Sugarcoats – "Nennen wir das Kind doch beim Brunnen!"
Show notes
Wie sind Frösche eigentlich drauf? Und was ist eure Identität wert? Bitte keine Rückfragen! Herzlich willkommen zu einer Folge, die ihr mit eure Lunge hören und mit den Augen runterschlucken könnt. Erkennt mal euer eigees Potenzial! Nach einem erneuten Varoufake tanzen wir mit Papageien zu "Beat it" und lassen uns von der KI alles verderben. Matthias will singen und Iris gibt ein Versprechen für Menschen mit Verlustangst. Nach 5 bis 10 Tagen Reaktionszeit fragen wir Kevin live zu einer Meinungsverschiedenheit. Und es genügt, wenn er nickt. Wir drücken Synergien aus unserer Tränendrüse und finden auf der kosmischen Ebene alles scheißegal. Selbst ein Schlägle und ein bisschen Kriegsmüdigkeit. Wichtig ist die Frage nach den Konsequenzen. Die verrät uns ein leicht beschränkter Werner Herzog mit seinem Pinguin. Die beiden denken nämlich nicht über Hooks nach. Ihnen kommt es mehr auf die inneren Werte an. Potemkinsche Dörfer sind ihnen nicht relevant genug,
Shownotes
- Der besagte Aeon-Artikel
- George Carlin über Shell Shock
- Unser offenes Google-Doc, schreibt gern rein, lest gern nach!
- Kommt zur Tour im Mai, es wird nicht "interessant".
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Show transcript
00:00:00: Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit ist überhaupt nicht wichtig.
00:00:05: Iris, du machst mich fertig.
00:00:25: Ich komm damit noch gar nicht klar, was du mir gerade sagst.
00:00:28: Viel zu viele Rückfragen.
00:00:30: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Kappel Off.
00:00:33: Ich hab gerade Matthias die Frage gestellt, bevor wir hier aufgenommen haben.
00:00:36: Black Mirror Style?
00:00:37: bist du gerade hier.
00:00:38: Nein, das ist nicht Black Mirror Style.
00:00:39: Passt auf, ich stelle euch auch euch allen zu Hause diese Frage.
00:00:42: Ja, guckt mal, ob ihr davon nicht so überfordert seid.
00:00:45: Wenn ihr nur die Informationen bekommt, die Iris euch jetzt in folgender Frage verpackt.
00:00:49: Passt auch.
00:00:50: Wie viel Geld müsste man dir bieten, damit du deine Identität verkaufen würdest?
00:00:55: Ja, wie kann ich es wagen, da Rückfragen zu stellen?
00:01:03: Ja, guck doch mal.
00:01:04: Also folgen es hinein.
00:01:08: Eine Firma will mit dir Geld verdienen.
00:01:10: Kann ich ganz kurz da sagen, wenn auch nur einer oder eine von euch gerade keine Rückfragen dazu hätte in der Realität.
00:01:19: Dann müssen wir ein ernstes Gespräch miteinander führen.
00:01:21: Meldet euch bitte und sagt Bescheid, warum ihr keine Rückfragen zu dieser Formulierung gehabt hättet.
00:01:27: Und sofort sagen würdet, ja, dreißigtausend Euro im Bar.
00:01:30: Ja, pass auf.
00:01:31: Die Firma kommt jetzt auf dich zu und sagt, ich will von dir einen KI-Zwilling erstellen.
00:01:37: Okay.
00:01:37: Du bist damit, Vierundzwanzig Sieben verfügbar.
00:01:40: Wir werden dich in alle Länder der Welt einsetzen.
00:01:44: Das ist keine Rückfrage.
00:01:45: Ich will es nur mal so sagen, was ich mir dazu denke.
00:01:47: Wenn ich höre, du bist Vierundzwanzig Sieben verfügbar, dann heißt das nicht ich.
00:01:50: Ich kann mir einen vollen Dance machen.
00:01:52: Ich kann irgendwo anders sein.
00:01:54: Aber mein KI-Zwilling mit dem können die Vierundzwanzig Sieben anstellen, was sie wollen.
00:01:59: Du wirst irgendwelche Kooperationen mit Marken haben und so weiter und so fort und das auf der ganzen Welt.
00:02:03: Wie viel Geld?
00:02:05: Würdest du dafür nehmen?
00:02:07: Ja, okay.
00:02:07: Es ist viel präziser jetzt.
00:02:10: Ich denke mal, ich würde mir monatlich was auszahlen lassen.
00:02:14: Wie viel?
00:02:15: Etwas, das weit über dem liegt, was ich bräuchte, sagen wir mal, hunderttausend Euro monatlich.
