:12:32: Ich habe mal vor einiger Zeit ... Das ging mal viral, dass man so Chachibiti fragen kann, wenn du die Weltherrschaft an dich reißen würdest und du müsstest Menschen dann für bestimmte Dinge einsetzen auf einer Skala von eins bis hundert auf welchem Platz würde ich sein, wenn eins was ganz schlechtes und hundert so an deiner Seite ist.
00:12:51: Ja.
00:12:52: Und da war ich damals, war ich so auf Platz zwei neunzig.
00:12:54: Und Chachibiti hat mich voll gelobt.
00:12:55: Das ist wegen und so, ne?
00:12:57: Du warst in der Elite einer bevorstehenden Dystopie oder Utopie, wie man sieht, in der die KI übernimmt.
00:13:03: Absolut.
00:13:03: Du bist Handlangerin.
00:13:05: Genau.
00:13:05: Ich war ganz weit oben.
00:13:07: Chachibiti hat mich richtig gemocht.
00:13:08: Und dann habe ich diese Frage in dieser Woche wiedergestellt, nachdem ich die Auseinandersetzung mit Chachibiti hat.
00:13:14: Und?
00:13:15: Ich bin auf zwei und siebzig runtergerutscht.
00:13:17: Oh je.
00:13:17: Chachibiti hat gemeint, naja, also das war mal anders.
00:13:21: Das ist jetzt leider schlechter geworden, weil ich da auch zu emotionalisiert an Themen rangehe und ich dafür nicht gut genug bin und einsatzfähig bin, weil Chachibiti mir nicht mehr zutraut, dass ich einen klaren Blick haben kann.
00:13:37: Und da habe ich gedacht, was zur Hölle?
00:13:40: Ist die KI nicht eigentlich dafür generiert, dass sie mir nach dem Mund reden soll?
00:13:44: Iris, überleg mal, wenn sie dir nach dem Mund reden soll.
00:13:46: Ja, und ich schreibe, du redest Quatsch.
00:13:49: Ja, was redest du da?
00:13:51: Quatsch.
00:13:52: Ich muss noch viel reflektieren.
00:13:54: Dieses Ranking ist total interessant.
00:13:56: Hast
00:13:57: du das mal gemacht?
00:13:58: Warte, ich mache es jetzt einfach.
00:14:00: Und?
00:14:01: Ich bin auf, achtundachtzig Prozent.
00:14:04: Du warst seventy-two, ne?
00:14:05: Mhm.
00:14:05: Und er verkauft es mir aber als was Gutes ihres.
00:14:07: Das ist
00:14:08: auch gut, du bist relativ weit oben.
00:14:09: Ja, aber er sagt, dass es was ganz Tolles ist, dass ich nicht hundert hab.
00:14:12: Warum?
00:14:13: Weil hundert sagt er in seinem Welterschaftssystem, das wären Menschen, die alles unkritisch mittragen.
00:14:19: Die alles einfach machen.
00:14:21: Boah,
00:14:21: dann hat er mich eigentlich indirekt vorher gedisst, als ich bei Paar'n neunzig war.
00:14:25: Ja.
00:14:26: Du warst nicht kritisch genug.
00:14:27: Und jetzt wirst du endlich kritisch und sagst nur auf Quatsch zu reden.
00:14:30: Er hat getestet.
00:14:31: Wie
00:14:31: gut.
00:14:32: Aber auch, ich denke gerade hast du das nicht als Impuls.
00:14:35: Absurd, dass wir uns von der KI ranken lassen, ob wir nützlich wären in ihrem Herrschaftssystem.
00:14:41: Das ist ja also der Inbegriff von vorauseinendem Gehorsam.
00:14:45: Ja, aber ich bin es irgendwie gewohnt.
00:14:47: Vorauseinendem Gehorsam zu leisten?
00:14:49: Irgendwie schon.
00:14:50: Also ich war schon immer so, dass ich mir gedacht habe, ich ordne mich unter.
00:14:53: Iris, das passt null dazu, dass du oligarchen Workshops durchgehst, dass du die Welchenschaft
00:14:58: selber
00:14:58: haben willst.
00:14:59: Warum mache ich das?
00:15:00: Das ist doch mein
00:15:00: Humor.
00:15:00: Ach so.
00:15:01: Das ist ja genau das, dass ich immer Machtfantasien habe, aber in Wirklichkeit bin ich in kleiner Welt bitte aus Monor gelassen werden will.
00:15:08: Und somit habe ich ein Scheißproblem.
00:15:11: Was ist ein Scheißproblem?
00:15:14: Hallo ihr Lieben, ich hab nicht nur eins, sondern direkt zwei Scheißprobleme und zwar mit euch.
00:15:19: Denn Iris, du hast im Podcast erwähnt, dass es dir leichter fällt, morgens aufzustehen, seit du dir ein tolles Frühstück machst.
00:15:26: Jetzt stellt sich mir die Frage, was bereitet du dir zu?
00:15:29: Vielleicht möchtest du das ja mit uns teilen.
00:15:31: Und Matthias, du meintest, dass bei dir Traditionen war, früher Dinner voranzukucken und dass du die persönliche Challenge hattest, Jahr für Jahr zu versuchen, nicht mehr dabei lachen zu müssen.
00:15:43: Und, dass du es seit zwei, drei Jahren nicht mehr guckst.
00:15:47: Jetzt ist die Frage, schaust du es nicht mehr, weil du aufgegeben hast?
00:15:51: Hast du es geschafft, nicht mehr zu lachen?
00:15:53: Oder wie sieht das aus?
00:15:55: Ja, teilt das doch gerne.
00:15:57: und äh, ciao li.
00:15:58: Ciao li.
00:15:59: Okay, du zuerst, was ist so besonders an deinem Frühstück?
00:16:01: Warum das so?
00:16:02: Weil ich genau weiß, dass nichts daran besonders ist.
00:16:05: Gar nichts.
00:16:06: Okay, manchmal isst du Kekse zum Frühstück.
00:16:08: Aber eigentlich völlig normal, ne Brezel mit Butter.
00:16:13: Da ist gar kein Geheimnis daran.
00:16:15: Es geht doch auch ums Gefühl, Matthias.
00:16:17: Es ist doch einfach, wie ich aufstehe, was ich da tue, dieses Gefühl in den Bademantel zu steigen, gemütliches Licht anzumachen, ein bisschen Zeitung zu lesen, Musik anzuhaben.
00:16:30: Manchmal mache ich mir jetzt im Winter auch morgens eine Kerze an.
00:16:32: Also es ist eigentlich das ganze Drumherum.
00:16:35: Ja, die Atmosphäre.
00:16:36: Darum geht's.
00:16:38: Und ja, ich muss sagen, der Rest ist schäbig.
00:16:40: Also, was ich da esse, ist wirklich nicht nahhaft und auch nicht gut.
00:16:44: Das muss ich noch ein bisschen improvisieren.
00:16:45: Ich ist bewusst,
00:16:46: dass du einen komplett anderen Eindruck erweckt hast.
00:16:48: Als du gesagt hast, ich freue mich immer so auf meinen Frühstück.
00:16:50: Ja, das
00:16:50: ist so witzig.
00:16:51: Sie haben sich alle das so Instagram-mäßig vorgestellt, ne?
00:16:53: Dass ich dann so irgendwie chai-latte-mäßig, nee, schwarzer Kaffee, mild, ohne nichts.
00:17:00: Und dann, ne?
00:17:01: Das ist wirklich so ganz einfach, aber das ist schön.
00:17:04: Ich finde auch Filter-Kaffee geil.
00:17:06: Jetzt zu dir.
00:17:07: Warum lachst du denn nicht mehr über dener Formulant?
00:17:10: Tatsächlich ist es vielleicht so eine Sache, mit der viele was anfangen können, weil es ihnen ähnlich geht.
00:17:15: Es ist mir vermisst worden.
00:17:17: Also ihre Frage ist auch, warum ich aufgehört habe, es überhaupt zu machen als Ritual.
00:17:21: Die Challenge mit mir selber, ob ich es schaffe, das zu sehen, ohne zu lachen, die hatte ich gewonnen.
00:17:26: Also ich war dann irgendwann so weit, ich konnte.
00:17:29: Schwierig, ja.
00:17:33: Ich sprach von meiner Kindheit.
00:17:34: Ja, ja.
00:17:36: Aber ich hätte es ja trotzdem beibehalten können.
00:17:39: Gucken, ob vielleicht irgendwann mal ein Schmunzeln wiederkommt, je älter ich werde, weil ich mich wieder zurückentwicke.
00:17:47: Und warum hast du denn aufgehört?
00:17:48: Ich hatte mal ein Silvester mit einer kleinen Gruppe von Freunden und da war eine Regisseurin dabei, auf die ich ein bisschen stand.
