Buchen Sie jetzt über Seven.One Audio eine Host Read Ad, gesprochen von Iris und Matthias

Mehr Informationen finden Sie hier!

Therapies – "Alle anderen sind schuld!"

Show notes

Safe Space Couple Of! Willkommen zum ersten nicht-destruktiven Dialog eures Lebens, ihr mediterranen Stinkefische. Hier wird nichts schöngeredet, wir nennen unsere neuen Partner beim Namen: Kevin ist eine Diagnose und Brett ist erklärungsbedürftig. Wir ziehen das unter Glückstränen durch und gehen an die Grenzen der Phantasie. Zum Glück kommt ihr mit, denn euch mangelt es ja auch an Moral! Wir bezeugen Selbstüberschätzungskrämpfe am Schlagzeug und erwägen pädagogische Backpfeifen als bloße Metapher! Die eigenen Kompetenzgrenzen wollen gespürt werden, da hilft keine Schonung. Wir gehen an die gemeinsame Wurzel von Theater und Therapie, ohne unsere Rollen zu übertreiben. Aus ganz wenig machen wir ganz viel und greifen aktiv in unser Schicksal ein, aber hadern dabei mit der Popkultur. Schluss mit Trauer, wir müssen nicht zum eigenen Leid werden, sonst pennt die Therapeutin wieder ein. Lasst uns nicht in Wunden rumpopeln, sondern Rost reinstreuen, Brücken schlagen und unsere Betriebssysteme updaten. Ohne Bewertung! Und nebenbei gibt's Promo-Codes für Pflaster oder so. Aber dafür ist eure Mitarbeit gefragt, lasst euch nicht einfach nur verarzten.

Shownotes

Du möchtest uns eine Sprachnachricht für den Podcast schicken? Folge uns auf Instagram und nutze dort den Chat:

Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos und Rabatte!

Du möchtest Werbung in diesem Podcast schalten? Dann erfahre hier mehr über die Werbemöglichkeiten bei Seven.One Audio!

Show transcript

00:00:00: Ernsthaft, das ist dein Ansatz, dass wir eine Therapeutin brauchen, die bei uns einschläft?

00:00:05: Du bist nicht so besonders.

00:00:24: Hallo, ich bin Iris und ich denke, dass das Wort mediterran nur erfunden worden ist, um ein eklafter Fischgeruch als etwas Schönes zu umschreiben.

00:00:34: Hallo Iris, wir kümmern uns gleich um die Details all dessen, was du da sagst.

00:00:40: Was?

00:00:42: Okay, ich bin der Matthias.

00:00:44: Ich leite die Gruppe hier heute.

00:00:46: Und das ist ein Safe Space.

00:00:48: Ihr könnt alles sagen.

00:00:49: Nichts wird hier bewertet.

00:00:50: Es gibt kein richtig und falsch.

00:00:52: Und wie Iris schon mit gutem Beispiel vorangegangen ist, selbst solche Dinge könnt ihr hier sagen.

00:00:58: Hallo, Matthias.

00:01:00: Stimmt.

00:01:01: Die Begrüßung fehlt auch noch.

00:01:03: Das ist, da kann ich gleich sagen, was du da gesagt hast, Iris, das nennen wir Vermeidungsverhalten.

00:01:09: Ja, dass wir uns irgendein beliebiges Thema suchen, wie z.B.

00:01:12: mediterran und Fischgestank.

00:01:15: Das ist eine olfaktorische Deflektion.

00:01:17: Das hat sehr wenig mit dir und deinen Gefühlen zu tun.

00:01:21: Ich mache es gerade ganz katastrophal eigentlich.

00:01:23: Aber moment, moment.

00:01:24: Darf ich hier drauf eingehen?

00:01:26: Ich vermeide Fisch.

00:01:30: Aber eigentlich halte ich das selber für einen schlechten therapeutischen Zugang, es direkt abzustempeln und irgendwelche Fachbegriffe dann da rumzuschmeißen, sondern eher, ich würde eher fragen, wie du darauf kommst, jetzt darüber zu sprechen, ob es in deiner Kindheit Fisch gab, als du schlecht behandelt wurdest oder so.

00:01:45: Was ist das Bedürfnis, darüber zu reden?

00:01:48: Mir ist es einfach die Woche aufgefallen, dass es Leute gibt, die sagen, boah, hier riecht's mediterran, wenn es einfach absolut stinkt.

00:01:57: Und man umschreibt etwas mit einem schönen Wort, aber in Wirklichkeit ist es einfach nur unangenehm.

00:02:03: Hey,

00:02:03: hast du Lust, darüber die nächste Folge zu machen?

00:02:06: Wie?

00:02:07: Wir

00:02:07: haben uns ja noch keine... Manchmal sagen wir schon vor einer Aufnahme, nächstes Folgenthema könnte ja dann das und das sein, haben wir diesmal noch nicht, aber du inspirierst mich gerade dazu.

00:02:15: Nicht Fisch, nein.

00:02:17: Ich weiß nicht, ob wir darüber mal eine Folge machen können, da müssen wir richtig sammeln, was man darüber alles sagen kann.

00:02:22: Über Kränen haben wir auch schon, warum nicht über Fische?

00:02:24: Nee.

00:02:25: Was hältst du von Couple of Sugarcoats?

00:02:27: Also, dass man etwas...

00:02:28: Schön redet.

00:02:29: Oh ja,

00:02:30: das ist schön.

00:02:30: reden, das finde ich super.

00:02:31: Kennen wir auch, glaube ich, alle zuhauf, begegnet uns in so vielen Bereichen des Lebens, dass man über etwas eigentlich nicht sprechen will, weil es unangenehm ist.

00:02:39: Aber anstatt es dann komplett zu meiden, spricht man in schönerer Sprache drüber.

00:02:43: Schickt uns Beispiele dazu.

00:02:45: oder eure Gedanken, Fragen, Geschichten.

00:02:47: Stichwort

00:02:47: Schönreden.

00:02:48: Als wir unsere Trennung bekannt gegeben haben, da haben noch viele uns geschrieben, ja, ja.

00:02:54: Das sagt ihr jetzt, dass ihr euch gut verstehen

00:02:56: werdet.

00:02:56: Jetzt redet ihr es euch noch schön, ne?

00:02:57: Ja,

00:02:57: genau.

00:02:58: Und wartet erst mal ab, wenn ihr da neue Partner habt und wie die neuen Partner dann sein werden.

00:03:02: Dann gibt

00:03:03: es Probleme.

00:03:04: Dann gibt es richtig viele Probleme.

00:03:05: Jetzt habe ich die Woche ein Foto von uns vieren gepostet.

00:03:09: Wir

00:03:09: hatten halt das erste Mal ein Treffen zu viert.

00:03:12: Zum ersten Mal haben deine Freunden und meine Freundin sich auch getroffen.

00:03:15: Und die kannten sich so vom Hörn sagen schon länger.

00:03:18: Alles war super entspannt.

00:03:19: Aber dann haben wir halt jetzt zu vierten Abend verbracht im Pierre-Bolessal.

00:03:23: Und es war richtig witzig und richtig schön.

00:03:25: Und ich habe ein Foto davon auf Instagram gepostet.

00:03:28: Und ich habe erst gedacht, okay, wie werden jetzt die Leute darauf reagieren?

00:03:31: Aber da gab es so viele schöne Nachrichten.

00:03:33: Ganz viele haben es mir zu morgen genommen.

00:03:35: Es gab drei Sachen.

00:03:36: Erstens, wir sehen uns alle ähnlich.

00:03:39: Das haben viele hinterfragt.

00:03:42: Was ist da los?

00:03:44: Manche haben sich auch gefragt, ob das so die KI-Versionen von uns sind.

00:03:49: Weit deine Freundin ist blond, ne?

00:03:51: Also so ähnlich sehen wir uns jetzt nicht.

00:03:53: Ich finde auch nicht.

00:03:54: Also genauso wie du sagst, mein Freund, sollen wir die Namen eigentlich auch verwenden?

00:03:59: Ne, wir haben beide, bei uns beiden sind die jeweils neuen, mit stigmatisierten Namen oder mit seltsamen

00:04:05: Namen.

00:04:06: Also bei mir habe ich eine Instagram Story gesagt, mein neuer Freund heißt Kevin und ich finde das großartig.

00:04:10: Und er hat selber dann bei diesem Treffen jetzt zu viert im Auto dann erzählt, ich erinnere mich noch immer an den Spiegelartikel, den es mal gab, Kevin ist kein Name, Kevin ist eine Diagnose.

00:04:19: Das hat

00:04:20: er erzählt.

00:04:21: und meine Freundin hat sich als sie mir, als wir geschrieben und uns noch gar nicht getroffen haben.

00:04:26: hat sie gesagt, du bist aber noch nicht bereit für meinen Namen.

00:04:30: Natürlich bin ich bereit für deinen Namen, was soll schon kommen?

00:04:32: Sag, Brett.

00:04:34: Wie das

00:04:34: Brett, also auch so geschrieben, Brett.

00:04:36: Als ich Brett das erste Mal kennengelernt habe, hatte ich ein Brett in der Hand.

00:04:42: Und ich konzlich fassel, weil ich hatte da gerade einen Paxschrank auseinander gebaut und hatte das Brett in der Hand.

00:04:48: und sie stand vor mich so, hallo Brett, ich stell mal kurz das Brett zur Seite.

00:04:52: Und sie hat mir Bretter aus Estland mitgebracht als Geschenk.

00:04:56: Sie kommt aus Estland und da ist das absolut kein ungewöhnlicher Name.

00:05:00: Aber sie ist auch benannt nach einer Figur aus einem Hemingway-Roman.

00:05:03: The Sun Also Rises.

00:05:04: Da gibt es eine Bret.

00:05:06: Ich finde es voll den schönen Namen.

00:05:08: Sie sagt, es ist halt insofern ein schwieriger Name, als er jedes Mal ein bisschen Erklärung und Geschichte braucht, wenn man sich vorstellt.

00:05:15: Was ich jetzt so schön an der ganzen Sache finde, ich hatte diese Instagram-Story gemacht und dann so Fotos davon gezeigt.

00:05:21: Und dann haben halt ganz, ganz viele Leute geschrieben.

00:05:24: Und es gibt jetzt so einen Bereich, wo ich merke, dafür sind wir langsam repräsentativ.

00:05:29: Und zwar, es gibt Leute, die uns schreiben, boah, das ist so schön, grad zu sehen, dass ihr euch gut nach der Trennung versteht und dass ihr das auch mit den neuen Partnern so macht und das ist alles ohne Drama funktioniert.

00:05:40: Und die haben das auch erlebt und die haben das auch so gemacht, hatten aber ein ganz großes Problem mit ihrem Umfeld.

00:05:47: Denen, das zu vermitteln.

00:05:49: Ja, weil das Umfeld die ganze Zeit gesagt hat.

00:05:51: Ihr lügt uns an.

00:05:52: Das geht doch überhaupt gar nicht.

00:05:54: Und das Umfeld wurde unfassbar anstrengend.

00:05:56: Und ganz viele haben sich von ihrem Umfeld distanziert.

00:05:59: Und ich kenne das auch gerade, dass ich mich von meinem Umfeld ein bisschen distanziert habe, weil ich mir gedacht habe, boah, ich will jetzt erst mal alles durchziehen.

00:06:06: Und dann, wenn alles etabliert ist, dann rede ich wieder mit allen.

00:06:09: Neue Beziehung ist für dich durchziehen.

00:06:12: Interessant.

00:06:13: Nein!

00:06:14: Musst du es jetzt mit Kevin erst mal durchziehen.

00:06:17: Nein, sondern ich meine einfach... ... im Sinne von alle brauchen einen ... ... guck mal, ich brauche keine Zeit.

00:06:24: Mir geht es fantastisch.

00:06:25: Aber ich merke, mein Unfeld ... ... braucht Zeit.