00:02:20: Bist du billig?
00:02:24: Danke.
00:02:26: Ich stelle die Frage, weil Kaby Lame, der erfolgreichste Creator unserer Zeit.
00:02:32: Wenn ihr ihn nicht kennt, sehr kurz zusammengefasst, was ihn so zum erfolgreichsten Creator gemacht hat, er braucht keine Sprache.
00:02:38: Dadurch ist er auf keinen Land, keinen Markt festgelegt.
00:02:41: Er macht immer wieder eine Geste, sein Signature-Move.
00:02:44: Schultern hochziehen, Handflächen hochhalten und das Gesicht in so eine, wie offensichtlich ist das denn, so eine Geste.
00:02:52: Und damit kommentiert er immer irgendwas dumme Aktionen.
00:02:55: dass man schlecht mit einem Haushaltsgegenstand umgeht und er zeigt, wie es richtig geht.
00:02:59: und dann immer diese Geste.
00:03:00: Um meines Wissens nach war der ja sogar damals arbeitslos und hat dann einfach mit TikTok gestartet und jetzt bekommt er neunhundertsiebzig Millionen US-Dollar.
00:03:11: Auf einen Schlag.
00:03:12: Auf einen Schlag.
00:03:13: Okay, bis ich das hätte, müsste ein paar hundert Jahre vergehen mit meinem hunderttausender Modell.
00:03:18: Aber ich fühle mich trotzdem gerade nicht billig.
00:03:20: Also ich würde mich nicht schlecht bezahlt fühlen, mit hunderttausend Euro im Monat.
00:03:25: Was soll ich denn damit anstellen?
00:03:26: Aber guck mal, eigentlich ist das eine geile Frage mit der Identität.
00:03:30: Ja.
00:03:30: Es geht ja darum, z.B.
00:03:31: er hat jetzt auch Firmenanteile.
00:03:34: Okay, wie lame.
00:03:35: Also nicht nur knapp eine Milliarde, sondern auch... Ja genau, der hat in dieser knappen Milliarde sind Firmenanteile drin und er gestaltet diese Marke auch mit und so.
00:03:45: Und ich finde, man erkennt dann diese Frage und wie man sie auch für sich selbst beantwortet.
00:03:50: Wie viele Möglichkeiten und wie viel Potenzial sieht man auch in sich selbst?
00:03:54: Ja.
00:03:55: Wenn ich jetzt zum Beispiel sage, ja, ich will einen Millionenbetrag X. Also bei mir wäre es jetzt ein zweistelliger Millionenbetrag gewesen, den ich dafür gerne gehabt hätte.
00:04:04: Ja.
00:04:05: Dann hätte ich mir gedacht, ja, aber langfristig ist das nicht klug gedacht.
00:04:08: Also im zweiten Schritt.
00:04:10: Glaub ich auch.
00:04:11: Und deswegen finde ich das so spannend.
00:04:12: Und deine Hunderttausend Euro im Monat sagen eigentlich nö über dich aus.
00:04:17: Mach's irgendwie so einfach wie möglich, gib mir ein bisschen Geld rüber, ich will eigentlich mit nichts zu tun haben.
00:04:23: Das ist doch aber eine angemessene Belohnung dafür, dass mir meine Identität kopiert und benutzt wird für was auch immer.
00:04:30: Dann hab ich wenigstens meine Ruhe.
00:04:32: Und ich habe dann im nächsten Schritt habe ich drüber nachgedacht, weil ich würde es doch nicht gern verkaufen wollen.
00:04:37: Ach gar nicht.
00:04:38: Ja, weil ich will selber gestalten.
00:04:41: Und dann habe ich mich über mich selber geärgert und habe mir gedacht, klasse.
00:04:45: Nur weil ich selber gestalten will, bleibe ich ohne Geld.
00:04:48: Ja, nicht nur das.
00:04:49: Du hast nicht verkauft und irgendwer kommt und klautst dir, ob du willst oder nicht.
00:04:53: Oder das.
00:04:53: Ich habe heute noch ein Fake Video von Janis Varoufakis gesehen, das viele geglaubt haben.
00:04:58: Es war auch glaubwürdig.
00:04:59: wo er etwas zur gegenwärtigen Lage in der Welt erzählt.
00:05:02: Und erst mal, wenn man zuhört, denkt man sich, oh, auch Insider-Informationen.
00:05:06: Die er hat, er baut das damit direkt auf, ne?
00:05:08: Ich hab was über ein Meeting und einen Anruf mitbekommen.
00:05:12: Du bist richtig gespannt und willst wissen, was denn?
00:05:15: Ja, Fake.