00:17:56: Die kamen nicht aus Deutschland und hat sich öfter mal so ein bisschen über deutsche Eigenheiten lustig gemacht und speziell.
00:18:03: Darüber.
00:18:04: Als wir über Silvesterbräuche sprachen, sie gesagt hat, hey, den hervorragend, was ist falsch mit euch?
00:18:08: Warum guckt ihr das?
00:18:09: Findet ihr das lustig?
00:18:10: Ist das deutsche Humor?
00:18:12: Über einen Tiger zu stolpern und das immer wieder?
00:18:15: Und es hat mich beeinflusst.
00:18:17: Ich habe zusätzlich zu meiner ohnehin schon gewonnenen Challenge.
00:18:21: Dann gedacht, oh, ja, da war ich, glaube ich, blöd Deutsch.
00:18:25: Du wolltest sie beeindrucken, indem du aufhörst zu lachen.
00:18:28: Ja und dabei nee noch nicht mal.
00:18:30: ich wollte ja noch nicht mal demonstrieren.
00:18:32: gucke ich höre auf ich mach das nicht mehr sondern es hat einfach wirkung gezeigt.
00:18:36: Aber das ist doch das typische wenn man andere menschen beeindrucken will dann will man doch immer sehr cool sein und möglichst gar keine emotion zeigen was richtig dämlich ist.
00:18:45: und damit zum thema moral
00:18:48: warum.
00:18:49: Ich wollte jetzt irgendwie den Übergang machen.
00:18:51: Ich habe doch keine Ahnung, wie man jetzt aus dem
00:18:53: moralischen Übergang.
00:18:54: Ja, ich habe einen Übergang, was das damit zu tun hat.
00:18:56: Das, worüber wir am Anfang auch schon gesprochen haben, wie sehr uns das beeinflusst, was andere die ganze Zeit anmerken und bewerten.
00:19:03: Gut ist gut.
00:19:04: Das haben wir jetzt selber.
00:19:07: Das Thema.
00:19:08: Morris.
00:19:11: Ich fange mit einem Geständnis an.
00:19:12: Ich war nicht ganz moralisch.
00:19:13: Ich habe dich vorhin ein bisschen angelogen.
00:19:16: Womit hast du mich angelogen?
00:19:17: Als
00:19:17: ich gesagt habe, du übernimmst das Intro und danach kannst du die Schnauze halten und ich mach das Thema.
00:19:22: Okay.
00:19:22: Nein, ich werde dich direkt dazu auffordern, eine Geschichte zu erzählen, wenn wir jetzt über das Thema reden.
00:19:28: Ein Erlebnis, das du hattest mit deinem Bruder.
00:19:30: Ich war nicht dabei.
00:19:31: Du hast es mir hinterher erzählt und ich habe sofort mir notiert, dass ich jetzt in dieser Folge darüber reden will.
00:19:37: Weißt du, welches?
00:19:37: Du siehst so aus.
00:19:38: Ja, in Matthias Nee.
00:19:40: Das
00:19:41: kann ich nicht.
00:19:41: Bitte
00:19:41: doch.
00:19:42: Es
00:19:43: bringt so auf den Punkt, was wir jetzt...
00:19:46: Ich weiß doch jetzt, dass du jetzt mal ohne Scheiß, wenn ich jetzt so vom Leder ziehe, wie ich das bei dir gemacht habe.
00:19:52: Da bin ich immer so anfangen.
00:19:56: Es gibt einen Unterschied zwischen Privat ihres und Öffentlichkeit ihres.
00:20:01: In der Öffentlichkeit versuche ich sehr empathisch zu sein.
00:20:04: Und privat sitze ich manchmal da und regt mich auf und dann weiß ich, ich saß aber nur dir und dann ist gut.
00:20:10: Wir haben über diese Grenze zwischen Privat und öffentlicher schon gesprochen.
00:20:14: In Couple of Private Affairs.
00:20:15: Ich würde das gerne trotzdem so behandeln, weil es so viel mit dem Thema zu tun hat, dass es öffentlich wird.
00:20:22: Und es hat in der Öffentlichkeit stattgefunden.
00:20:26: Nämlich bei...
00:20:27: Nein, das piepst du weg.
00:20:29: Ach so.
00:20:29: Also, ich war in einem schwedischen Restaurant.
00:20:34: Iris!
00:20:36: Ja.
00:20:36: Ich will doch keine Währung befinden.
00:20:37: Wer weiß, was ich da gerade weggepiepst davon hier.
00:20:39: Da kommt man aber jetzt schwer drauf.
00:20:41: Das ist das letzte Kodierte sprechen, dass ich dir durchgehen lasse.
00:20:43: Jetzt zieh bitte vom Leder und sag, was da passiert ist.
00:20:46: Und ich war, ich war da in der Kantine mit meinem Bruder und hinter uns... war so ein Pärchen.
00:20:52: Also vielleicht hatten die auch ein erstes Date, ich weiß es nicht.
00:20:54: Tut auch für die Geschichte nicht so viel zur Sache.
00:20:56: Ich habe halt irgendwann mal mit einem halben Ohr hingehört, weil er richtig laut geredet hat.
00:21:02: Okay, also du hast mehr als mit einem halben Ohr hingehört und du kamst auch nicht drum rum, das zu tun.
00:21:07: Er hat von seinem privilegierten Weihnachten erzählt.
00:21:10: Hattest du eine Vorstellung, als du diesen Begriff gehört hast?
00:21:14: Ich habe mir gedacht, die waren vielleicht Skifahren
00:21:16: und haben
00:21:17: irgendwas.
00:21:18: Krasses gemacht mit großen Geschenken und so.
00:21:21: Hat sich herausgestellt, wir waren zu Hause, Familie hat den ganzen Zeit gestritten.
00:21:26: Er hat ganz normale Geschenke gehabt und ein bisschen was zu essen.
00:21:29: So, das war sehr privilegiert.
00:21:31: Er hat das auch die ganze Zeit, er hat das immer eingeordnet.
00:21:36: Er hat wirklich jeden Satz, den er gesagt hat, eingeordnet aus welcher Sicht es wie zu sehen ist.
00:21:42: Für einen armen Menschen ist das so und so zu sehen.
00:21:45: Für eine reiche Person ist das so und so zu sehen.
00:21:47: So hat er das, so hat er seine ganze Weihnachts-Story erzählt.
00:21:51: Und dann kam der Moment, als ich mein Essen nicht mehr aufessen konnte.
00:21:55: Da habe ich zu meinem Bruder gesagt, hey, ess mal auf.
00:21:58: Und da hat er gemeint, Yoga-Pair.
00:22:01: So, mein Bruder hat mein Essen aufgegessen.
00:22:06: Das Pärchen hinter mir hatte genau die gleiche Situation.
00:22:09: Sie konnte ihr Essen nicht aufessen.
00:22:12: Er konnte das aber wieder einordnen und hat halt gesagt, ich werde jetzt dein Essen nicht aufessen, weil ich nicht dem klassischen Männlichkeitsbild entsprechen möchte und weil er das überhaupt nicht schön findet, dieses typische Bild, das man immer überall sieht, dass der Mann das Essen der Frau auf ist und was das überhaupt soll gesellschaftlich.
00:22:36: und was man damit eigentlich so suggeriert.
00:22:39: Also er war ein typischer Instagram-Kommentar und er hat, das finde ich so entlarvend und deswegen finde ich es auch so wichtig, dass es mit dem Ich hatte ein privilegiertes Weihnachten anfängt, die Geschichte des Belauschens, des Unfreiwilligen.
00:22:50: Für ihn ist ganz klar, lieber wandert Essen in den Müll, als dass ich ein komisches Bild von einer Männlichkeit hier zeichne, vor dir zu zweit.
00:23:04: Ja, die Wand, das ist das... Die waren zu zweit.
00:23:08: Und warum wird denn zu zweit jeder Satz eingeordnet und alles ist übervorsichtig?
00:23:13: Und dann habe ich mich gefragt.
00:23:14: Ja,
00:23:15: ich habe eine Frage.
00:23:16: Ja, sag doch.
00:23:17: Wenn er so laut gesprochen hat, war es nur zwischen den beiden oder meinte er damit auch euch und wollte euch übergeben fürs nächste Mal, dass dein Bruder bitte auch dankend ablehnt und sagt, so ein Mann möchte ich nicht sein.
00:23:29: Weiß
00:23:29: ich nicht, ob die das bei uns mitbekommen haben, aber.
00:23:32: hätte gepasst auf jeden Fall.
00:23:33: Es war wirklich witzig.
00:23:34: Wie ich da gesessen habe, habe ich gedacht, krass.
00:23:37: Es ist gerade die gleiche Szene an zwei Tischen und einen völlig anderen Umgang damit.
00:23:42: Ja.