00:06:29: Ja.

00:06:29: Weil die müssen erst mal klarkommen.

00:06:31: Die müssen irgendwie jetzt sagen ... ... okay, mir geht es jetzt nicht gut ... ... mit eurer Trennung.

00:06:35: Ja.

00:06:36: Und dann denke ich mir ... ... okay, dann nehmt euch die Zeit ... ... und ich ziehe das dann erst mal durch, ... ... dich mich ein bisschen zurückziehe.

00:06:43: Und dann nach ein paar Monaten, ... ... wenn bei der anderen Person wieder alles in Ordnung ist, ... Dann tauche ich wieder auf und sag, hey.

00:06:49: Und das merkst du daran, dass die Person wieder ein bisschen entspannter ist.

00:06:52: Die brauchen alle nur Zeit.

00:06:53: Ja, ja.

00:06:54: Ich habe ein engeres Umfeld, das nicht so sehr mir kommuniziert.

00:06:58: Boah, ich komme damit nicht klar.

00:06:59: Ich glaub dir nicht.

00:07:00: Du lügst doch.

00:07:01: Schon ein paar skeptische Fragen, ne?

00:07:03: Das machen die bei mir auch nicht.

00:07:04: Aber ich merk, weiß für sich gerade so Beobachte, einige Freunde von mir wollen sich seit Ewigkeiten drin.

00:07:11: Ja.

00:07:11: Die wollen unbedingt.

00:07:12: Die trauen sich nicht.

00:07:14: Und jetzt schon eher.

00:07:15: Ja, jetzt wollen die halt alles wissen, ne?

00:07:17: Jetzt sind sie so, wie geht's dir wirklich?

00:07:19: Ich bin ja auch in einem Alter, wo das untypisch ist, dass man eine längere Beziehung dann aufgeben würde.

00:07:25: Ja,

00:07:25: stimmt.

00:07:25: Da würden viele Leute sagen, boah, jetzt hat man sich doch da gerade erst gefunden und gerade als Frau und so, ne?

00:07:31: Und ich bin da wirklich so, weiß nicht, ob ich da komplett naiv bin, aber ich bin natürlich an so einem Punkt, wo ich mir denke, nee, Entscheidungen treffen, wenn es einem damit besser geht.

00:07:40: Und mir geht's halt sehr gut.

00:07:42: Und mein Umfeld steht dann da und denkt sich, wirklich?

00:07:46: Wirklich jetzt?

00:07:47: Es ist für viele, glaube ich, eine Kosten-Nutzen-Rechnung, dass sie denken, so eine Entscheidung treffe ich doch nicht, damit es mir besser geht, sondern nur, wenn es mir vorher so katastrophal schlecht ging, dass ich nicht mehr anders kann, dass ich so einen Leidensdruck habe, ich muss.

00:08:02: Und das war es ja bei uns nun einfach wirklich nicht.

00:08:04: Und das ist, glaube ich, das, was viele nicht glauben.

00:08:06: Ja, genau.

00:08:08: Dass wir einfach nur gesagt haben, da geht noch was Besseres.

00:08:12: Ja, also das.

00:08:14: Ich glaube, wir brauchen da selber auch noch Zeit, um die richtigen Worte dafür zu finden.

00:08:19: Ja.

00:08:19: Aber ich merke einfach, wir hatten gestern, hatten wir so einen Shooting hier.

00:08:23: Wir haben Fotos für die neue Tour gemacht.

00:08:25: Genau.

00:08:26: Und da war deine Freundin da, mein Freund war da, mein Bruder war da.

00:08:29: Und wir haben einen ganzen Nachmittag haben wir gemeinsam gelacht.

00:08:31: Und es war schön einfach, ne?

00:08:33: Weil man gemerkt hat, menschlich sind sich alle irgendwo ziemlich ähnlich.

00:08:37: Ja.

00:08:37: Und deswegen alle hängen gerne miteinander ab.

00:08:40: diese freiheit sich das einfach zu nehmen und zu sagen man kann das ganze auch so gestalten ohne viel drama das ist etwas was halt extrem untypisch ist und da haben uns halt auch viele leute geschrieben haben gesagt wir haben das sehr sehr ähnlich erlebt und es ist gerade schön das bei euch zu sehen und dass wir uns in unseren ansichten bestätigt fühlen.

00:09:00: ja ich habe auch manche rückmeldungen bekommen über die ich mich tierisch gefreut habe, die gar nicht unbedingt von, ich sehe mich darin wieder gehandelt haben, sondern einfach nur, ich freue mich so mit, ich habe richtig Glückstränen gerade.

00:09:12: Das hat mich einfach auch total berührt und gefreut.

00:09:14: Ich glaube einfach, dass es uns allen gerade gut tut, wenn wir woanders aufsehen.

00:09:18: So geht es mir auch.

00:09:19: Ich freue mich wahnsinnig, wenn ich bei irgend jemandem was Schönes sehe, wo man einfach merkt, boah doch, es gibt noch viele schöne Geschichten, die herzerwärmt sind und die schön sind.

00:09:30: Ich finde, das muss auch ein bisschen mehr wieder nach außen getragen werden, sowas.

00:09:33: Ja.

00:09:34: Mir ist auch vorhin noch was zum Stichwort Schönreden eingefallen.

00:09:37: Ging dir das Gedanke-Experiment der letzten Folge über Moral, auch nicht aus dem Kopf von Soldaten, der den König Priester oder General erschießen soll?

00:09:45: Nee, wir haben ja schon geklärt, ich habe nicht so viel Moral.

00:09:47: Habt ihr übrigens geliebt, das wirklich ganz viele von euch auch so.

00:09:51: ...denken und in der Folge auch eine kleine Erleichterung gesehen haben.

00:09:56: Das hat mich sehr gefreut.

00:09:57: Ich habe nicht so viel drüber nachgedacht.

00:09:58: Hast du viel drüber

00:09:59: nachgedacht?

00:10:00: Ja, deswegen sage ich schön reden.

00:10:01: Ich habe einfach eine Option, die mir noch eingefallen ist, bewusst nicht benannt, weil ich nicht so rüberkommen wollte, wie jemand, der einfach alle erschießen will.

00:10:08: Das wäre nämlich so mein Gedanke.

00:10:12: Nach einer Zeit war, warum nicht alle drei erschießen?

00:10:16: Es ist gut, dass wir die Frage heute Couple of Therapies

00:10:18: sehen.

00:10:18: Ja, genau.

00:10:20: Aber auch da, ich bin nicht alleine mit diesem Gedanken.

00:10:23: Eine Hörerin hatte denselben Gedanken, aber sie hat noch viel schlauer gedacht als ich.

00:10:27: Sie stellt nämlich diese Frage her.

00:10:28: Wie viele

00:10:29: Kugeln habe ich denn?

00:10:30: Habe ich für alle drei Kugeln?

00:10:32: Weil es hat bestimmt einen guten Grund für jeden von allen Dreien, dass sie nicht mehr existieren dürften.

00:10:39: Also ich meine, wenn ich sowieso Soldat bin und sowieso töten muss und aus der Nummer nicht rauskommt, weil ja sonst ich die Konsequenzen zu tragen habe und im Zweifelsfall sterbe und deswegen sowieso etwas gezogenermaßen unmoralisches machen muss.

00:10:53: Naja, dann eliminiere ich doch bitte die gesamte Unmoralgleich.

00:10:57: Ich meine, mit den Konsequenzen des Tötens muss ich ja sowieso umgehen können.

00:11:00: Das ist heute ein Safe Space.

00:11:04: Du wolltest alles sagen.

00:11:06: Ja, das ist das, was ich an Gedankenexperimenten so liebe.

00:11:09: Wir hatten einen Beitrag zur Folge über Moral, wo jemand gesagt hat, ich kann diese ewigen Gedankenexperimente und was würdest du tun?

00:11:17: Das kann ich alles nicht leiden.

00:11:18: Ich kann es leiden und zwar aus genau dem Grund.

00:11:20: Du darfst mal wirklich an die Grenzen deiner Fantasie gehen.

00:11:23: Weißt du, wie weit ich ging?

00:11:25: Ich war nicht so schlau wie sie, daran zu denken, dass ich mindestens drei Kugeln bräuchte, um das auch hinzukriegen.

00:11:31: Aber ich habe überlegt, Naja, vielleicht kann ich mich ja so positionieren, dass Einschuss alle drei.

00:11:36: Matthias.

00:11:39: Ja.

00:11:40: Ich habe wirklich nur gedacht, okay, wie kann ich korrupt mit den Dielen?

00:11:44: Wie viel Geld hole ich da raus?

00:11:46: Genau.

00:11:46: Also du führst das Gedankenexperiment sehr nah ran an die Gegenwart, an die Realität, in der wir leben.

00:11:53: Du würdest Grönland verschachern.

00:11:55: Aber

00:11:55: es sagt was, glaube ich, darüber aus, wie man so denkt.

00:11:58: Glaubst du an das Gute, an das Böse?

00:12:01: Ich glaube, da zum Beispiel nicht dran.

00:12:02: Ich glaube, dass wir alle gut und böse in uns vereinen.

00:12:05: Ja,

00:12:05: geht mir auch so.

00:12:06: Und Korruption ist ein spielerischer Weg.

00:12:11: Kommt damit umzugehen.

00:12:13: Ich verstehe dich da komplett.

00:12:15: Meine Entscheidung, alle drei erschießen zu wollen, kommt auch nicht daher, dass ich mir denke, die sind alle drei böse.

00:12:21: Aber ich habe immer noch das selbe Problem, dass ich in der letzten Folge mit dir hatte, dass du für Korruption plädierst, obwohl du selber so eine ehrliche Haut bist.

00:12:29: Eigentlich entschuldigst du Korruption bei den anderen.

00:12:32: Und deine eigene Korruption, die ist wirklich nicht größer als beim

00:12:36: Monopoly-Spiel.

00:12:37: Ja, ich weiß.

00:12:38: Da deckt sich deine Lebensrealität nicht ganz mit deinen...

00:12:41: Aber mein Humor.

00:12:44: Ja,

00:12:44: das stimmt.

00:12:45: Und somit habe ich ein scheiß Problem.

00:12:51: Ey jo, was geht?

00:12:52: Ist unser richtig Schlagzeug an Bundschulen und Schulen und so?

00:12:57: und habe aber eine erwachsene Schülerin, die davor bei einem anderen Lehrer war.

00:13:04: Und jetzt meinte sie beim ersten Treffen, dass sie auch schon total weit ist und schon ganz viel kann und stelle jetzt aber fest, nachdem wir ein paar Stunden hatten.

00:13:19: dass ich hier alles von vorne erklären muss.

00:13:21: Es ist nur dennoch permanent, wird ausgesagt.

00:13:25: Also kann ich ja eh, jetzt kann ich ja eh.

00:13:27: Und dann ist das halt irgendwie noch mal so ein extra Krampf, den ich dann halt auf meinem Nacken trage.

00:13:36: und bin halt die ganze Zeit schon an überlegen, ob ich es einfach mal anspreche.

00:13:41: Ich habe aber die ganze Zeit Schiss gehabt, dass ich entweder die falsche Worte finde oder mich zu doll eschofiere, obwohl ich es gar nicht will und wollte fragen, würdet ihr es machen?

00:13:56: Boah, ich bin so gespannt auf deine Antwort.

00:13:58: Ich habe nämlich gerade irgendwie das Gefühl, wir haben ein bisschen Rollen getauscht.

00:14:01: Ich habe eine Frage, warum, also er unterrichtet ja in Grundschulen, hat er gesagt.

00:14:05: Ist

00:14:05: die Frage an ihn, er kann gerade nicht so gut antworten, ich weiß es nicht.

00:14:09: Warum bist du hier erwachsen?

00:14:15: Bisschen oft sitzen geblieben.

00:14:18: Nein, aber ich, warum denkst du vertauscht rollen?

00:14:21: Naja, normalerweise hast du rigorose Lösungen.

00:14:26: Es muss nicht immer der Basie bei dir sein, aber du gehst schon mit so einem.

00:14:30: Hab ich kein Verständnis für was soll das?

00:14:31: Ich bin einfach auf Seite.

00:14:33: Was?

00:14:33: Welches Bildzeichnis von mir?

00:14:36: Ich bin immer empathisch.

00:14:37: Ja?

00:14:38: Ja.

00:14:38: Soll ich mal ein Best-of deiner Lösungsangebote hier zusammenschneiden?

00:14:41: Ich weiß nicht, ob ich die Zeit habe, das zu machen, aber...

00:14:45: Also ich kenne das Problem, was er hat.

00:14:47: Ja.

00:14:48: Es ist schwierig.

00:14:49: Also ich kenne es tatsächlich als Chefin.

00:14:52: Und man hat Union oder Praktikanten.

00:14:55: die wirklich noch nicht so viel Ahnung von der Materie haben.

00:14:58: Aber glauben, sie wüssten schon komplett Bescheid.

00:15:02: Sie erklären mir dann, wie es zu sein hat.

00:15:06: Und ich konnte eine lange Zeit nicht damit umgehen, weil ich mir gedacht habe, wie mache ich das denn?

00:15:10: Empathisch und

00:15:11: gut.

00:15:12: Mist, ich komme weg von meiner Rabiatenlösung, die ich beim Hören im Kopf hatte.

00:15:16: Ich hatte eine Lösung, die gut funktioniert hat.

00:15:19: Ich hatte eine Mitarbeiterin, wo es ja echt schwierig war.

00:15:22: Also sie hat sich sehr selbst überschätzt.

00:15:25: Und dann habe ich mir gedacht, hey, warum gebe ich ihr nicht eine Person unter ihr, damit sie die Dinge, von denen sie glaubt, dass sie sie wüsste, anderen beibringt.

00:15:35: Ah,

00:15:36: bist du schon gut genug anderen beizubringen?

00:15:38: Genau.

00:15:39: Und daran ist sie massiv gescheitert.

00:15:42: Das ist eine Methode, jemanden die Grenzen der eigenen Fähigkeiten vorzuschöpfen.

00:15:46: Und vor allem, ich habe es ihr nicht gesagt, sondern sie hat selber herausgefunden.

00:15:50: Ich glaube, das war total wichtig, dass sie selber sieht.

00:15:53: Okay, vielleicht habe ich mich da überschätzt.

00:15:55: Hat sie dann auch gesagt, ich meine, ich will überhaupt gar keine Verantwortung mehr.

00:15:58: Ich möchte da überhaupt nichts mehr damit zu tun haben.

00:16:02: Er hat auch immer gesagt, die unter ihr sei so dumm.

00:16:05: Oh je.

00:16:06: Aber das klingt nicht danach, dass sie wirklich viel gelernt hat.

00:16:08: Nee, nicht wirklich, aber man hat schon gemerkt, dass wenn man ihr dann was erklärt hat, war sie zugegenlich als vorher.

00:16:15: Also als Lehrerin ist sie nicht reifer geworden, aber als Schülerin vielleicht ein bisschen.

00:16:18: Und weißt du, was ich beobachtet habe ganz oft, das kennen wir auch alle von uns selbst.

00:16:22: Wir mögen das nicht, wenn wir was nicht können.

00:16:25: Ja, ja, genau.

00:16:26: Manchmal wird es auch zur Identität, also dass du, wenn du zum Beispiel jetzt in ihrem Fall, sie kann kein Schlagzeug spielen.

00:16:31: Und wenn sie dann sagt, ich kann das nicht.

00:16:33: Nee, sie sagt, ich kann das schon.

00:16:35: Ja, genau, sie muss sagen, ich kann das schon.

00:16:37: Weil es vielleicht auch weh tut.

00:16:38: Ah, ich weiß, was du meinst.

00:16:39: Wenn

00:16:39: sie sich selber dazu sagen, ich kann es nicht.

00:16:41: Ja,

00:16:41: und das wäre auch wieder dieser fragende, therapeutische Ansatz.

00:16:44: Was ist so schlimm daran?

00:16:45: So sagen kann ich noch nicht.

00:16:46: Genau.

00:16:47: Was ist dein Ansatz?

00:16:48: Ja, ich kam jetzt gerade auch auf einen liebevolleren, empathischeren, aber der trotzdem sehr klar ist.

00:16:53: Und zwar, ich würde sagen, ich sagte jetzt eine Sache und das ist nicht nur ein Schlüssel fürs Schlagzeug spielen, sondern für dein ganzes Leben.

00:17:00: Manchmal überschätzt man sich und zwar so richtig.

00:17:03: Und das ist jetzt gerade der Fall.

00:17:04: Also ich würde es glasklar benennen.

00:17:06: Auf diese Weise.

00:17:07: Und ist dabei aber Framen als eine Hilfe.

00:17:09: Eine Hilfe fürs Leben.

00:17:10: Manchmal überschätzt man sich.

00:17:12: Was ist so schlimm daran?

00:17:13: Meine etwas rabiatere Lösung, die ich vorher beim Hören im Kopf hatte, ist sogar eine Therapieform.

00:17:20: Ja, welche?

00:17:20: Ja, erzähle ich jetzt im Thema.

00:17:22: Das Thema.

00:17:23: Therapies!

00:17:25: Weißt du, ich habe ein bisschen im Vorfeld geschaut, es gibt ja Hunderte von Therapieformen.

00:17:30: Und einige sind bestimmt so Exoten, habe ich mir gedacht.

00:17:33: Therapieformen, von denen wir nicht so hören.

00:17:35: Ja, was hast du gefunden?

00:17:37: Ich habe eine gefunden, an die ich gerade dachte, nämlich Filmtherapie.

00:17:40: Cinema Therapie.

00:17:42: Heißt also, ein Therapeut sagt dir, schau bitte diesen Film an und dann reden wir hinterher drüber.

00:17:46: Das ist schon die Therapieform.

00:17:48: Natürlich wirst du dann noch Details brauchen, wie du über den Film redest und so.

00:17:52: Und

00:17:52: hat der Film dann was mit deiner Situation zu

00:17:54: tun?

00:17:54: Ja, ja.

00:17:55: Okay, welchen Film schlägst du jetzt vor, bei dem was zum Scheiß passiert?

00:17:58: Whiplash.

00:18:01: Ich hänge euch eine Szene in die Show Notes, wenn ihr die seht.

00:18:04: Bevor wir gerade weiter reden, wenn ihr wollt, macht ihr Pause, schaut euch die Szene an und ihr werdet erstmal, glaube ich, verstört sein.

00:18:09: Warum ich das vorschlage?

00:18:11: Moment, ist das die Szene mit dem Typen, der Schlagzeug spielt und dann permanent eine geknallt kommt?

00:18:16: Ja, genau!

00:18:18: Genau,

00:18:19: deshalb wird man so verstört sein.

00:18:22: Also, ich habe den ganzen Film noch nicht mal gesehen.

00:18:25: Aber die Szene ist grandios gespielt.

00:18:27: Ist sie.

00:18:28: Und ich kriege schon aus der Szene ein Gefühl, dafür.

00:18:30: ich will diesen Film unbedingt sehen, jetzt so bald wie möglich.

00:18:33: Aus der Szene geht für mich schon hervor, es geht offensichtlich um einen Protagonisten, der das Gegenteil von dieser Schülerin ist, der sich selbst viel zu hart dran nimmt.

00:18:43: Also ihm geht's beim Schlagzeug spielen um die absolute Perfektion, um Weltklasse.

00:18:49: und dieser Dirigent, den wir da sehen, von einer Jazzband, der ihm, wie du sagst, eine knallt im Rhythmus und dann ihn fragt, bin ich zu langsam oder bin ich zu schnell, um ihm brutal, mit körperlicher Gewalt einzubleuen, wie er richtig zu spielen hat und das Tempo zu halten hat.

00:19:02: Ich kriege den Eindruck bei der Szene und durch diesen Film, dessen Metapher.

00:19:07: Es geht nicht um Missbrauch beim Unterrichten oder das kann man natürlich auch darin sehen, aber es geht vor allem um diesen internalisierten strengen Lehrer.

00:19:15: wie du dich selber fertig machst, wenn du besser und besser werden willst.

00:19:18: Ein Film über Perfektionismus.

00:19:20: Und weil er dann auch noch mit Schlagzeugern zu tun hat, wäre das auf jeden Fall ein Ansatz, wo ich mir denke, da steckt doch was drin.

00:19:27: Kannst du doch spielerisch und interessiert neugierig mit Filmtherapie dran gehen.

00:19:31: Ich

00:19:31: finde sowieso, dass die Szene sensationell gespielt ist.

00:19:34: Ja.

00:19:35: Und warum ich es auch gerade reinbringen und damit anfangen will mit diesem Exoten unter den Therapieformen, ist, ich habe irgendwann mal verstanden, dass Schauspiel, und Therapie denselben Ursprung haben, dass es um eine Reinigung geht.

00:19:50: Katarsis, Theater und Therapie haben dieselbe Wurzel in der Antike.

00:19:55: Beide wollen, dass du wächst, deinen Horizont erweiterst, vielleicht sogar heilst.

00:20:00: Und bei Theater ist es eben dieses hier, wir bieten dir oder jetzt bei dieser Filmtherapie, wir bieten dir Eine Geschichte an, in der stellvertretend für dich gelitten wird.

00:20:09: Vielleicht sogar gestorben wird.

00:20:11: Das kannst du ja dann nicht machen im echten Leben, sterben und gucken, was dann passiert.

00:20:16: Aber du kannst so sehr mitfühlen mit einer Figur in einer Geschichte, dass du stellvertretend sterben und daraus was lernen kannst.

00:20:23: Ich habe eine Frage an dich.

00:20:24: In der Vorbereitung hat mich sehr das Thema beschäftigt.

00:20:28: Womit wir uns jeden Tag... Umgeben welches thema wir haben wie wir uns bewegen über was wir sprechen.

00:20:35: das formt ja.

00:20:37: Sehr unseren kopf das das formt ja komplett unsere wahrnehmung.

00:20:41: wenn du jetzt als schauspieler eine rolle hast.

00:20:44: Die über wochen geht und du bist da total intensiv drin

00:20:48: ich habe mal ein stück ein jahr lang gespielt am anfang acht mal die woche also in einem abend doppelt.

00:20:54: Und dann wurden sieben mal die woche also einfach wirklich regelmäßig.

00:20:58: Ich bin da jeden abend gestorben.

00:21:00: Hat sich das auf deinen Alltag ausgewirkt?

00:21:02: Also wurdest du zu dem, was du gespielt hast?

00:21:06: Interessant.

00:21:07: Es ist eine der häufigsten Fragen, die wir begegnen im Gespräch und über den Beruf.

00:21:11: Also keine gute Frage.

00:21:12: Nein, nein, nein.

00:21:12: Es ist eine gute.

00:21:13: Eine weniger gute Frage ist die, wie kann man sich nur so viel Text merken?

00:21:17: Weil das ist... Aber das ist eine, finde ich, interessante Frage.

00:21:22: Und mein einziges Problem damit ist, sie ist wahrscheinlich... Individuell verschieden, weil alle einen unterschiedlichen Zugang zu Schauspiel haben.

00:21:30: Und bei mir war das nie ein Thema.

00:21:31: Ich glaube nicht, dass ich jemals, ich könnte mich nicht erinnern, dass mir eine Rolle ungewollt in mein Privatleben geschwappt ist.

00:21:39: Weil ich auch, ich glaube, ich bin ganz gut da drin, Grenzen zu ziehen.

00:21:42: Zumindest in solchen Bereichen.