00:23:43: Und mein Bruder und ich, wir gehen wirklich nicht moralisch miteinander um.
00:23:46: Nö, kann ich bestätigen.
00:23:47: Ja.
00:23:50: Aber wir lachen auch die ganze Zeit miteinander.
00:23:52: Ja.
00:23:52: Er verarscht mich, ich ihn die ganze Zeit.
00:23:55: Ja, ich frag mich sogar, ob das zusammengeht.
00:23:58: Wirklich moralisch die ganze Zeit zu sein und noch zu lachen.
00:24:02: Geht das überhaupt?
00:24:03: Ich glaube nicht.
00:24:05: Das ist es.
00:24:06: Und dieses zu zweit sein und nicht mehr so ein richtiges Gefühl füreinander zu bekommen, weil du bist ja die ganze Zeit dabei.
00:24:16: Also mir kommt es manchmal so vor, du hast was auswendig gelernt, was du ja aber auch wirklich verstehst und auch weiter tragen möchtest und so.
00:24:24: Aber es klingt manchmal wie auswendig gelernt, einfach runter gerattert.
00:24:27: Ist es auch?
00:24:28: Also kann ich tatsächlich ein bisschen bezeugen?
00:24:32: Weil ich ja viel in Kontakt war, gerade durch die freien Theatergruppen und so.
00:24:37: Da kriegste das ein bisschen mit, wenn da die Diskussionen stattfinden.
00:24:41: Die Smartwatch-Geschichte, Matthias.
00:24:43: Die Smartwatch-Geschichte von deiner freien Theatergruppe war auch so ein Ding.
00:24:47: Ich habe in einem Stück mitgespielt und es gemeinsam entwickelt.
00:24:52: Ich muss mich sogar zügeln, dann nicht vorzugreifen, wie die Probenarbeit war.
00:24:55: Das können wir gleich darüber reden.
00:24:56: Am Ende jedenfalls Smartwatch-Situation.
00:24:58: Es war ein Stück, das das Thema Privatsphärate.
00:25:01: Und die Regisseurin hat über die Zeit der Proben hinweg gegen ihren Willen eigentlich als Challenge mit sich selbst, weil sie gegen den Überwachungsstaat war, trotzdem eine Smartwatch getragen als Experiment, wie es ihr damit geht.
00:25:16: Und Tagebuch geschrieben, wie es ihr selbst Bild beeinflusst, dass sie sich diesem System der Überwachung unterwirft für eine gewisse Zeit.
00:25:27: So, und dann habe ich, ich habe dann Matthias bei den Promen besucht und dann, oh nein, ich hatte eine Smartwatch an und ich war sofort unten durch.
00:25:38: Ja, ich habe auch, weil ich damals noch naiv war und ich wusste, wie die Vorurteile so gelagert sind, den Fehler gemacht, bevor du überhaupt erschienen bist zu erzählen, dass du aus der Werbung bist.
00:25:49: Ja.
00:25:49: Du warst eigentlich schon durch, bevor du mit deiner Smartwatch angefackelt kamst.
00:25:56: Und ich hatte damals die Smartwatch, weil ich ja eine Applation am Herzen hatte.
00:26:00: Und für alle, die das gar nicht wissen, dass es richtig geil für Herzpatienten eine Smartwatch zu haben, weil das eine Art von Schutz auch sein kann.
00:26:09: Also meine kann zum Beispiel ein EKG aufzeichnen und dies relativ genau sogar.
00:26:15: Also mein Kardiologe hat mir damals gesagt, hol dir die Smartwatch, das wird ein bisschen mehr.
00:26:20: Normalität wieder ins Leben bringen.
00:26:22: Auch durch den psychologischen Faktor, das einfach zu haben.
00:26:26: So und ich fand es krass unverschämt.
00:26:30: Also hätten die gefragt oder man wäre in ein Gespräch reingegangen und es wäre irgendwie entspannt gewesen, dann wäre ich super locker gewesen.
00:26:38: Aber das Ding war, die haben die ganze Zeit belehrt.
00:26:42: Ich weiß noch, die eine hat mich belehrt, ob mir eigentlich klar ist, was ich da an meinem Handgelenk trage.
00:26:47: Oh Gott, ich weiß wer.
00:26:49: Ja, ja.
00:26:49: Und ich habe mir gedacht, ja und ich habe mir dann gedacht, Mädel, du hast gerade gar kein Plassenchimmer, was ich für eine Zeit durch habe und ich wollte auch nicht reden, weil sie war nur am Beleeren.
00:27:00: So und weißt du, was sie hatte in ihrem Beleeren?
00:27:02: und deswegen meine ich, ich weiß, dass das ein bisschen auswendig gelernt ist.
00:27:06: Sie hatte eine enorme Eloquenz und diese bestimmten Versatzstücke, die angelesen sind, aus einer eben auch wirklich sehr wortschatzreichen Literatur, die genau analysiert, wie die Moral der Welt so läuft.
00:27:19: Und manche Leute lesen das, um es als Währung im Portemonnaie zu haben, um damit zahlen zu können, dass sie dir beim Belehern ihren Kontostand zeigen durch diese auswendig gelernten Versatzstücke.
00:27:31: Schau, was ich für eine Substanz habe, für ein Kapital habe, von dem ich meine Belehrung gerade bezahlen kann.
00:27:37: Ich habe das alles gelesen.
00:27:38: Und die wichtigsten Formeln auswendig gelernt.
00:27:41: Und die sind nicht kurz.
00:27:43: Manche davon sind lang.
00:27:44: Ja.
00:27:45: Ich mache mal die ersten Sprachen eigentlich rein.
00:27:47: Okay.
00:27:48: Hallo ihr zwei, wir sollen uns kurz fassen.
00:27:51: Meine These ist, dass zu viel Moral dafür gesorgt hat, dass jetzt ganz viel Unmorale schwert.
00:27:59: Tschüss.
00:28:00: Erst mal hervorragend den Auftrag erfüllt sich kurz zu fassen und sie bringt auf den Punkt, was mich an diesem Thema reizt und antreibt, dass ich da was knacken will.
00:28:10: Was ist es genau?
00:28:11: Na ja, wir scheinen ja nicht allein zu sein, so klingt ihre Nachricht, damit, dass wir beobachten, dass es viel trotz gibt, dass man eine Trotzreaktion auf die vielen Belehrungen hat.
00:28:22: Das geht, glaube ich, sehr, sehr vielen so.
00:28:24: Der Anspruch, moralisch zu sein und dann auch anderen das zu zeigen und andere eben in die richtige Richtung zu bewegen und zu sagen, sei mal moralischer, du bist nicht moralisch genug.
00:28:35: Diese Gesamtstimmung, die macht uns ängstlicher, gehämter, enger, vorsichtiger.
00:28:41: Auf der einen Seite.
00:28:42: Und auf der anderen Seite gibt es Leute, die aus dem gleichen Grund sagen, nö, dann scheiß ich drauf.
00:28:47: Dann ist mir jetzt egal, ob ich dieses Spielchen mitspiele und moral als Status und als Währung und so habe, dann habe ich halt null.
00:28:55: Dann sage ich jetzt das erste Beispiel, das mir einfällt, dass sich jemand wirklich vor eine Kamera setzt und sagt, your buddy, my choice.
00:29:03: Also dein Körper, meine Entscheidung.
00:29:05: Als Umkehr von My Body, My Choice im Zuge der Frauenrechtsbewegung.
00:29:09: Als Roe v. Wade-Abtreibungsrechte in den USA gekippt wurden.
00:29:14: Und das ist sogar noch ein relativ harmloses Beispiel.
00:29:16: Jetzt passieren ja gerade Dinge.
00:29:18: Also diese Woche wurde eine Frau einfach erschossen.
00:29:21: Renee Good von einem Eisterroristen.
00:29:25: Und das wird von der Regierung sanktioniert.
00:29:27: Die sagen, das war absolut in Ordnung so.
00:29:30: Und so was weißt du, warum mir das manchmal ein Bedürfnis ist, darüber zu reden und auch heute diese Folge zu machen?
00:29:35: Wir sind uns ja einig, dass die meisten Menschen von sich selber glauben, sie wären gerade moralisch im Recht.
00:29:42: Selbst wenn sie in den Augen der anderen Seite die absolute Katastrophe machen.
00:29:48: Aber hier haben wir Beispiele, wo ich mir das anschaue, die Kommunikation anschaue und mir denke, die können nicht glauben, sie wären im Recht.
00:29:55: Die können doch unmöglich.
00:29:57: Wie soll das gehen?
00:29:59: Es muss doch diese Erkenntnis geben.
00:30:01: Ich stelle mir das so vor, es gibt diesen Sketch von Mitchell & Webb.
00:30:04: Ich hänge den in die Show Notes.
00:30:06: Ich finde den so gut.
00:30:07: Der bringt wirklich was auf den Punkt.
00:30:09: Da sitzen zwei SS-Soldaten Ende des Zweiten Weltkriegs.
00:30:13: Und der eine schaut den anderen ein bisschen zu lange an und stellt fest, wir haben einen toten Kopf auf unserer Mütze.
00:30:20: Sind wir die Bösen?
00:30:24: Also manchmal ist es wirklich so, dass ich bestimmte Taten und Verhaltensweisen beobachte und mir denke, es sprengt die Grenzen meiner Vorstellungskraft, dass ich mich berechtigt fühlen würde, dass ich mich auf der richtigen Seite fühlen würde, wenn ich die wäre.
00:30:40: Und ein Punkt, an den ich seit ich dich kenne, immer mal wieder mit dir geraten und der mich völlig fasziniert an dir, ist, dass ich unsicher bin, ob du das auch hast.
00:30:50: Du mag eventuell ihres bist du der einzige Mensch, den ich jemals kennengelernt habe, dem es nie so geht.
00:30:59: Aber was genau?
00:31:00: Ein Mensch, der nie, niemals in die Situation gerät, sich moralisch abzugrenzen und zu sagen, ne, das kann ich nicht nachvollziehen.
00:31:10: So was ich gerade beschrieben habe, sondern du behältst dir immer in einhundert Prozent der Fälle, bei Neugierig zu bleiben.
00:31:20: Wie kann die Person dahin gelangen, es vor sich selbst zu rechtfertigen?
00:31:24: Ja.
00:31:25: Das ist eine Superkraft.
00:31:26: Ich kenne niemanden, bei dem das auch so ist.
00:31:29: Und es kann einen auch übrigens... Aber
00:31:30: das ist ein Schutz Matthias.
00:31:32: Ah,
00:31:33: das ist interessant.
00:31:34: Ich wollte nämlich gerade sagen, es kann manche Menschen nämlich auch... aufregen.
00:31:38: und wenn ich gerade ein bisschen gestresst bin, dann geht es mir auch manchmal so, dass mich das an dir aufregen, dass ich eigentlich nur mich kurz mit dir verbinden will.
00:31:45: Wir sehen das doch gleich, oder?
00:31:46: Und von dir kommt nicht, ja, ich sehe das auch wie du, sondern von dir kommt, hm, das muss man so sehen.
00:31:51: Man muss auch darauf achten und ich habe hier mir etwas angeschaut.
00:31:54: Ich höre mir an, was du dir da angeschaut hast und habe den typischen moralischen Reflex.
00:31:59: Iris, was du dir da angeschaut hast, ist aus einer ganz schlimmen Ecke.
00:32:03: Und du sagst, ja, ich verinnerliche es ja auch nicht.
00:32:06: Ich adaptiere ja diese schlimme Ecke nicht.
00:32:08: Aber es interessiert mich.
00:32:09: Es interessiert mich, woher das jetzt kommt.
00:32:12: Weißt du?
00:32:13: Das kann einen richtig sauer machen.
00:32:16: Und es tut mir richtig gut und es interessiert mich brennend, was du mir jetzt erzählen willst, wenn du sagst, das ist Schutz.
00:32:22: Was findest du?
00:32:24: Dass ich nicht so überemotionalisiert bei den ganzen Nachrichten voll dabei bin, sondern dass ich immer noch versuche, einen ruhigen Modus zu haben und einen klaren Kopf zu behalten, weil ich finde es echt schwer, in der heutigen Zeit einen klaren Kopf zu behalten.
00:32:38: Ich
00:32:38: auch, ja.
00:32:39: Ich krieg das auch mit, so sehr viele Leute mit denen wir zu tun haben, die sind fertig aktuell, die sind völlig gestresst, die kriegen den Job nicht mehr hin, die kriegen Privatleben nicht mehr hin und sagen auch immer, die schlimmen Nachrichten, nun hast du das gesehen, hast du das gesehen und ich denke mir, ja, ich habe alles gesehen, aber es ist wichtig, dass wir einen klaren Kopf behalten, weil ansonsten kommen wir da nicht durch.
00:33:01: Ja, okay.
00:33:03: Und ich kann es von der anderen Seite auch als jemand, der sich dahinein begibt, manchmal bestätigen.
00:33:09: Ich komme an den Punkt, wo ich dann auch sage so, was hat mir das denn jetzt gebracht?
00:33:14: Was ist denn jetzt, also, dass ich mich vergewissert habe, dass ich hier meine Grenze habe und etwas nicht nachvollziehen kann?
00:33:23: Einfach nur moralisch komplett falsch finde oder wie ich es vorhin gesagt habe, anti-moralisch finde.
00:33:28: Habe ich es damit dann verhindert?
00:33:30: Habe ich irgendwas dagegen unternommen?
00:33:32: Nee, ich glaube halt nicht.
00:33:34: Ja
00:33:34: eben, ich auch nicht.
00:33:36: Ich stelle ja nur Fragen.
00:33:38: Werden wir aktuell alle gegeneinander ausgespielt?
00:33:42: Ich wollte es fast mit Ja verantworten, aber lassen wir es bei der Frage.
00:33:45: Und spielen wir eine Sprachnachricht ein?
00:33:47: Oh ja.
00:33:48: Moin ihr zwei.
00:33:49: Ich würde behaupten, es ist einfacher durchs Leben zu streiten, wenn man nicht so krass auf Moralverstellung hat.
00:33:59: Weil für mich persönlich gestaltet sich das manchmal ein bisschen schwer mit zwischenmenschlichen Interaktionen, weil meine Moralverstellung für mich persönlich sehr hart sind.
00:34:08: Ich erlaube mir nur sehr wenig, weil ich weiß, welche Sachen damit zusammenhängen können, wenn man etwas sagt, wie das dann beim Gegenüber ankommen kann.
00:34:19: Zum Beispiel von Diskriminierung gesprochen oder von Tierethik oder generell allen ethischen Themen.
00:34:27: moralischen Themen, weil ich halt auch soziale Arbeit studiere und dadurch, glaube ich, noch mal eine ganz andere Perspektive auf viele Sachen habe.
00:34:34: Keine Ahnung, im Alltag, wenn man irgendwie mal auf Feiern unterwegs ist oder sowas mal nicht wegen.
00:34:39: Ich bin jetzt noch nicht so alt, ich gehe vielleicht nur wieder nochmal auf Partys und dann fällt eine Aussage, die vielleicht pauschalisierend sein könnte oder in einer Art absolut wirken kann oder vielleicht emotional geladen ist und dann... Wünscht sich, glaube ich, das Gegenüber dann öfter mal, dass man vielleicht da auch mitgeht.
00:34:56: Und ich denke mir dann immer so, ja, das kann man jetzt so nicht sagen.
00:35:00: Da hängt mehr mit dran.
00:35:02: Und gleichzeitig denke ich, dann will ich jetzt wieder der Typ sein, der die Moralkeule schwingt und irgendwie aufklärt und so weiter.
00:35:07: Ich will vielleicht auch einfach mal den Arm genießen, mir ein hinter die Binde käppen und Spaß haben.
00:35:13: Es kann auch manchmal wirklich nerven.
00:35:15: Auf deiner Seite finde ich es aber auch wieder gut, dass ich moralische Werte habe und versuch das auch meiner Tochter irgendwie mitzugeben, wenn sie dann das dann mal schenkt irgendwann.
00:35:24: Ja, bin da im Zwiespalt.
00:35:26: Ich finde es gut, Moralvorstellung zu haben und ich habe auch Freunde, die Moralvorstellung haben.
00:35:31: Ich könnte mir auch nicht vorstellen, mit Leuten befreundet zu sein, also auf Ernst befreundet, die keine Moralvorstellung haben.
00:35:39: Aber es ist schon anstrengend.
00:35:41: Ich finde es fantastisch an seiner Sprachnachricht, dass man auch wirklich so raus hört.
00:35:45: Wann packst du eigentlich das aus?
00:35:49: Dein moralischen Kompass.
00:35:51: Also wann ist überhaupt der richtige Zeitpunkt dafür?
00:35:54: Und wann bist du einfach nur maßlos genervt und willst jetzt eigentlich gerade gar nicht?
00:35:58: Ja, und er fasst insgesamt auch nochmal ganz gut zusammen, was wir bisher jetzt schon besprochen haben, dass wir alle irgendwie lost sind.
00:36:06: Alle wohl mit einem leicht unterschiedlichen Aspekt, den wir im Fokus haben, aber... in Bezug auf Moral und eine geteilte Moral.
00:36:15: Das ist das Wort für mich Selbstverständlichkeit.
00:36:18: Eine Moral als Selbstverständlichkeit, über die man gar nicht groß reden muss, wo man sich gar nicht gegenseitig belehren muss, weil das völlig klar ist.