00:21:44: Und dann wirklich ganz klar zu sagen, so, Spiel ist auch fertig.

00:21:47: Aber

00:21:47: glaubst du nicht, dass sowas dann auch sehr unbewusst passiert?

00:21:50: Also stell dir vor, du hast eine aggressivere Rolle.

00:21:53: und dass du dann automatisch ein bisschen aggressiver am Alltag bist.

00:21:56: erzählt man zum beispiel über robbett in der zeit als der taxi driver gedreht hat dass er da im privat leben brutaler war.

00:22:04: und auch weil ich kann es nicht bestätigen weiß ich nicht.

00:22:07: aber solche geschichten schnappt man auf anekdoten und dann ist er bestimmt nicht so gut oder zumindest drin gewesen sich abzugrenzen davon.

00:22:16: das hat auch was mit diesem method zugang zu tun der sehr.

00:22:20: extrem sein kann, dass man sagt, ich bin meine Rolle und ich muss auch in meiner Freizeit, wenn ich sie gerade nicht spiele, wenn der Dreh nicht stattfindet, wenn ich nicht auf der Bühne bin oder Probe, selbst dann muss ich die ganze Zeit üben, wie wäre ich, wie wäre meine Rolle jetzt gerade beim Frühstück, wie wäre meine Rolle jetzt gerade beim ins Bett gehen und so, das ist dieser Methodzugang und dass man da verleitet, da dazu ist, dann mehr von einer Figur auch wirklich in sein eigenes Privatleben reinschwappen zu lassen, das glaube ich sofort, habe ich aber nie so gemacht.

00:22:49: Weißt du, wenn wir zum Beispiel Content machen, wenn wir so sehr kreative Videos machen, zum Beispiel diese mehr als nur Formate oder weiß nicht, was wir halt so permanent irgendwie drehen.

00:22:59: Und wir haben dann immer sehr wenige Mittel zur Verfügung.

00:23:02: Wir müssen kreativ sein.

00:23:04: Wir müssen was basteln.

00:23:06: Wir müssen völlig lösungsorientiert denken, weil wir ja auch nur wenig Zeit zur Verfügung haben.

00:23:11: Also es macht aus ganz wenig ganz viel.

00:23:14: Und ich merke das, dass das immer einen Alltag überschwappt.

00:23:17: Ja, weil das therapeutisch ist.

00:23:19: Ja, das ist total, ja.

00:23:20: Das ist die Idee von Ergotherapie.

00:23:22: Von Ergotherapie?

00:23:23: Mach aus wenig ganz viel.

00:23:25: Nicht wirklich so.

00:23:26: Ergotherapie.

00:23:27: Nein, aber was kreatives Projekt zu machen, dich zu beschäftigen und dadurch eine Selbstwirksamkeit zu spüren.

00:23:32: Und dann gibt es das noch spezifisch.

00:23:33: Es gibt sogar eine Kochtherapie, dass du genau denselben Effekt hast, ich mache hier gerade was, ich interagiere mit der Welt und am Ende ist ein Ergebnis da.

00:23:43: Das Gleiche gibt es dann mit Kunsttherapie, Musiktherapie, Tanztherapie.

00:23:46: Im Grunde alle kreativen Ausdrucksformen, die der Mensch so hat, kannst du mit einem therapeutischen Ziel einsetzen.

00:23:53: Aber

00:23:53: ich glaube, es muss dann auch immer was mit einem eigenen Leben zu tun haben, weil ich kenne das, dass ich von klein auf wirklich so aus Momenten, wo einfach nicht viel da war.

00:24:02: Wenig Geld, bis gar kein Geld.

00:24:04: Da einfach zu schauen, wie kann ich da was rausholen?

00:24:07: Wie mache ich mir ein schönes Wochenende, auch wenn es keine Tagesausflüge gibt und so was.

00:24:12: Ich finde es ein tollen Skill, wenn man das kann.

00:24:14: Ja.

00:24:15: Und da habe ich mich halt gefragt, wenn man sich jeden Tag mit sowas beschäftigt, ob das dann in alle Lebensbereiche überschreibt.

00:24:21: Und ich würde sagen, bei mir ist das so.

00:24:23: Ja,

00:24:23: bei mir auch.

00:24:24: Je mehr ich das in meinem Leben habe, dass ich mich da ausleben und verwirklichen kann, desto besser wirkt sich das auf alle anderen Bereiche aus.

00:24:32: Ja.

00:24:33: Und umgekehrt, wenn mir das fehlt, wenn ich nichts dergleichen habe, dann werden alle meine Lebensbereiche schwieriger.

00:24:39: Ich mache mal die erste Sprache rein.

00:24:41: Ja.

00:24:42: Hallo, ihr zwei Lieben.

00:24:43: Als Psychiatrie-Schwester und selbst erfolgreich therapierte, habe ich eigentlich zwei Bücher auf Lageranmisslungen oder lustigen Geschichten.

00:24:52: Aber ich kann mich eh nicht entscheiden.

00:24:54: Somit möchte ich mit euch einen Satz teilen, der mir mal den Arsch gerettet hat.

00:24:58: Du bist nicht so besonders, dass es dir schlechter gehen darf als allen anderen.

00:25:02: So,

00:25:03: Bähm, Cajing

00:25:04: oder so.

00:25:05: Mach damit, was ihr wollt.

00:25:06: Herzliche Grüße und ich liebe euch.

00:25:08: Oh, wie schön.

00:25:09: Und toller Satz.

00:25:10: Ist das toll, oder?

00:25:11: Ja, ja.

00:25:12: Wie liest du diesen Satz?

00:25:13: Erinnert mich an dieses Buch The Courage To Be Disliked, wovon ich vor ein paar Folgen mal gesprochen habe, wo es um Minderwertigkeitskomplex geht.

00:25:22: Unter anderem, dass es vorkommt, dass man sich über ein Leid, ein angebliches, mir geht es schlechter als allen anderen, dass man sich dadurch auch aufwerten kann, dass das genau wie moral, worüber wir letzte Folge gesprochen haben, eine Währung sein kann.

00:25:36: Wer hat das meiste Leid und dadurch den höchsten Status hier?

00:25:39: Wer kann... Die Welt korrekt erzählen, weil er aus der Leiterfahrensten Brille auf alles schaut.

00:25:46: Ja, ich lese den auch aus einmal aus dieser Perspektive, dass der Satz mir sagt, hey, stell dich nicht mit deinem Leit in den Mittelpunkt, weil auch andere Menschen auch durch schwere Zeiten durchgehen, dass man einen Blick dafür behält.

00:25:57: Aber ich lese auch in dem Satz, kümmere dich um dich selbst.

00:26:02: Ah, pass auf, dass es dir nicht schlechter geht als allen anderen.

00:26:04: Genau.

00:26:05: Also, dass du was dafür tust.

00:26:07: So besonders bist du nicht.

00:26:09: Gehen Therapie?

00:26:10: Ja.

00:26:11: Also, da gibt es so zwei Arten, wie man auf diesen Satz schauen kann.

00:26:15: Das finde ich ganz schön.

00:26:16: Sehr interessant.

00:26:17: Dadurch wird er im Grunde zu einer Antwort für die vielen Menschen, die es gibt, auch heute immer noch, obwohl Therapie wirklich nicht mehr so stigmatisiert ist wie früher, aber die so eine Skepsis-Therapie gegenüber haben im Allgemeinen, dass sie sagen, brauche ich doch nicht.

00:26:32: Wer braucht das schon?

00:26:33: Also, so schlecht geht es mir nicht.

00:26:34: Dass ich jetzt eine Therapie brauche.

00:26:37: Ja, das ist ja so die Ecke, die ich so kenne.

00:26:39: Ein bisschen kenne ich die auch.

00:26:41: Ja, also so aus dem Slavischen Bereich.

00:26:43: Ich glaube, da werden ganz viele, die uns jetzt zuhören und das auch kennen von ihren Eltern, da war Therapie immer was sehr stigmatisiertes.

00:26:51: Wenn du zur Therapie gehst, dann bist du krank.

00:26:54: Dann stimmt was grundsätzlich nicht mit dir.

00:26:57: Und das fand ich hier so schön in Deutschland groß zu werden, weil das... Ich weiß, viele sagen immer, hier ist das immer noch stigmatisiert und so.

00:27:05: Ja, aber man kann ganz eindeutig einen Fortschritt beobachten.

00:27:08: Dazu haben wir sogar eine Studie im offenen Google-Dokument, dass das nicht mehr so stigmatisiert ist wie früher.

00:27:13: Erstens das.

00:27:14: Und ich sag ja auch immer, die Deutschen tendieren dazu, sich ganz schön durch die Mangel zu nehmen.

00:27:20: Jetzt mal ganz ehrlich, das ist super fortschrittlich hier zum Teil, finde ich.

00:27:25: Jetzt so aus meiner Perspektive, wenn ich dann so meine Mama hab damals reden hören.

00:27:29: Therapie, das geht gar nicht.

00:27:30: Und auch meine ganzen Freunde, die so einen slavischen Hintergrund hatten, die kennen das alle.

00:27:34: Therapie war, das macht man nicht.

00:27:36: Wenn du

00:27:36: da gelandet bist, dann heißt das, du bist durch jedes Netz gefallen.

00:27:41: Und das

00:27:41: ist so die letzte... Die letzte Maßnahme.

00:27:44: Und

00:27:44: mich hat das immer begeistert hier.

00:27:47: Bei meinen deutschen Freunden, wenn ich dann wusste, okay, die können da ganz offen in der Familie drüber reden, dass die jetzt zur Therapie gehen und ihre Fortschritte sind.

00:27:55: Ich dachte,

00:27:55: boah,

00:27:55: krass.

00:27:56: Und dann fand ich das so schön, damit groß zu werden.

00:27:59: Und ich sehe jetzt auch, wie meine Mutter sich da verändert hat.

00:28:02: Ja,

00:28:02: das habe ich auch beobachten können.

00:28:03: Weil am Anfang, als ich das erste Mal mit ihr drüber gesprochen habe, dass auch meine beiden Schwestern Psychologie studiert haben, therapeutisch arbeiten, habe ich von ihr eine sehr... ... ablehnende, auch lustige Haltung, ne?

00:28:14: Sie hat sich ...

00:28:14: Er hat immer Scherze

00:28:15: gemacht.

00:28:15: Ja, ja.

00:28:16: Und er hat auch eine eigene Geschichte davon erzählt, wie mal ... ... ein Versuch ... ... von einer Therapie ... ... bei ihr gelaufen ist.

00:28:23: Und das war auch nichts, was sie sich freiwillig ... ... ausgesucht hatte, sondern in irgendeinem Zusammenhang ... ... nach dem Tod eines Vaters oder so, glaub ich.

00:28:29: Ja, da war irgendwas, ja.

00:28:30: Ja, gab's bei mir auch, dann ... ... da ist das erste Mal ein Therapeut in meinem Leben ... ... in meiner Familie so aufgetaucht, ne?

00:28:36: Und das der aber sich auf eine Weise verhalten hat, die sie komplett ... Unseriös und bescheuert fand, er hat sie aufgefordert Grimassen zu ziehen und seitdem findet sie Therapie als Konzept scheiße.

00:28:44: Der hat

00:28:44: garantiert, hat er sie nicht aufgefordert Grimassen zu ziehen.

00:28:47: Das weiß

00:28:48: ich nicht mal, das könnte schon sein.

00:28:50: Die hat das wieder ins Lächerliche gezogen, aber was ich dann so großartig fand, dadurch, dass du aus so einer Therapeutenfamilie kamst, hat er sie immer Bock mit dir zu quatschen.

00:29:01: Ja, aber auch zu kämpfen.

00:29:02: Ja, zu kämpfen und mit dir zu quatschen.

00:29:04: Ich fand das interessant.

00:29:06: Die wollte dann mehr darüber erfahren, wie kann man etwas verändern und das ist halt was, was ich total positiv hier so wahrnehme.