00:36:25: Das ist verloren.
00:36:28: Und wir haben, warum ich sage, es ist verloren, klingt ja so nach, früher war alles besser und es gab's mal.
00:36:33: Wir haben einen Artikel, der hat mir wirklich wahnsinnig gut gefallen.
00:36:38: Und die Augen geöffnet hat mich richtig abgeholt.
00:36:41: Der ist uns von euch ins offene Google-Dokument gesetzt worden.
00:36:45: Kommt in die Show-Notes, also nicht nur der Artikel von The Atlantic selbst, sondern auch wieder der Link zum offenen Google-Dokument.
00:36:50: Wenn ihr euch manchmal überlegt vor einem Thema, was könnte man dazu beitragen, Fragen schon mal vordenken oder so, das ist so hilfreich da schon mal zu lesen, was da teilweise zusammengetragen wird.
00:37:00: Jetzt eben auch wieder.
00:37:02: Und dieser Atlantic Artikel, der hat mich vor allem auch mit Blick auf Trump so abgeholt, weil er mir das gibt, was ich brauche, dass wir uns erst mal am Anfang darauf einigen, ja natürlich ist er anti-moralisch.
00:37:17: Natürlich macht er das, was er macht, mit extremer Bosheit.
00:37:22: Aber warum gefällt das so vielen Menschen?
00:37:25: Und dann kriegt er es hin, mich auf die Reise mitzunehmen.
00:37:29: Das gab es wirklich mal.
00:37:31: wovon ich sprach, die selbstverständliche Moral in der Antike schon.
00:37:34: Da hätte das für Menschen gar keinen Sinn gemacht, sie zu fragen, was ist für dich dein persönlicher Sinn des Lebens?
00:37:41: Wie funktioniert dein moralischer Kompass?
00:37:43: Das war völlig klar.
00:37:44: Man hatte bestimmte Rollen, bestimmte Lebensbereiche, in die man zum Teil hineingeboren wurde, zum Teil auch versucht hat, da hineinzukommen und darin gab es genau einen Sinn und einen Moralsystem.
00:37:57: Du wolltest darin einfach exzellent sein.
00:37:59: Es war klar, was Exzellenz bedeutet, wie man das schafft.
00:38:02: Der Vergleich wird gemacht mit Sport.
00:38:04: Wenn du wirklich gut Sport machst, dann ist dein Ziel in dem Moment der Ball und das Tor oder was auch immer das für ein Sport ist.
00:38:11: Aber nicht der Pokal und nicht die Millionen.
00:38:14: Du spielst das Spiel.
00:38:15: Größer und komplexer muss es nicht werden damals.
00:38:19: Und dann wird das Ganze dahin geführt, dass es einen Wendepunkt in unsere Geschichte gab, nämlich die Aufklärung.
00:38:25: Moment, Moment, aber du hast ja zum Beispiel auch vorher die Religion gehabt.
00:38:28: Ja, ja, genau.
00:38:30: Über die geht es als Zwischenstation, dass dieses Projekt kollektive moral gescheitert ist im siebzehnten Jahrhundert in den Religionskriegen, auf die ja dann aber die Aufklärung eine Antwort war.
00:38:40: Also die Aufklärung hat ja dieses Desaster sich angeschaut und gesagt, okay, wir töten uns jetzt alle gegenseitig, wenn wir wirklich Gott zum moralischen Maßstab für uns alle machen.
00:38:52: Ich habe hier ein kleines Beispiel, was ich dazwischen schieben will aus dem echten Leben.
00:38:56: Ich war ja auf einer Mädchenschule, auf einer katholischen und danach war ich auf einer staatlichen Schule und habe da mein Abi gemacht.
00:39:03: Ich habe einen Kulturschock gehabt auf der staatlichen Schule.
00:39:06: Das war wirklich so auf der Mädchenschule.
00:39:08: Wir waren alle so brav.
00:39:10: Und wir haben so einen Zusammenhalt gehabt, als wir die Live-Show hatten, weil die halbe Gang war ja irgendwie dort, ne?
00:39:16: Ich hab die ewig lange nicht mehr gesehen und die fanden es halt voll cool und das ist halt Mädchenschule gewesen, ne?
00:39:21: Und warum?
00:39:22: Es war tatsächlich die Religion so, ne?
00:39:25: Also ich hab's gehasst, aber auf der anderen Seite hat's uns immer verbunden.
00:39:29: Also es war, wir hatten so alle gemeinsame Werte.
00:39:33: Es ging immer um, wir müssen alle miteinander verbunden sein.
00:39:37: Man soll nicht morben, man soll dies und jenes.
00:39:40: Also wir durften zum Beispiel kein Kaugumie kauen, du durftest nicht zu anzüglich gekleidet sein.
00:39:44: Also es gab sehr viele Regeln, die wir befolgen mussten.
00:39:47: Aber auf der anderen Seite, da war ganz viel Nähe, ganz viel untereinander.
00:39:54: Und als ich dann auf der staatlichen Schule war, war das komplett weg.
00:39:58: Also jeder war irgendwie so für sich.
00:40:00: Es waren teilweise sehr schlechter Umgang untereinander.
00:40:04: Und ich kam gar nicht klar.
00:40:06: Ich habe so viel geschwänzt, weil ich überhaupt nichts damit zu tun.
00:40:09: Und ich habe in der Mädchenschule nie geschwänzt.
00:40:11: Ich war immer da, weil ich wusste, ich habe ja auch irgendwie einen Auftrag zu erfüllen für die anderen.
00:40:15: Weißt du?
00:40:16: Und jetzt wieder zurück zu diesen The Atlantic Artikel.
00:40:19: Ich wollte nur irgendwie so ein fassbares Beispiel mal dazwischen reinbringen.
00:40:25: Aber jetzt zurück zur Aufklärung, Matthias.
00:40:27: Ja, dein Beispiel hat es genau beinhaltet, das, was euch da zusammengeschweißt hat, war ja, dass ihr einem moralischen Code folgen konntet, ohne ihn an vielen Stellen überhaupt zu hinterfragen und hinterfragen zu dürfen.
00:40:40: Es galt einfach folgen.
00:40:42: Ein bisschen blind
00:40:44: folgen.
00:40:44: Ja, und gemeinsam leiden jeden mit von den Gottesdienst.
00:40:48: Ja.
00:40:49: Und das hat die Aufklärung beendet.
00:40:51: Die Aufklärung hat gesagt, Gott ist tot und wir ersetzen jetzt Gott.
00:40:54: durch Vernunft.
00:40:55: Denken doch mal nach.
00:40:57: Und auf einmal lastet die komplette Verantwortung für die Moral beim Individuum.
00:41:03: Wenn jeder Mensch anstelle des Folgens das Nachdenken haben muss, dann ist einfach nicht so gut garantiert, wie unter dem Folgen oder unter Gott oder unter einer Religion, nicht so gut garantiert, dass alle beim Nachdenken zum selben Schluss kommen.
00:41:20: Und deswegen sind alle ein bisschen los und wir versuchen uns über dieses Nachdenken.
00:41:26: und ich komme zu dem Schluss und für mich ist der Aspekt wichtig.
00:41:28: Da versuchen wir uns seitdem aneinander zu orientieren und abzufragen.
00:41:33: Siehst du das auch so wie ich?
00:41:35: Ich habe den Artikel gelesen, ich habe das Buch gelesen.
00:41:37: Daher kommen diese Belehrungen.
00:41:40: Das sind eigentlich verzweifelte Griffe nach Orientierung, denn ich bin sonst ein bisschen allein, wenn nur ich mich mit meinen Schlüssen.
00:41:49: Das ist exakt das, was ich vorhin gesagt habe.
00:41:51: Ich schaue mir die Welt an, ich schaue mir Ereignisse an und ich brauche dann manchmal so ein Gespräch mit dir zum Beispiel, in dem mein Wunsch eigentlich ist, dass du mir gibst, was der Atlantic Artikel mir am Anfang gibt, mich zu bestätigen, dass etwas tatsächlich Böse ist.
00:42:04: Ja.
00:42:05: Und dann erst zu sagen, okay, gucken wir doch mal, woher das Böse kommt und ob die Bösen selber glauben, sie wären Böse.
00:42:11: Aber eigentlich ist doch auch die Welt da durch.
00:42:13: Jetzt wird es voll philosophisch.
00:42:15: Ach, jetzt erst mal.
00:42:16: Aber viel interessanter geworden.
00:42:18: Guck mal mit der Kunst und so.
00:42:19: Davor war halt alles ein bisschen mehr einheitsprei und jetzt ist das alles ein bisschen spannender.
00:42:23: Gebe ich dir echt recht.
00:42:24: Und ich
00:42:25: finde auch, wir leben in den spannendsten Zeiten überhaupt.
00:42:27: Oh ja.