00:29:15: Aber es gibt einen Take, den ich für diese Folge habe und ich glaube, das werden viele nicht so gut finden und zwar, ich glaube, Therapie ist ein bisschen zu sehr Popkultur geworden.

00:29:27: Meinst du wirklich, dass das eine kontroverse These ist?

00:29:30: Ach, mir geht es gar nicht so sehr um diese Wörter.

00:29:33: Also wir zum Beispiel Triggern und so weiter.

00:29:35: Trauma.

00:29:36: Alle sind Narzisten.

00:29:37: Genau.

00:29:38: Jeder hier diagnostiziert jeden.

00:29:39: Dass das zu inflationär genutzt wird.

00:29:42: Das haben wir auch schon oft gehört und so.

00:29:44: Mir geht es jetzt eher darum, dass Therapie so moralisch aufgewertet wird.

00:29:48: Also dass man so sagt, ich bin jemand, der in Therapie geht.

00:29:54: Und deshalb bin ich ein besserer Mensch.

00:29:56: Ja und es wird zunehmend als etwas benutzt, was es über uns sagt.

00:30:01: anstatt dass es uns einfach Hilfe gibt, die Therapie.

00:30:04: Also das ist, verstehst du, wie ich meine, es ist eher so ein Aushängeschild.

00:30:08: Naja, so ein Stück weit ist ja was dran.

00:30:11: Ich will das nicht werten, damit ist man besser, ein besserer Mensch oder so.

00:30:14: Aber ich empfinde Therapie als einen aktiven Eingriff in unser Schicksal.

00:30:20: Im Grunde macht ja Therapie, egal welche von diesen Hunderten von Formen, eine Sache immer gleich.

00:30:26: Sie hinterfragt, ob du unbedingt so sein musst, wie du gerade bist.

00:30:30: und bietet dir neue Optionen an.

00:30:32: Du könntest auch anders.

00:30:33: Hier ist ein Ventil, da ist eine neue Idee, neue Umgang.

00:30:39: Das bietet dir Therapie an.

00:30:41: Wenn du das nicht machst, bist du selbstverständlich Determinierter.

00:30:46: Du bist mehr deinem bisherigen Leben, deiner Biografie, deinen Prägungen ausgeliefert.

00:30:51: Wer in Therapie geht, ist erstmal natürlich befähigter.

00:30:56: bessere, gesündere Entscheidungen zu treffen.

00:30:59: Das finde ich den schönsten Gedanken, der geht aus einem Artikel hervor, den du mir geschickt hast von Aion.

00:31:04: Besser für andere Menschen zu werden.

00:31:06: Ja, aber der gleiche Artikel, den ich dir geschickt habe, hat auch einen

00:31:09: interessanten... Macht Therapie fertig, ne?

00:31:10: Der macht auch Therapie fertig.

00:31:12: Und da fand ich eine Sache total spannend, weil in dem Artikel geht es darum, dass es ein Therapeut, der das schon seit zwanzig Jahren macht und zunehmend in Frage gestellt hat, ist das vielleicht auch schädlich, was er da tut.

00:31:25: und er hat das auch anhand der kinder erklärt.

00:31:28: er hat gesagt wenn die kinder sehr früh in therapie gehen und sie müssen die ganze zeit sich noch mehr auf ihre negativen gefühle fokussieren dass sie dadurch auch zunehmend in ein rabbit hole reinkommen das ist vielleicht auch das ganze negativ verstärken könnte und es fand ich ein interessanten gedanken.

00:31:47: ich konnte damit sehr viel anfangen weil ich ja gerade schon tot unserer väter in der kindheit thematisiert.

00:31:54: Nachdem mein Vater gestorben ist, gab es diesen einen Auftritt eines Therapeuten, wo wir mal als Familie hingegangen sind.

00:32:01: Aber das war nichts, was mich groß geprägt hätte.

00:32:05: Und das war auch nichts Kontinuierliches.

00:32:06: Wir waren ein oder zweimal dort.

00:32:08: Ich weiß noch, dass meine ältere Schwester auch ein Problem mit dem hatte und das gar nicht gut fand.

00:32:13: Ich konnte es aber noch nicht verstehen, was eigentlich ihr Problem war.

00:32:16: Aber das ist eigentlich mehr so am Rande gewesen.

00:32:18: Danach war ich ohne Therapie weitgehend auf mich alleine gestellt.

00:32:23: Mit neun, dann zehn Jahren.

00:32:24: Und ich habe relativ schnell entschieden, was heute für viele wahrscheinlich ungesund klingt.

00:32:31: Nämlich zu sagen, ja jetzt reicht es dann auch mal mit traurig sein.

00:32:34: Also so will ich ja jetzt mein Leben auch nicht weiter verbringen.

00:32:36: Da habe ich ja nichts von.

00:32:37: Schluss mit Trauer.

00:32:39: Aber jetzt konzentriere ich mich auf die Dinge, die ich schön finde, die mir Spaß machen

00:32:43: im Leben.

00:32:43: Das hast du dir mit ein paar Jahren da so gesagt.

00:32:46: Hast du gesagt, okay, jetzt reicht es mal mit Trauer?

00:32:49: Wirklich,

00:32:50: ja.

00:32:50: Das ist noch nicht mal ein Fall für meine Worte waren als Kind bestimmt anders.

00:32:54: Ich hätte damals bestimmt, wenn man mich gefragt hätte, Matthias, was denkst du da gerade?

00:32:57: Was machst du da gerade?

00:32:58: Hätte ich gesagt, ich mach Schluss mit Trauer.

00:33:01: Keine Lust mehr auf Trauer.

00:33:03: Ja.

00:33:04: Und diese Entscheidung ging sogar so weit.

00:33:06: Auch das weiß ich noch wirklich, dass ich das damals gemacht habe.

00:33:10: Das überschreitet jetzt ein kleines bisschen die Grenze zwischen privat und persönlich.

00:33:14: Aber es liegen über dreißig Jahre dazwischen.

00:33:16: Ich erzähle das jetzt.

00:33:17: Das bin ich ja nicht mehr, diese neuen Jährige.

00:33:20: Ich habe sogar damals entschieden, ich sehe diesen Schicksalsschlag jetzt als etwas Positives, als etwas, das mein Leben in eine Richtung lenkt, die mich bereichern wird.

00:33:32: Matthias, du kannst doch nicht.

00:33:34: Wie alt warst du da nochmal genau?

00:33:35: Neun.

00:33:36: Oder halt dann bestimmt zehn, gerade zehn, als ich solche Entscheidungen getroffen habe.

00:33:40: Es waren wenige Monate.

00:33:41: Du hast mit zehn Jahren gesagt, ich sehe das jetzt als etwas Positives.

00:33:44: Ja,

00:33:45: vielleicht war mein Wort nicht positiv, aber ja, als etwas... Ich werde sicherlich daran wachsen oder irgendwie irgendwie so.

00:33:51: Gras

00:33:52: bei mir war das immer völlig anders.

00:33:54: Ich konnte das überhaupt nicht rationalisieren.

00:33:57: Ja, du warst ja aber auch fünf.

00:33:58: Das ist ja wirklich ein Unterschied.

00:33:59: Ich war vier.

00:34:00: Als ich mit Vater gestorben ist, war ich vier und ich habe halt Stimmungen stark wahrgenommen und natürlich war eine Zeit lang alles sehr sehr traurig und ich habe viel gebastelt.

00:34:08: Ich habe viel gemalt.

00:34:10: und was sich aber bis heute durchgezogen hat, ich flüchte.

00:34:15: Ich liebe es zu flüchten.

00:34:17: Da habe ich Energie.

00:34:18: Das finde ich großartig.

00:34:19: Wenn ich dann irgendwas mache, wo keiner weiß, was ich da gerade mache und ich mache das völlig alleine und ich hole mir ein positives Gefühl.

00:34:28: Ich hole mir das ganz alleine ab irgendwo, indem ich irgendwas mache, was keine andere weiß.

00:34:33: Das sind so, ich sage jetzt mal diese irrationalen Dinge, die ich dann tue, seit ich klein bin.

00:34:38: Aber

00:34:38: das ist vielleicht gar nicht mal so irrational, weil das ist dein Weg um, vielleicht kann man es wirklich kindlich und naiv ausdrücken.

00:34:45: um wieder an einen guten Ort zu gelangen.

00:34:48: Und genau das sagt der Artikel auch, dass man mit Therapie unter Umständen zu sehr wunden, offen hält und drin rumpopelt, statt sie natürlich verheilen zu lassen, so dass man wieder an einen guten Ort kommt.

00:35:01: Und da sagt der Artikel das, was ich mit der Popkultur meine.

00:35:05: Ich find das toll, ich lieb das, dass Therapie so akzeptiert ist und dass wir alle darüber reden.

00:35:09: Und guck mal, wir machen das ja auch in unserem Podcast.

00:35:11: Wir reden über so viele Themen und ich find das... Sensational, dass wir das alle tun können.

00:35:16: Ich habe nur immer so bedenken, wenn wir zu sehr daraus unsere Identität machen, also wenn wir unsere Krankheit werden, wenn wir unser Leid werden und jeden Tag darüber sprechen und jeden Tag tiefer in diese Materie reingehen.

00:35:33: Und daraus vielleicht sogar einen Wert schöpfen.

00:35:35: Das

00:35:36: wird da nicht mehr rauskommen.

00:35:37: Genau, und das ist wieder der Satz, den kann man auch so lesen, den wir vorhin gehört haben.

00:35:41: Du bist nicht so besonders dieser erste Teil, dass es dir schlechter gehen darf als allen anderen.

00:35:47: Wenn du deine persönliche Wunde oder Narbe oder mehrere davon benutzt, um zu sagen, schau, wie besonders ich bin, dann geht es in eine seltsame Richtung.

00:35:56: Ich mache mal die nächste Sprachnacht rein.

00:35:58: Vielleicht würde uns diese Therapeutin helfen.

00:36:01: Hi ihr Lieben, ich war sonst immer eine sehr stumme Zuhörerin, weil ich immer das Gefühl hatte, ich könnte nichts Adäquates zu den Themen sagen und auch jetzt ist es eigentlich eher ein witziger Fakt als alles andere.

00:36:13: Also ich war vielen halb Jahre in Therapie und das hat mir in schweren Zeiten sehr geholfen und super viele und gute Erkenntnisse gebracht.

00:36:21: Allerdings war das manchmal so unangenehm, weil ich hatte so eine tolle Therapeutin, aber die ist einfach manchmal bei den Sitzungen eingepennt.

00:36:30: Und dann habe ich immer nur gesehen, wie ihre Augenlieder schwerer und schwerer wurden und sie dann einfach eingeschlafen ist auf diesem Sitz da gegenüber.

00:36:39: Das war so der erste Impuls, die mir gerade durch den Kopf schoss, weil das war so eine unangenehme Situation innerhalb der Therapie und dann dachte ich die ganze Zeit so,

00:36:48: ist das jetzt

00:36:49: so langweilig, dass sie dabei einschlafen muss, ist sie jetzt einfach nur müde, ist sie kaputt, ist sie genervt, also das war dann irgendwie nicht.

00:36:59: förderlich innerhalb dieser Therapie aber irgendwie auch ein bisschen witzig, wenn ich jetzt so darüber nachdenke.

00:37:04: Ernsthaft, das ist dein Ansatz, dass wir eine Therapeutin brauchen, die bei uns einschläft?

00:37:10: Ich habe so gelacht, als ich die Nachricht gehört

00:37:12: habe.

00:37:12: Die hat nur den ersten Teil dieses Satzes, du bist nicht so besonders verinnerlicht.

00:37:16: Punkt.

00:37:16: Du bist nicht so besonders.

00:37:21: Aber vielleicht war Ihre Therapielösung, ja?

00:37:25: Ja.

00:37:25: dass sie sich gedacht hat, die Leute, die müssen einfach nur reden.

00:37:28: Die müssen einfach nur reden und ich kann dabei ein kleines Nickchen machen.

00:37:31: Ich stell da gar keine Fragen.

00:37:33: Die Leute müssen sich das alles nur von der Seele runterreden.

00:37:36: Aber ihr, die die Sprachnachricht geschickt hat, hat das nicht gefallen und ich bin da sehr auf ihrer Seite.

00:37:41: Also so ein Minimum an Wahrsamkeit anzuhören.

00:37:44: Das ist ja nun wirklich keine Empathie mehr.

00:37:46: Okay,

00:37:47: dann gucken wir mal, ob die nächste Person uns helfen könnte.

00:37:50: Hallo

00:37:51: ihr beiden, ich habe vor zwei Jahren ungefähr für einen einen halben bis zwei Jahren oder so eine Therapie gemacht, weil es mir momentan einfach so schlecht ging und bin an meiner Jugendtherapeutin gelandet, obwohl ich einundzwanzig war, aber sie meinte ihr lasst dann direkt Langzeittherapie anbilden, damit wir das noch machen können, aber dementsprechend war sie irgendwie dann noch so ein bisschen, ich glaube sie war auf Kinder halt fokussiert und deswegen Es hat einfach irgendwie nicht gemeldet und es war so komisch diese Frau.

00:38:18: Also wir haben uns immer hingesetzt gegenüber voneinander und sie hat mich einfach erwartungsvoll angeguckt.

00:38:22: Ich weiß halt nicht, wie eine normale Therapie sonst läuft, aber... statt dass sie Fragen stellt oder vielleicht das Gespräch anfängt zu leiten oder so richtig therapiemäßig macht, hat sie mich angeguckt.

00:38:31: Erwartungsvoll und ich muss einfach reden.

00:38:33: Und hab ich halt immer erzählt, wie die letzten Tage und Wochen waren und das war irgendwie das Gleiche.

00:38:36: und irgendwann meinte sie, erzählt und ich einfach immer, stellt doch mal Fragen und hab ich Fragen gestellt und dann wollte sie aber, dass ich wieder erzähle und es war einfach wirklich ganz komisch.

00:38:43: Manchmal hat sie mir auch Ratschläge gegeben, die einfach nicht mit meinen Vorstellungen entsprochen haben.

00:38:48: Zum Beispiel, einmal war es, irgendwas da ging es um meinen Freund, dass da irgendwie Probleme waren und da meinte sie, dass man sich als Frau so ein bisschen auch ... aufreizend machen muss oder so ein bisschen mystisch, weil Männerleben ist zu jagen.

00:38:59: Also so was, wo ich dachte, das sollte nicht eine Therapeutin sagen.

00:39:04: Und dann irgendwann hat sie mir auch versucht, Vitamine anzudrehen.

00:39:07: Wenn ich so einen Code von ihr benutze, hat sie davon Provisionen bekommen und auch so irgendwie so Pflaster, die für verschiedene Situationen im Leben helfen können für irgendwas.

00:39:15: Und da hat sie dann auch Geld bekommen, wenn ich da was gekauft hätte.

00:39:19: Also sie hat mich einfach benutzt, um ... Geil zu kriegen, das war crazy.

00:39:22: Also das war so.

00:39:23: Meine erste Erfahrung mit Therapie war mega.

00:39:25: Und es hat mir auch am Ende gar nichts gebracht.

00:39:27: Es ging mir ja nicht gut.

00:39:28: Kann nicht fassen, was du hier gerade ausgräbst.

00:39:30: Ihre sind das jetzt deine Best-ofs von Therapeutisch.

00:39:34: Wie

00:39:34: kommt so ein Humacode?

00:39:35: Kann

00:39:36: da irgendwie auch funktionieren.

00:39:38: Aber das ist wirklich, wir haben von euch auch wirklich so absurde Stories auch bekommen von Therapeuten.

00:39:43: Du und ich haben ja auch schon absurde Stories erlebt.

00:39:46: Ja, ja schon.

00:39:47: Ja, ich war in den meisten Fällen aber selber verantwortlich dafür, dass meine Therapiegeschichten absurd wurden.

00:39:52: Weil ich mir mal eine Therapeutin ausgesucht habe nach dem Kriterium, finde ich sie attraktiv.

00:39:59: Weil nicht so clever.

00:40:01: Und sie hat auch nach ein, zwei Probestunden zu mir gesagt.

00:40:04: Ich glaube, das wird nichts mit uns.

00:40:07: Also sie hat es nicht darauf bezogen.

00:40:08: Obwohl doch, sie war also sie war sehr gut.

00:40:11: würde ich nach der kurzen Zeit sagen, weil sie ist mir begründet hat, mit einerseits mir fehlt der Leidensdruck, den kann sie nicht erkennen, aber andererseits, und das war der Volltreffer, sie hat das Gefühl, ich will sie beeindrucken.

00:40:23: Und es stimmt natürlich.

00:40:25: Das ist so gut.

00:40:26: Ich spiele noch ein Nachtein, vielleicht hilft das uns...

00:40:28: Ist das jetzt ein seriöses Beispiel, ja?

00:40:30: Mal gucken.

00:40:32: Hallo ihr Lieben.

00:40:34: Also mein Psychologe

00:40:36: hat

00:40:37: mal gesagt, es gibt keine Moral.

00:40:40: Als ich ihm erzählt habe, dass ich was mit einem verheirateten Mann hatte.

00:40:45: Ich hab's gewusst, dass wieder sowas kommt.

00:40:47: Aber Iris, ich finde tatsächlich alle Beispiele, da kann man schon was drausholen.

00:40:52: Und was?

00:40:54: In der Therapie hörst du nicht zwangsläufig, aber es kann gut passieren.

00:41:00: Sätze, die dich total von Kopf stoßen, die du unverschämt findest, die du total falsch findest.

00:41:06: Und das ist auch eine Möglichkeit.

00:41:08: deine Perspektiven zu erweitern und weiterzukommen.

00:41:12: Es gibt doch den Einsatz, den du bei dir in der Therapie hattest und der wird dir zu oft zitiert, weil wir hatten den bei uns in der Show drin und uns schreiben die Leute bis heute noch, okay, der Ersatz, der arbeitet bei ihnen und es ist folgender.

00:41:24: Du

00:41:24: hast da entweder eine sehr gute Erklärung für dein Problem oder eine sehr gute Ausrede, um weiter dran festzuhalten.

00:41:31: Also habe ich jetzt ein bisschen erweitert, um den Kontext klar zu machen.

00:41:34: Du hast eine sehr gute Erklärung oder eine sehr gute Ausrede?

00:41:37: Und mit diesem Satz war ich neulich in der Buchhandlung.

00:41:41: Und ich habe mir so die Bestseller in der Sachbuchliste angeschaut.

00:41:45: Und ich habe festgestellt...

00:41:46: Ganz viele Bücher sagen dir...

00:41:48: Du bist nicht schuld.

00:41:49: Du hast eine gute Erklärung.

00:41:50: Keine Ausrede.

00:41:51: Das sind keine Ausreden.

00:41:52: Du bist gut so, wie du bist.

00:41:53: Bleib so.

00:41:54: Bleib komplett so, wie du bist.

00:41:56: Denk ja nicht nach, sondern denke über deinen Umfeld nach, weil die anderen sind so ein bisschen daran schuld.

00:42:03: Ist dir auch aufgefallen, wenn ich die Geschichte erzählt habe, mit dem Vorlauf dazu, auf der Bühne, dass das der Tod meines Vaters war und ich dem Therapeuten eine Begründung gegeben habe, dafür, dass ich heute manchmal Schwierigkeiten habe, meinen Arsch hochzukriegen.

00:42:19: Dass das was mit meiner Erfahrung als Kind zu tun haben kann, als mein Vater gestorben ist und er dann diesen Satz mir gegeben hat.

00:42:27: Dann habe ich ja als Poante immer noch gesagt, so, danach bin ich nicht mehr zu ihm gegangen.

00:42:32: Also als falsche Pferde, dass ich nicht mehr hingegangen bin, weil ich den Satz so unverschämt fand.

00:42:36: Ist dir aufgefallen, dass auch viele wirklich erstmal in diese Richtung gelaufen sind und gesagt haben, boah, also manchmal gab es auch so einen, den Satz hat der gesagt, was für ein unverschämter Therapeut.

00:42:47: Hatte ich

00:42:48: ja auch als erste Reaktion am Anfang.

00:42:50: Und deswegen meine ich aus den Beispielen, die du jetzt ausgewählt hast, abgesehen von einem Promo Code für irgendwelche Produkte.

00:42:58: Das ist wirklich einfach nur ein Angebot zum Grenzenziehen und zum Aussteigen und zum Tschüss sagen.

00:43:03: Nein, aber ich höre das wirklich von vielen, die nicht nur einmal in eine Therapie gehen, wo ein Schalter umgelegt wird, wie ich es häufig erlebt habe, sondern die lange in Therapie gehen, dass das schmerzhafte Prozesse sind.

00:43:16: Und manchmal merkst du ja, dass bist du auch selber.

00:43:19: Ich stehe mir selber sehr im Weg, ich tue mir selber sehr weh.

00:43:21: Manchmal ist es aber auch, der Therapeut, die Therapeutin sagt Dinge, das macht mich fertig.

00:43:27: Und dann in allen Varianten, ja, ich halte das für komplett unseriös.

00:43:32: Für Scheiße, für unmoralisch.

00:43:34: Was sagt dieser Mensch da?

00:43:36: Boah, da gehe ich nicht mehr hin.

00:43:37: Das bringt mir auch gar nichts.

00:43:38: Jede Variante von Ablehnung.

00:43:40: Und das kann Teil des Prozesses sein.

00:43:42: Ja.

00:43:43: Und da ist es dann halt für mich keine Popkultur.

00:43:46: Ja, genau.

00:43:47: Weil

00:43:47: dann hat es ja wirklich was Therapeutisches.

00:43:49: Naja, auch das Popkulturelle kann ja was wirklich Therapeutisches haben, oder?

00:43:53: Ja, kann es schon.

00:43:55: Ich habe einfach nur die Sorge, dass man sich zu sehr in eine Sache komplett reinsteigert.

00:43:59: Es ist auch nicht, warum ich da so ein Riesenthema damit habe.

00:44:02: Ich habe eine Ahnung.

00:44:03: Soll ich mal therapeutisch

00:44:04: drauf schauen?

00:44:06: Mein Angebot für dich, vielleicht provoziert es dich.

00:44:09: Ich glaube, dass dich das so triggert, um das Wort hier auch zu bemühen, weil Menschen, die diese Therapie Elemente als Identitätsaufwertung benutzen, weil die sich Raum nehmen, weil die sich wichtig machen.

00:44:23: Und das ist etwas, das du dir verbietest.

00:44:26: Oh

00:44:26: nein, nein, nein.

00:44:27: Ich glaube, es ist was anderes.

00:44:29: Ich bin einfach mit sehr vielen Menschen groß geworden, auch durch den Kiosk und so, die jeden Tag sich in was Negatives reingefressen haben und ganz schlechte Entscheidungen getroffen haben, mehr getrunken haben.

00:44:42: Also ist es eigentlich eine mitleidige Reaktion von dir?

00:44:45: Ja, ich mach mir manchmal dann Sorgen, weil ich mir denke, ihr seid mehr als das.

00:44:50: Und dass wir nur Umfeld schaffen müssen.

00:44:54: Ich glaub wirklich sehr fest daran, dass du nicht alles aus eigener Kraft schaffst.

00:44:57: Ja, boah, das unterschreib ich sofort.

00:45:00: Ja, ich bin da der festen Überzeugung und wir brauchen einfach... uns alle gegenseitig.

00:45:05: Wir brauchen die Freunde, die uns zeigen, du bist noch viel mehr als das.