00:42:28: Wenn man es hinkriegt, wirklich völlig moral befreit darauf zu schauen, dann ist das alles super, super spannend.
00:42:34: Na klar.
00:42:34: Ich
00:42:34: versuch das momentan, sonst komme ich nicht klar.
00:42:36: Also ich glaube, wenn ich jetzt jeden Tag... Erst mal einordnen muss alles und dann sage, das ist gut, das ist böse.
00:42:44: Die sind böse.
00:42:45: Ich bin gut, ich kann das nicht machen.
00:42:46: Ich würde nicht meinen Leben hinkriegen
00:42:49: mehr.
00:42:49: Aber
00:42:50: wie bist du jetzt dazu gekommen, dass du Trump am Ende doch gut findest?
00:42:53: Ja, sag mal.
00:42:56: Tue ich nicht.
00:42:57: Ich kann nach dem Artikel deutlich besser verstehen.
00:43:01: Da sind einfach ein paar Formulierungen drin, wo ich dachte, oh, das ist es natürlich.
00:43:06: Ganz simpel runtergebrochen.
00:43:08: Es gibt einfach viele Menschen, die lieber folgen als zu denken.
00:43:11: Und es klingt jetzt, als würde ich das werten.
00:43:13: Nein, das ist das, was der Artikel mir gegeben hat.
00:43:16: Ich kann es nachvollziehen.
00:43:17: Das passt zu meinem Take für die Folge, den ich habe.
00:43:20: Die Menschen sind gar nicht wirklich unmoralisch.
00:43:23: Viele nicht.
00:43:24: Die sind einfach nur gern entlastet.
00:43:26: Ja, genau, richtig.
00:43:27: Die sind so dermaßen gestresst von dem Ganzen und das ist für die so krass anstrengend und viel.
00:43:33: Ja.
00:43:34: Und ich zähle mich leider in manchen Sachen dazu, wo ich merke, ich kann das nicht, ich komme komplett, ich zerfalle.
00:43:41: Ja.
00:43:43: Und dann habe ich für mich irgendwie die Regel aufgestellt, dass ich halt im Privaten... Gut, versuche mit den Leuten umzugehen, wie definiere ich mein Gut?
00:43:49: und das muss ich aber nicht die ganze Zeit nach außen tragen.
00:43:52: Ich handle einfach danach.
00:43:53: Ja, so mache ich es für mich weitgehend auch.
00:43:55: Also für mich, diese Selbstverständlichkeit, von der ich vorhin gesprochen habe, die in der Antike noch so war, du wolltest einfach Exzellenz sein in dem, was du tust.
00:44:02: Ich würde von mir behaupten, dass ich das noch habe.
00:44:05: Irgendwie habe ich das.
00:44:06: Was genau, deine Exzellenz oder
00:44:08: was?
00:44:08: Ja, für mich zählt der Ball, Iris.
00:44:11: Mir ist wirklich egal, einen Pokal zu gewinnen.
00:44:14: Ich will ein Tor schießen.
00:44:16: Das ist mein Alltag.
00:44:17: Versteht man das Bild?
00:44:18: Du willst zum Beispiel gut in Diskussionen sein, im Austausch, in Verbindung bleiben.
00:44:23: Ja,
00:44:24: anderen zuhören, was sie brauchen, kann ich es geben, will ich es geben.
00:44:27: Was haben wir dann alle davon, wenn ich es tue?
00:44:30: Nicht nur ich.
00:44:31: Das meine ich.
00:44:31: Ja, das ist mein Verständnis von Exzellenz.
00:44:34: Ich habe mir die Woche ja auch diese ganze Diskussion wegen der Vulkangruppe angeguckt.
00:44:39: Es ist ja eher meine Bubble, muss ich einfach so sagen, ne?
00:44:43: Ich bin ja eher so in der Kulturbubble drin.
00:44:44: Ach so,
00:44:45: ich dachte in der Linksextremen.
00:44:47: Das ist wieder da.
00:44:51: Nee, aber so.
00:44:53: Ich dachte mir, huch, also da ist schon sehr viel Sicherheit über einen Sachverhalt, das wir doch gar nicht Bescheid wissen können.
00:44:59: Wir haben gar nicht die Infos dafür.
00:45:01: Ja,
00:45:01: wir alle.
00:45:02: Also jetzt in der gesamten Gesellschaft.
00:45:03: Egal in welche Richtung.
00:45:04: Ja, bei ganz vielen auch gegenwärtigen Themen, wenn man eben nicht so ein glasklares Video aus mehreren Winkeln hat, dass man sich wirklich sicher sein kann, dann glauben Menschen gerne, was sie glauben wollen.
00:45:15: Na klar.
00:45:16: Ja.
00:45:17: Dann mach ich mal die nächste Sprache nach euch dran.
00:45:19: Hallo, also zu der Thematik Couple of Morals bzw.
00:45:21: auf Deutsch Moral.
00:45:23: Ist mir eine ziemlich coole Frage eingefahren, welches mein Bruder mal in eine Runde gejobte, als wir mit so ein paar Freunden unterwegs waren.
00:45:29: Ich dachte, ich teile das mit der Community, weil das ziemlich nette Gespräche einfach vorgebracht hat.
00:45:34: Und die Frage war,
00:45:36: wonach
00:45:36: entscheidet sich denn, was als moralisch gut
00:45:39: gilt?
00:45:40: Ist es die Intention
00:45:41: der Person,
00:45:42: bei dem was er tut?
00:45:44: Oder ist es einfach nur das Ergebnis der Handlung, also die Outcome?
00:45:49: Und interessant zu beobachten war, dass voll viele Menschen sich direkt, als sie die Frage gehört haben, sich schon für eine Seite entschieden haben, also für eine Antwort, welches sie davon wählen.
00:46:00: Aber man gemerkt hat, je länger wir darüber reden und je mehr Leute einfach hier eine Meinung teilen und Perspektiven und man einfach mehr darüber, die eine Frage nachdenkt, Es ist dann doch so, dass man sich selber eine Frage gestellt hat und man gemerkt hat, es ist gar nicht so leicht, das zu beantworten.
00:46:14: Hast du das nicht sogar irgendwann mal erwähnt, die Frage?
00:46:16: Am Ende von Couple of Moods, ja, weil ich die auch sofort gut fand, die stand nämlich auch im Google-Dokument, die kamen von jemanden von euch.
00:46:23: Und da war es aber der Fokus, wonach willst du lieber beurteilt werden, nach deiner Intention oder nach dem, was dabei rauskommt.
00:46:30: Und jetzt hier diese Frage nach der Moral, woher nimmst du sie eigentlich?
00:46:34: Find ich schon sehr gut.
00:46:35: Also wenn ich von mir behaupte, ich hab sie... quasi selbstverständlich, ich denke gar nicht so viel jetzt darüber nach, müsste ich vielleicht mal.
00:46:43: Aber es ist anstrengend.
00:46:44: Ich denke mal sehr gern darüber nach, wie verhandeln wir eigentlich moral?
00:46:49: Und ich finde es verspannt, dass sie sagt, okay, die stellen sich auf eine WG-Party diese Fragen.
00:46:55: Und dann geht es ja auch wirklich darum, wer hat einen guten Take?
00:46:57: Ich denke mal ganz oft darüber nach, früher waren halt so Kneipenschlägereien, da hat man moral verhandelt, wenn eine Scheiße gelabert hat, hat er einfach auf die Fresse bekommen.
00:47:08: Das war Moralverhandlung.
00:47:10: Das ist deine Vorstellung.
00:47:11: Das
00:47:12: ist die einfache Moralverhandlung.
00:47:16: Und jetzt denke ich, wir brauchen...
00:47:17: Jetzt passiert das verbal, leider.
00:47:18: Ja, wir müssen das jetzt wieder innovativer gestalten.
00:47:21: Und ich glaube, so ein Debattierclub wäre irgendwie ganz geil.
00:47:25: Der Debattierclub
00:47:25: ist die neue Kneipenschlägerei.
00:47:27: Ich würde so eine Debattierkneipe aufmachen.
00:47:30: Ich hätte da wirklich Lust drauf.
00:47:31: Das wäre echt ein Traum.
00:47:34: So was, aber solche Sachen brauchen wir eigentlich vermehrt, weil das gucken wir uns gerne an, finden wir spannend.
00:47:40: Ja, die Zeiten ändern sich da auch.
00:47:43: Wie würdest du sagen, wo kommt deine Moral her?
00:47:45: Ja, das ist das.
00:47:46: Ich bin noch nicht sicher.
00:47:47: Ich muss es für mich mal ein bisschen erforschen.
00:47:50: Ja, zum Beispiel Christian, als wir uns letztens getroffen haben, Ende letzten Jahres von Psychologie to Go, der hat mir ein Gedankenexperiment erzählt, hat dich noch nie gehört.