00:45:08: Ja.

00:45:09: Und wir brauchen die Leute, die uns Tipps und Tricks geben, wie man vielleicht noch mal eine Sache anders sehen kann.

00:45:14: Und ich habe hier eine Sprachnachricht, die ist jetzt wirklich

00:45:18: keine unseriöse Therapie-Erfahrung mehr.

00:45:20: Okay.

00:45:20: Nee,

00:45:20: sondern wirklich etwas, wo ich gedacht habe, boah, das kannte ich noch gar nicht.

00:45:23: Das ist spannend.

00:45:24: Hallo, hier ist Mathias.

00:45:25: Ich würde gerne was zum Thema Therapie vom Beitragen.

00:45:29: und zwar kennen ja die meisten nur die klassische Verhaltenstherapie und die Tiefen.

00:45:33: bei der Verhaltenstherapie geht es eher so darum, dass man wieder am Alltag klarkommt, aber das ist eher so oberflächlich und da geht man nicht so auf die Ursachen ein, das Ganze.

00:45:43: Und bei der Tiefenpsychologie, da analysiert man seine komplette Kindheit durch und weiß am Ende nicht, was man damit eigentlich machen soll.

00:45:48: Was für mich ein krasser Gamechanger war, ist die sogenannte Schematherapie.

00:45:54: Das ist eine Unterform von der Verhaltenstherapie und da schaut man sich quasi an, welche Muster man sich in der Kindheit angeeignet hat.

00:46:03: und wie die sich quasi heute auswirken und was man eigentlich dagegen tun kann.

00:46:08: Ich habe das in Kombination aus Gruppen- und Einzeltherapie gemacht und war zwar auch der Gruppe gegenüber am Anfang so ein bisschen skeptisch, aber man muss sagen, obwohl das alles Leute waren, mit denen ich sonst irgendwie nie in Kontakt gekommen wäre, konnten wir irgendwelche Parallelen sehen und uns gegenseitig super gut unterstützen und man hat sich einfach wenige allein gefühlt.

00:46:26: und deswegen würde ich auch allen, die vielleicht da noch so ein bisschen Hemmung haben, alle dazu motivieren, sich zu trauen, auch mal in so eine Gruppe zu gehen.

00:46:36: Das hat mir auch jetzt ein Jahr später, nachdem ich aufgeheuert, einfach wahnsinnig geholfen und ich kann das, was ich da gelernt habe, immer noch anwenden.

00:46:45: und ja, wie gesagt, absoluter Gamechanger.

00:46:47: Ich finde es genial.

00:46:49: Es

00:46:49: schlägt so schön die Brücke zwischen dem Rückblick, in dem man versinken kann.

00:46:54: Und dem nur hier und jetzt, das einfach die Vergangenheit ausblendet, wofür auch der Aeon-Artikel ein bisschen sehr stark plädiert, da ist die Verbindung schön da.

00:47:02: Woher kommen die Sachen, aber was machst du jetzt?

00:47:05: Ich finde es so geil, weil es um Muster geht und ich liebe Muster.

00:47:09: Und dass wir, weil ich sage doch auch immer, wir haben Betriebssystem.

00:47:13: Ja, ja, das Bild.

00:47:15: Ja, und eigentlich sind doch dann die Schimmata-Betriebssysteme.

00:47:18: Ja, im Grunde ja.

00:47:19: Und ich meine ja auch immer, man braucht doch... Ab und zu mal ein Update, wo eine Kleinigkeit im Betriebssystem wieder verändert wird und verbessert wird, damit man besser funktioniert.

00:47:30: Dafür ist aber schon wichtig, sich das überhaupt bewusst zu machen, oder?

00:47:34: In den Code zu gucken.

00:47:35: Was ist denn das für ein Betriebssystem?

00:47:36: Was benutze ich denn hier?

00:47:38: Ja, genau.

00:47:38: Also ich sehe das immer so.

00:47:40: Ich denke mir jedes Mal, okay, ich kann doch was an meinem Verhalten langfristig ändern, wenn ich eine gewisse Verhaltensweise vielleicht ändere.

00:47:47: Ja.

00:47:49: Ich habe mir so ein Bild vorgestellt, bei der Kritik an einer Therapie, die zu viel in die Vergangenheit schaut,

00:47:54: eine

00:47:55: Wunde, wirklich eine körperliche Wunde und dass man sie durch dieses ständig da drauf schauen und hinschauen, das Heilend verhindert, weil man immer drin rumwühlt und sie immer wieder aufmacht.

00:48:06: Aber wenn man das komplett sein lässt, dann ist es ja auch irgendwie wie so ein Verbot.

00:48:10: Du sitzt in der Therapie und du kannst aber nicht fragen, woher habe ich diese Wunde, weil du dir das verbietest, in die Vergangenheit zu schauen.

00:48:18: Es ist doch schon berechtigt, sich oder halt in der Therapie gemeinsam zu fragen, woher kommt mir das Gefühl, dass ich gerade habe eigentlich bekannt vor.

00:48:27: Und dann muss die Antwort muss ja nicht lauten, ja von meiner Zeit, als ich drei, vier, fünf Jahre alt war.

00:48:33: Kann ja sein, dass es letztes Jahr war, vor letztes Jahr.

00:48:36: Und dann bist du schön verhaltenstherapeutisch in deiner Gegenwart.

00:48:38: Suchst nach neuen Strategien für das, was jetzt ein Problem in deinem Leben ist, ganz pragmatisch.

00:48:44: Aber berechtigt ist die Frage schon.

00:48:46: Ich würde nicht so weit gehen, die Kritik am Blick in die Vergangenheit, so weit gelten zu lassen, dass man da nicht mal überhaupt hinschauen soll.

00:48:53: Ja, weißt du, ich finde es voll wichtig, dass man auch so selber die Verantwortung wieder mit übernimmt, wenn man in die Therapie geht, dass man das Ganze mitgestaltet.

00:49:03: Also ich weiß, ich komme wieder jetzt hier mit Arbeit an, aber ich finde, das ist Arbeit.

00:49:09: Natürlich.

00:49:09: Zu einer Therapie zu gehen und mitzumachen.

00:49:11: Ich glaube, dass das ein abschreckender... Gedanke sein kann für viele, die halt sagen, na, ich will doch in Therapie, weil ich zu nichts mehr in der Lage bin.

00:49:20: Zum Arbeiten nicht und zu sonst nichts.

00:49:23: Warum muss ich da jetzt dann selber was machen?

00:49:25: Kann ich da nicht, wie zum Arzt, kann ich mich da nicht hinschleppen, verletzt, krank und ich werde verarztet und danach ist es wieder besser.

00:49:35: Weiß ich nicht, ob das so gut klappt.

00:49:38: Wir haben eine Sprachnachricht bekommen von einer Hörerin.

00:49:42: die viel Erfahrung mit Therapie hat und die das, finde ich, beide Seiten, das Selbstverantwortung übernehmen, aber auch das Aufgefangen werden.

00:49:50: Richtig schön zusammenfasst.

00:49:52: Hallo ihr zwei.

00:49:54: Ich mache dann auch mal mit.

00:49:56: Und zwar, ja, ich bin Dini, ich komme aus Soling und bin seit meiner Jugend eigentlich betroffen mit Depression und Angststörung.

00:50:06: Ich werde aber erst seit ich erwachsen bin.

00:50:09: Ich glaube, ich war knapp dreißig, als ich dann mit meinen Therapien

00:50:15: begonnen, nachdem es mir sehr

00:50:17: schlecht ging.

00:50:18: Ich habe dann zuletzt noch im Beruf funktioniert.

00:50:22: Aber irgendwann ging das auch nicht und dann musste

00:50:24: ich in die Therapie,

00:50:25: weil

00:50:25: ich eine schwere Depression hatte.

00:50:28: Und wie das so ist,

00:50:29: man

00:50:29: macht sich seelisch nackt.

00:50:31: Und natürlich habe ich meine

00:50:33: negativen

00:50:33: Erfahrungen gemacht und ich finde auch, die

00:50:35: Chemie muss

00:50:36: sehr passen.

00:50:36: Ich muss mich

00:50:37: wohlfühlen, damit ich offen sein kann, weil ich ansonsten blockiert habe.

00:50:43: Es ist auch völlig okay, auch zu wechseln oder sich neu zu orientieren, auch wenn man eine längere Therapie macht.

00:50:50: Und man merkt, man bleibt irgendwie an einer Stelle stecken.

00:50:54: Habe ich die Erfahrung gemacht,

00:50:56: ist es

00:50:56: ganz wichtig, offen ins Gespräch zu gehen.

00:50:59: Vielleicht passt es dann irgendwie aber einer gewissen Stelle nicht mehr.

00:51:02: Und ich habe auch schon mitten in der Therapie unterbrochen, weil irgendwie nicht weiter kam und habe mich dann auch neu orientiert.

00:51:09: Also das gebe ich auch gerne meinen

00:51:11: Lesern

00:51:11: weiter.

00:51:12: Ich bin auch aktives

00:51:13: Mitglied der Deutschen Depressionsliga und unterstütze

00:51:15: da gerne auch, wenn Menschen irgendwie Fragen haben.

00:51:19: Und das ist etwas, was

00:51:21: ich auch

00:51:21: immer ins Anreiz gebe.

00:51:23: Ansonsten habe ich eigentlich jetzt seit langer Zeit einen ganz, ganz

00:51:27: festen Platz

00:51:28: bei

00:51:28: unserer Tagesklinik,

00:51:29: die auch ambulante

00:51:30: Betreuung anbietet.

00:51:31: Ich habe dort meinen Genesungsbegleiter

00:51:33: plus

00:51:33: Psychiater.

00:51:35: wo ich mich immer melden kann

00:51:37: und ich komplett aufgefangen werde.

00:51:39: Ja, ich empfinde das so, dass Therapie, wenn man wirklich jemanden hat, wo man sich wohlfühlt,

00:51:44: dass es

00:51:45: wirklich ein sicherer Ort ist.

00:51:48: Ja,

00:51:48: es ist meine

00:51:49: Sicherheit,

00:51:50: mein

00:51:50: neutraler Ort,

00:51:51: wo ich hingehen kann, wo

00:51:52: ich mich aber verstanden fühle, wo dann nochmal

00:51:55: neutral

00:51:57: von oben beleuchtet wird, die Situation.

00:52:00: analysiert wird, ich mein Kopf sortiert bekomme und ich finde das unglaublich wertvoll

00:52:05: und hilfreich.

00:52:06: und ich bin froh, dass ich diesen Platz habe, weil ich habe diese Zeiten auch erlebt, wo dann wirklich alles sehr unsicher war und ich mich sehr

00:52:14: hilflos gefühlt

00:52:15: habe.

00:52:16: und gerade da ist ein guter,

00:52:19: fester

00:52:20: Therapieplatz wirklich sehr, sehr wichtig.

00:52:23: und ich rate auch immer dazu, bitte,

00:52:25: gebt euch nicht auf, es gibt einen Weg.

00:52:28: Und vor allen Dingen

00:52:29: gebe ich auch gerne weiter, wo man

00:52:31: neben dem ganzen

00:52:32: Therapieplatzgesuche auch noch

00:52:35: Alternative Hilfe bekommt.

00:52:36: Ich habe sie gefragt, ob wir das auch für die Show Notes haben können.

00:52:40: Vielleicht schickt sie noch was, dann kommt das in die Show Notes, weil sie auch von ihren Lesern spricht, dass man bei ihr direkt nachlesen kann.

00:52:47: Aber sie hat mir schon mal so ein bisschen zusammengefasst, was sie da immer an Sachen weiter gibt.

00:52:51: Nämlich, dass viele Städte einen sozial-psychiatrischen Dienst haben.

00:52:55: die gerade bei so was wie Überforderung mit Papierkram dann helfen können, also einfach bei der Stadt wirklich nachfragen.

00:53:01: Und dann gibt es Stellen wie die A-Wohl, Caritas, Diakonie, die können oft vermitteln oder die haben dann so eine Überbrückungsmöglichkeit.

00:53:09: Und dann gibt es noch den Tipp, die Ausbildungsinstitute aufzusuchen in der Nähe, wo man eben zum Therapeuten zu Therapeuten wird und danach zu fragen, die haben oft eine Ambulanz, man kann fragen, ob die Azubis haben.

00:53:21: Also eigentlich fährt die Gipsychologen, Psychologinnen, unter Supervision.

00:53:25: Die können schon behandeln und dann hat man dann einen viel schnelleren Zugang als in etablierten Praxen.

00:53:30: Die haben halt nur noch nicht so viel Berufserfahrung, das ist ein Nachteil, aber besser als nichts.

00:53:34: Also keine Erfolgsgarantie, dass man dann da auch was bekommt, aber immerhin einen Versuch wert.

00:53:40: Und jeden Versuch dokumentieren.

00:53:43: Also sie hat auch empfohlen sich auf Wartelisten setzen zu lassen und... in jedem Quartal nochmal zu checken.

00:53:49: Proaktiv ist jetzt was frei geworden.

00:53:51: Und das alles zu protokollieren.

00:53:53: Warum?

00:53:54: Weil du dann, dass es auch ein Versuch wird, eine andere Therapie privat dir suchen und bezahlen kannst, quasi vorstrecken.

00:54:02: Und du hast eine Chance, es erstattet zu bekommen.

00:54:04: Wenn du vorweisen kannst, schaut euch doch mal an bei der Krankenkasse.

00:54:08: Schaut euch doch mal an, wie lange ich hier schon suche und nichts kriege.

00:54:12: Ich habe mir geholfen.

00:54:13: statt irgendwann wirklich komplett am Ende in einer Notaufnahme zu landen, habe ich eine andere Sache gesucht, selber bezahlt, kriege ich das erstattet.

00:54:22: Und da hilft es natürlich, die langen Wartezeiten oder das ständig abgelehnt werden, protokollieren und vorweisen zu können.

00:54:30: Ich habe mal Chachibiti gefragt, weil das machen ja auch viele, wenn sie dann lange warten auf einen Therapieplatz, dass sie dann Chachibiti zur Hilfe ziehen.

00:54:39: Als

00:54:40: Therapie?

00:54:40: Ja.

00:54:41: Und ich habe mal Chachibiti gefragt, Wie ist es eigentlich so?

00:54:44: Was ist deine Meinung dazu?

00:54:46: Wie

00:54:46: schätzt du deine eigene Qualität als Therapeut ein?

00:54:49: Genau.

00:54:49: Und warum machen Menschen das?

00:54:51: Und dann hat Chachibiti gesagt, für viele ist es der erste nicht destruktive Dialog ihres Lebens.

00:54:58: Das darf man nicht kleinreden.

00:55:00: Für Menschen, die nie ernst genommen wurden, Angst vor Bewertung haben, keine Worte für innere Zustände haben, ist Chachibiti auf der erste Ort, an dem Gedanken nicht sofort unterbrochen oder relativiert werden.

00:55:12: Und ich finde, da ist voll was dran.

00:55:15: Ist es?

00:55:15: Es war auch Thema im offenen Google-Dokument.

00:55:17: Da wurden wir auch danach gefragt, was wir eigentlich davon halten, weil es ja genau das, was du gerade sagst, eine Schattenseite haben kann, dass man dann nur bestätigt wird.

00:55:26: Also, da schreibt eine davon, dass sie eine Freundin hat, die sie in den Wahnsinn treibt, weil die die ganze Zeit sich von Chechipiti therapieren lässt.

00:55:33: Und dann liest sie da mal rein, also die schickt ihr manchmal halt die Ergebnisse weiter.

00:55:37: Und sie liest das ChatGPT sie nur bestätigt und sagt, ja da bist du voll im Recht und so.

00:55:43: Ja, auf der einen Seite vielleicht das erste nicht destruktive Gespräch, finde ich eine sehr schöne Formulierung.

00:55:50: Vielleicht hilft es, wenn man das schon macht, vielleicht aus Alternativlosigkeit.

00:55:55: ChatGPT manchmal auch zu prompten in Richtung.

00:55:59: bitte widersprich mir.

00:56:00: fordere mich heraus.

00:56:01: Hinterfrage meine Ansichten oder meine Erklärungen.

00:56:05: Guck mal, ob ich Ausreden oder Erklärungen habe.

00:56:08: Und ich habe jetzt noch einen Offline-Tipp.

00:56:10: Ich glaube, dass wir als Freunde oft dazutendieren, wenn uns jemand etwas erzählt, dass wir sehr schnell einen Urteil darüber fällen, dass wir die Dinge sofort kleinreden.

00:56:22: Und ich glaube, das ist so eine Sache, das habe ich durch dich aus dem Schauspiel gelernt, aber auch so aus der Kreativwirtschaft, dass wir auch mal Räume schaffen, wo man einfach ein bisschen sein darf.

00:56:31: Also einfach auch mal erzählen lassen, ohne sofort eine Wertung und einen Urteil mit reinzubringen.

00:56:37: Hast du nicht auch Freundschaften, die sich gerade dadurch auszeichnen, dass man heimlich, wenn man sich wirklich zu zweit mit der anderen Person fühlt, dass man die unmöglichsten Dinge sagt?

00:56:49: und dann lacht und sich gegenseitig dafür feiert, dass man gerade unmögliche Dinge sagt.

00:56:54: Ja klar.

00:56:55: Ich habe auch Freundschaften, wo ich sein darf.

00:56:59: Dann einfach meine beste Freundin zum Beispiel weiß auch, dass ich eine Drama Queen sein kann und dann ist das völlig in Ordnung.

00:57:04: Und dann lachen wir auch zwei Tage später drüber.

00:57:06: Aber ich glaube, dass nicht alles sofort pathologisiert wird, nicht alles sofort irgendwie eingeordnet werden muss, das finde ich wichtig.

00:57:16: Kommen wir zum Autro ihres, ich hab in der griechischen Mythologie eine Episode gefunden.

00:57:21: Da dachte ich, das ist so eine schöne Metapher für Therapie.

00:57:25: Es fängt erstmal mit der Dummheit der Griechen an, dass sie denken, sie wären in Troja und sie fangen an zu plündern und eine Stadt anzugreifen, dabei ist das noch gar nicht Troja.

00:57:34: Das ist Mysien, ein anderes Königreich.

00:57:37: Und der König von Mysien, der heißt Telephos.

00:57:40: Und um den geht's mir heute, denn... Der wehrt sich natürlich, ne?

00:57:44: Der tritt den Griechen entgegen, der vermutlich schreit er auch.

00:57:46: Ey, wollt ihr nach Troja?

00:57:48: Da seid ihr nicht.

00:57:48: Ihr seid hier falschen Idioten.

00:57:51: Er kämpft, er kämpft auch selber.

00:57:53: Und er wird verletzt von Achilles.

00:57:55: Achilles trifft ihn mit seinem Speer am Bein.

00:57:59: Und das Interessante ist, dass seine Wunde nicht heilt.

00:58:01: Telefons hat die ganze Zeit diese Wunde, die einfach nicht mehr zugeht.

00:58:05: Wie so ein Sinnbild, ne?

00:58:06: Irgendwann geht er mit seiner nicht heilenwollenden Wunde... nach Delphi zum Orakel und sagt, was ist das hier?

00:58:13: Was soll ich machen?

00:58:14: Das ist ja scheiße.

00:58:16: Und Delphi ist dann jetzt der Therapeut,

00:58:18: ne?

00:58:18: Sozusagen.

00:58:19: Delphi ist eine Stadt.

00:58:22: Aber das Orakel in Delphi, sagt ihm, der dich verwundet hat, wird dich heilen.

00:58:28: Boah, das ist ein guter Satz.

00:58:30: Ja, da wird es dann natürlich auch wörtlich genommen in der Mythologie.

00:58:33: Das heißt, er geht zurück zu den Griechen und er sucht Achilles und er sagt hier, guck mal.

00:58:40: Diese Wunde, die hast du mir zugefügt.

00:58:42: Und ich war in Delphi und ich hab gehört, wer dich verwundet hat, würd dich heilen.

00:58:45: Heil das.

00:58:46: Und Achilles ist auch erst mal so, sagt, was?

00:58:48: Ich bin Krieger, ich bin kein Heiler.

00:58:50: Kann ich nicht.

00:58:51: Aber Odysseus bekommt das mit und sagt, ich glaub, ich checks.

00:58:55: Nimmt die Lanze von Achilles, kratzt den Rost vorne ab von der Klinge und streut den Rost in die Wunde.

00:59:02: Und zack, die Wunde geht zu und verheilt.

00:59:04: Das ist eine Sage, die ich nicht wortwörtlich nehmen würde.

00:59:08: Also wenn es um medizinische Tipps geht, dann sind die Griechen, dann ist generell... Bissle

00:59:12: Rost rein.

00:59:15: Nein, aber als Bild ist es doch total stark, oder?

00:59:22: Der Rost von der Lanze.

00:59:25: Ein Aspekt dessen, was mal passiert ist.

00:59:28: und ich schlag nochmal den Bogen zurück zu dem, was ich mit Filmtherapie meinte, zu Beginn des Themas.

00:59:33: Stellvertretende Geschichten.

00:59:35: Therapie, wenn sie gut läuft, ermächtigt dich.

00:59:39: Über die Dinge, wo du dich mal unmächtig gefühlt hast.

00:59:42: Wo dir Leid zugefügt wurde und du konntest nichts dagegen tun.

00:59:45: Deswegen bist du verletzt, vielleicht sogar traumatisiert, hilflos.

00:59:50: Etwas tut dir jedes mal neu wie eine Wunde, die nicht zugeht.

00:59:53: Du kannst in einer guten Therapie das Erlebnis, das das ausgelöst hat, nochmal neu durchleben und diesmal anders reagieren.

01:00:02: Das kannst du auf ganz viele Weisen tun.

01:00:03: Du kannst es dir erzählen, wie du gerne anders reagiert hättest.

01:00:06: Du kannst es dir richtig bildlich ausmalen.

01:00:08: Du kannst so weit gehen, es zu spielen.

01:00:10: Meine Freundin hat mir erzählt, dass ihre Therapeutin sie mal angeschrien hat, um zu reinszenieren, wie es in ihrer Kindheit war.

01:00:16: Und dass sie diesmal aber anders reagieren sollte als als Kind.

01:00:19: Und dass das ihr unglaublich schwer gefallen ist, das zu machen.

01:00:22: Sie sich erst mal wieder wirklich hilflos gefühlt hat wie als Kind und gar nicht damit klar kam.

01:00:26: Und ich habe auch genau solche Erfahrungen im Schauspiel gemacht.

01:00:29: Etwas nachzustellen, was ich in meinem Leben erlebt habe.

01:00:33: Da gab es dann sogar Zeugen, andere in der Gruppe, die dabei zugeschaut haben und die alle gesagt haben, Matthias, es ist so offensichtlich, was du anders machen müsstest und ich stehe aber weiter hilflos da und kannst wieder nicht richtig machen.

01:00:45: Aber du hast ja mehr als einen Versuch und du kannst dann irgendwann den Rost finden.

01:00:49: und in die Wunde streuen und sie dadurch heilen lassen.

01:00:52: Das ist ein schönes Ende, ich will gar nichts mehr sagen.

01:00:54: Macht's gut, bis nächste Woche.

01:00:56: Ciao Li.

01:00:56: Ciao Li.

New comment

Your name or nickname, will be shown publicly
At least 10 characters long
By submitting your comment you agree that the content of the field "Name or nickname" will be stored and shown publicly next to your comment. Using your real name is optional.