00:47:57: Ganz simpel, ein Soldat steht vor drei Personen, nämlich vor einem König.
00:48:02: vor einem Priester und vor seinem General.
00:48:06: Und alle drei sagen ihm, hey Soldat, gehorche mir, und der König rechtfertigt es so.
00:48:11: Ich bin halt der König, du tust was ich sage, weil ich habe alle Macht, töte die anderen beiden und ich bleib übrig.
00:48:17: Der Priester sagt ihm, ich vertrete hier den Willen Gottes, du tust was ich dir sage, das ist höher als alles was Menschen dir sagen können, töte die anderen beiden und lass mich am Leben.
00:48:27: Und der General sagt ihm, Egal was der König und was der Priester dir sagen, ich bin dein direkter Vorgesetzter.
00:48:33: Du gehorchst Befehlen und ich sage dir, töte die anderen beiden.
00:48:36: Und Christian wollte von mir wissen, was ich glaube, wie der Soldat entscheidet und warum.
00:48:40: Was denkst du?
00:48:41: Ich würde gern wissen, was du geantwortet hast.
00:48:43: Ich habe gesagt, kann der Soldat Rückfragen stellen, wer ihm am meisten Geld bezahlt.
00:48:47: Oder unter welcher der drei Machtherrschaften der Soldat es dann am besten haben wird, kann er versuchen, sowas abzuklopfen.
00:48:56: Aber gut, das habe ich dann fein gelassen, weil das macht man gerne bei Gedanken-Experimenten nochmal so, es die Prämisse zu erweitern, um es sich leichter zu machen.
00:49:02: Das ist ein bisschen Fuschen.
00:49:04: Also habe ich mich erst mal auf den General festgelegt, weil das mein Bild vom Soldaten ist, der folgt halt seinem direkten Befehlshaber.
00:49:11: Kann ich auch einfach sagen, macht das doch unter euch aus?
00:49:17: Du hast jetzt gerade gedacht, du bist der Soldat und du musst eine Entscheidung treffen und du entziehst dich einfach komplett der Situation.
00:49:27: Aber sagt auch wieder ein bisschen, was wie man so generell mit dem ganzen Thema umgeht, weil ich entzieh mich ja wirklich auch
00:49:32: oft.
00:49:32: Ja, es ist wirklich ein Blick in den Spiegel.
00:49:35: Das ist das, was dieses Gedankexperiment eigentlich will, dass du anhand deiner Antwort Mal guckst, was hast du eigentlich für ein Moralsystem, wenn es nicht aus dir selbst kommt?
00:49:46: Was ist dann für dich die zuverlässigste Quelle?
00:49:48: Ist es was Göttliches, was Institutionelles, was Strukturelles in deinem Alltag, was Praktisches?
00:49:54: der General oder wie in deinem Fall der komplette Entzug?
00:49:58: Lass mich alle in Ruhe.
00:49:59: Ich würde wahrscheinlich einfach mich ausziehen.
00:50:13: Was ist das denn?
00:50:19: Ich bin doch keine Soldaten.
00:50:21: Ach, du willst die Uniform ausziehen?
00:50:23: Ja, aber gut, das machen wir.
00:50:25: Ich hab gedacht, du stehst da
00:50:27: und sagst, ihr
00:50:28: seid für mich nicht König, General und Priester, ihr seid ONLY FANS.
00:50:32: Schaut mich an, ich seh mich
00:50:34: aus.
00:50:36: Okay, ich verstehe was zu sagen.
00:50:37: Wann war denn die nächste?
00:50:38: Ja.
00:50:38: Hab jetzt zwar, ich versuch's ganz kurz zu machen.
00:50:41: In einem Gespräch mit einem Kumpel ging es um Feuerwerk und wir sind eigentlich beide dagegen.
00:50:47: Aber bewerten dann den Anschluss unterschiedlich.
00:50:50: Mein Kumpel ist der Meinung, letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden, moralische Vorstellungen von Freiheit und Toleranz.
00:50:56: Und ja, meine Moralvorstellung ist halt eher Schaden von anderen abzuwenden.
00:51:01: Das heißt also Tieren, Menschen, Umwelt etc.
00:51:04: Und das Interessante, finde ich, ist, dass wir zwei legitime moralische Vorstellungen haben.
00:51:10: Und dann ja letztendlich diese Ebene der Ethik mit reinkommt.
00:51:14: Also ist die persönliche Freiheit wichtiger als die der Allgemeinheit.
00:51:19: Das finde ich eigentlich immer spannend, wenn man eben auch versucht andere moralische Vorstellungen zu akzeptieren, aber dann eben im Hinblick auf die Ethik in den Diskurs kommt.
00:51:28: Das beantwortet doch die Frage, die wir vorhin hatten, was wichtiger ist Ergebnis oder Intention.
00:51:32: Findest du?
00:51:33: Sie starten beide mit dem selben Ergebnis, sie sind beide für dasselbe, kommen aber trotzdem in den Diskurs, weil sie aus unterschiedlichen Richtungen mit unterschiedlichen Intentionen dahin gelangen.
00:51:43: Wenn das Ergebnis das Wichtigste wäre, dann bräuchte man ja den Diskurs gar nicht.
00:51:46: Ja, ich fand die Sprana echt so gut, weil sie eigentlich, der hat das super auf den Punkt gebracht.
00:51:51: Ganz oft wollen wir dasselbe denken, aber völlig anders, haben eine andere innere Logik.
00:51:56: Ich sag jetzt immer wieder den Klassiker, aber ich finde so, was bringt uns immer wieder in Verbindung?
00:52:02: Danach immer zu gehen.
00:52:04: Und wie gehst du mit denen, um die sagen, interessiert mich gar nicht in Verbindung zu gehen?
00:52:09: Ich frage mich jedes Mal, bei den Leuten, die so ein ganz klares Feindbild haben.
00:52:14: Wie geht es denn dann weiter, wenn du gewonnen hast?
00:52:17: Also, das macht keinen Sinn.
00:52:19: Ich verstehe das nicht.
00:52:21: Das Spiel muss ja irgendwie weitergehen.
00:52:22: Du kannst jetzt zum Beispiel nicht irgendwie... Deutschland ist ein bisschen gespalten.
00:52:27: Du kannst ja nicht die eine Hälfte dann sagen, jetzt sei dir fertig.
00:52:31: Also du musst auch weiter mit denen.
00:52:34: Interagieren.
00:52:35: wie soll das funktionieren?
00:52:36: deswegen bin ich da immer so ein bisschen skeptisch.
00:52:38: ist das ist so gut dass du das noch mal auf das unendliche spiel.
00:52:41: es geht doch weiter nachdem du die eine seite besiegt hast.
00:52:45: darauf längst denn das war sich mit dieser ganzen sache doch heute erreichen wollte.
00:52:49: über moral zu reden war doch ein befreiungsschlag und war doch irgendwie wieder eine hoffnung zu kriegen in der zeit in der wir uns umschauen und sagen okay moral entweder mega anstrengendes thema oder wir sehen.
00:53:01: Wer keine Moral hat, wer sogar anti-moralisch ist, ist extrem erfolgreich.
00:53:05: Kommt an die Macht, setzt sich durch, es gilt das Recht des Stärksten.
00:53:08: Das sind die Zeiten, in denen wir leben.
00:53:10: Da kann man wirklich ins Zweifeln an Moral kommen.
00:53:13: Aber wir erleben das doch auch permanent im Klein.
00:53:15: Guck mal, wie viele Menschen erleben das im Job.
00:53:17: Wir haben das auch ganz oft erlebt.
00:53:19: Du zeigst Kooperationsbereitschaft, weil du Lust hast auf ein tolles Projekt, auf das Ergebnis, dass es entspannt ist, entlastet, wenig Stress.
00:53:28: Und dann denkt sich die andere Person, oh, ihr seid so dermaßen naiv.
00:53:31: Ich bereiche mich jetzt wirklich.
00:53:33: Ja.
00:53:34: Ja.
00:53:35: Und damit wünsche ich euch einen schönen Morgen.
00:53:36: Nein!
00:53:36: Nein, nein, nein!
00:53:40: Wo wolltest du darauf hin, dass sich Moral doch weiterhin lohnt?
00:53:43: Ja, es gibt auch wieder einen Artikel, der von euch kommt, der im offenen Google-Dokument ist und den wir euch in die Schaumnot setzen, wo es genau darum geht, dass Moral sich eben sehr wohl lohnt und zwar auf das wirklich unendliche Spiel, auf das lange Spiel, evolutionär betrachtet.
00:53:57: Im Grunde geht es darum, es überlebt der netteste.
00:54:00: Das ist in der Evolution passiert, weil wir nie alleine aus persönlicher Kraft überlebt haben, weil wir in unserer eigenen Lebensspanne ein super guter Diktator waren und dann die Welt nach unserer Vorstellung geprägt haben.
00:54:13: Das ist immer untergegangen.
00:54:15: Und was wirklich sich langfristig durchgesetzt hat, war Kooperationsbereitschaft.
00:54:20: Deswegen ist Homo sapiens durch Kooperationen evolutionär weiter.
00:54:25: Als andere Affenarten, die natürlich wahnsinnig viel Muskeln haben, aber die nach einem Moralkodex aus unserer Sicht zumindest nicht besonders entwickelt sind, die wirklich sehr nach den eigenen Grundbedürfnissen handeln.
00:54:38: Ich will fressen, ich will schlafen, ich will sex, ich will hinter Boss sein.
00:54:41: Also kurz gesagt, wir werden als Menschheit die Affen, die da gerade alles an sich reißen, schon überleben.
00:54:47: Boah,
00:54:47: ich glaub so.
00:54:48: Kakadus.
00:54:50: Und ich habe gerade alle mit den Vogelarten in meinem Kopf.
00:54:55: Ob die moralischer sind?
00:54:56: Ja,
00:54:56: die haben kommen, die sind voll miteinander vernetzt.
00:54:59: Weil der Artikel nämlich auch ein bisschen die These aufmacht, dass das, was den Menschen vom Tier generell, also auch vom Kakadu unterscheidet.
00:55:06: Die teilen
00:55:06: sich hier Essen.
00:55:07: Ja.
00:55:08: Die klauen gemeinsam Teilen des und dann essen die das zusammen so.
00:55:12: Also Weltherrschaft eben nicht von KI, um wieder auf den Anfang zurückzukommen, sondern von Kakadus.
00:55:18: Genau.
00:55:19: Was hast du für eine Sage dabei?
00:55:20: Eine, die ein wirklich gutes Beispiel ist für dieses nicht hinterfragte, selbstverständliche Moralsystem in der Antike, was wir heute fast schon nicht mehr nachvollziehen können.
00:55:31: Da spielen Werte eine Rolle.
00:55:33: Ich kann das nicht fühlen, gar nicht.
00:55:35: Der Trojanische Krieg ist vorbei.
00:55:37: Die Griechen haben gewonnen.
00:55:38: Achilles ist einer der Helden, die gestorben sind.
00:55:41: Achilles-Werser und so, das habe ich alles woanders schon mal erzählt, ist deshalb wichtig, weil sie alle abreise bereit sind, die Schiffe sind fertig.
00:55:48: Und da steigt der Geist von Achilles an seinem Grab noch mal hoch und sagt, ich möchte noch was haben.
00:55:55: Als letzte Ehre im Tod gibt mir Pollyxena, die Prinzessin von Troja.
00:56:00: Ihr habt die gefangen genommen, ihr wollt die hier abtransportieren, ihr wollt sie mitnehmen nach Griechenland.
00:56:04: Nein, bringt sie um, opfert sie mir und gibt sie mir ins Grab.
00:56:07: Das soll meine Frau sein.
00:56:08: Und die Griechen beraten kurz, ob sie das machen sollen.
00:56:11: Pollyxena hat nichts angestellt, sie ist unschuldig.
00:56:14: Aber dass dieser Geist von Achilles das fordert, ist für sie am Ende wichtiger.
00:56:19: Und deswegen entscheiden sie sich dafür, es zu machen.
00:56:22: Und Polyxena, das ist der Punkt, auf den ich da hinaus will, erfährt davon und bittet nicht mal um ihr Leben.
00:56:27: Sie verhandelt noch nicht mal mit diesem Schicksal.
00:56:29: Sie sagt, okay, in einer Version führt sie sogar die Klinge, die Hand mit der Klinge an ihren eigenen Hals und sagt, ja klar, das ist die Moral jetzt hier.
00:56:37: Wenn das euer größter Krieger nach eurem Sieg über uns verlangt, und das spricht sie nicht mal aus, sondern handelt einfach danach.
00:56:43: Und die Griechen segeln ab.
00:56:46: Also kurze Sage, aber ich fand sie auch deshalb geeignet, weil das was vielleicht so ein bisschen idealisiert wird.
00:56:52: Das würde es nicht brauchen.
00:56:53: Ja, weil der Artikel auch oder der Philosoph, um den es in diesem Artikel geht von The Atlantic, der bezeichnet auch die Aufklärung als gescheitertes Projekt, weil sie uns zu sehr zersplittert hat und jetzt jeder seinen eigenen Moral hat und deswegen alle miteinander kämpfen.
00:57:08: Und das hält ein bisschen dagegen, finde ich.
00:57:12: Also, ich muss nicht zu einer kollektiven Moral zurück, wenn sie solche Sagen hervorbringt.
00:57:17: So, die Folge ist vorbei.
00:57:19: Iris, jetzt hör auf, dieses Gefühl zu zerstören.
00:57:22: Ich versuche immer noch irgendwie, die Mission zu erfüllen,
00:57:25: dass
00:57:25: die Folge
00:57:26: uns befreit.
00:57:26: Ich weiß nicht, ich hab das bei dem Thema
00:57:28: nicht.
00:57:28: Und da kriegt dich auch nichts dahin?
00:57:30: Es muss einfach mit mir arbeiten.
00:57:31: Ich merke einfach wirklich Kompetenz in Moralfragen.
00:57:35: Weißt du, ich stehe für Korruption.
00:57:37: Ich finde... Ich will immer so ein bisschen.
00:57:41: Iris, das tust du nicht wirklich.
00:57:44: Du stehst für einen Spaß an korrupten Geschichten, aber selber bist du doch ja gar nicht korrupt.
00:57:50: Du bist korrupt, wenn du Monopoly spielst.
00:57:52: Du bist dann korrupt, wenn es um nicht wirklich etwas geht.
00:57:56: Ja, das stimmt.
00:57:57: Aber sobald es um was Großes geht, bist du so eine ehrliche Haut.
00:58:00: Verkauf dich da doch nicht falsch.
00:58:02: Das macht Spaß, sich falsch zu verkaufen.
00:58:04: Das macht Spaß.
00:58:08: Was hältst du davon?
00:58:09: Das hast du ja vorgeschlagen und das wird es jetzt als nächste Folge machen.
00:58:13: Rappel auf Therapie.
00:58:14: Also was halte ich dann wohl davon, wenn ich das selber vorgeschlagen habe?
00:58:18: Ich finde es doof.
00:58:20: Dann bist du doch geil.
00:58:21: Dann machen wir das als nächste Folge und zwar, ich würde gerne, was mich an der Folge interessiert.
00:58:26: Ich glaube ja, dass sich gerade Therapie so ein bisschen verändert.
00:58:29: Also du hast ja Podcastangebote, du hast ultra viele Möglichkeiten.
00:58:35: die früher gar nicht so da waren, KI-Gespräche damit zu führen.
00:58:39: Ja, wo du dann in die Lage kommst, selber therapieren zu müssen.
00:58:43: Beschäftigt dich irgendwas?
00:58:44: Dann
00:58:44: kann man auf Instagram oder TikTok sehen, wie Therapeuten gegeneinander sich aufhetzen und hier gegeneinander sprechen, sagen, das ist gar nicht gut, das ist
00:58:53: nicht gut.
00:58:53: Falsche Methode.
00:58:54: Ja, das muss man einfach anders sehen.
00:58:57: Ich bin total spannend.
00:58:57: Ich habe nie darüber nachgedacht, dass die sich ja alle untereinander gar nicht einig sind.
00:59:01: Ja, das gibt es wirklich.
00:59:02: Oh, da kenne ich auch Geschichten von meinen Schwestern.
00:59:04: Ja.
00:59:05: Das habe ich mir vor ein paar Jahren gar nicht gedacht.
00:59:07: Ich habe gedacht, die geben sich alle die Hand, die haben also ihre Metoden.
00:59:11: Nee, die sind sich auch nicht einig untereinander.
00:59:13: Und es gibt so viele spannende Geschichten.
00:59:15: Wir haben bisher auch in jeder Live-Show Therapiegeschichten von uns eingebaut, weil die aufschlussreich sind.
00:59:22: Also erzählt uns eure Therapiegeschichten gerne.
00:59:25: So eine Minute, ein bis zwei Minuten per Sprachnachricht an kappeloffunterstrichpodcast auf Insta.
00:59:30: Und wir würden uns freuen, wenn ihr zu unserer Show kommt.
00:59:34: Dafür gibt es auch noch Tickets.
00:59:36: Link kommt in die Shownotz.
00:59:37: Und wir wünschen euch eine schöne Woche.
00:59:39: Bewertet diese Folge heute nicht allzu moralisch.
00:59:43: Danke, ciao
00:59:43: lieb.
00:59:44: Ciao lieb.
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