00:05:17: Ja, ich bin die Woche aufm Fake-Video mit mehreren Papageien reingefallen, die gleichzeitig zu Beaded von Michael Jackson tanzen.
00:05:27: Das ist nicht dein Ernst.
00:05:30: Ja, ich habe dann erst relativ spät erkannt, dass das KI ist.
00:05:34: Mal wieder.
00:05:36: Und jetzt machen wir Tiervideos keinen Spaß mehr, weil ich das teilweise nicht unterscheiden kann, ob das KI ist oder nicht.
00:05:41: Und dann machen sie die alle auf einen Schlag keinen Spaß mehr.
00:05:43: Ja.
00:05:44: Ich habe keinen Bock auf KI-Videos.
00:05:46: Du lässt dir zu viel verderben.
00:05:48: Ja, ich finde KI-Videos das nicht so mein Ding.
00:05:50: Ich finde es cool, wenn das sinnvoll eingesetzt wird mit einer coolen Idee.
00:05:54: Aber wenn es mir die Realität vorgaukeln soll, dann mag ich das nicht.
00:05:58: Nee, ich auch nicht.
00:05:59: Hast du recht.
00:06:00: Aber okay, wir sind auf verschiedenen Themen jetzt gerade zu sprechen bekommen.
00:06:04: Ich würde gern weitermachen mit Fröschen, wenn zu viel ist.
00:06:09: Ist das ein Fake, worauf du reingefallen bist, was du da jetzt über Frösche erzählen willst?
00:06:13: Ich habe das nochmal geprüft.
00:06:15: Ich habe die Woche gesehen, das weibliche Frösche.
00:06:19: sich totstellen, wenn sie einen unattraktiven Frosch sehen.
00:06:25: Weil die wollen absolut nicht sich paren.
00:06:28: Ein unattraktiven Frosch, okay.
00:06:31: Und dann wollte ich herausfinden, warum ist das so?
00:06:33: Das kann doch nicht sein, dass die einfach nur die anderen Frösche hässlich finden, ne?
00:06:38: Und dann habe ich herausgefunden, wenn die sich sparen.
00:06:41: Dann sind die Männchen teilweise so heftig drauf und manchmal gibt es so Konstellation, dass mehrere Männchen ein Weibchen festhalten.
00:06:50: Ach du Scheiße.
00:06:52: Und sie stirbt dann dabei.
00:06:54: Iris, noch einmal, das Intro ist dazu gedacht, dass wir wirklich im Intro machen wir Sugarcoating.
00:07:01: Wir gehen noch nicht in die vollen.
00:07:03: Wir kümmern uns noch nicht um Parallelen, solche Parallelen zwischen Tierwelt und leider Menschenwelt.
00:07:09: Aber ich habe noch mehr Fakten über Frösche.
00:07:12: Ich habe dann wirklich drüber nachgedacht.
00:07:15: Wie sind Frösche eigentlich drauf?
00:07:17: Wusstest du, dass die mit den Augen schlucken?
00:07:21: Ja, das wusste ich.
00:07:22: Ja, habe ich auch schon gesehen.
00:07:24: Und dass die mit der Lunge hören?
00:07:25: Nee, das wusste ich nicht.
00:07:27: Und dass die einen dreihundertsechzig Grad Blick haben?
00:07:32: Und dass die über ihre Haut trinken können?
00:07:36: Und jetzt kommt der Lieblings-Hack, den ich habe mit den Fröschen.
00:07:40: Ich wünschte, dass wir Menschen das auch hätten, wenn die was Schlechtes gegessen haben.
00:07:45: Dann holen die den Magen raus.
00:07:48: Das habe ich auch wiederum gesehen.
00:07:49: Und machen den sauber, machen den wieder rein.
00:07:52: Wie gern würde ich meinen eigenen Magen einfach kurz reinigen, wenn ich einen Mist gegessen hätte.
00:07:56: Würdest du das dir einbauen lassen für neunhundertsebzig Millionen und Firmenanteile?
00:08:02: Startup-ID.
00:08:03: Magen rein, Magen raus.
00:08:06: Inside out.
00:08:07: Ja.
00:08:07: Iris, kann es sein, dass du, das ist mir in letzter Folge schon mit deinem mediterranen Fischgestank aufgefallen, dass du zurzeit so ein bisschen mit random Kleinstbeobachtungen oder aufgeschnapptem aus dem Alltag dich ablenkst von der Welt, von allem, was gerade schwer erträglich ist.
00:08:23: Steckt das dahinter?
00:08:25: Ich glaube, ich habe das schon mein Leben lang gemacht.
00:08:27: Ist das schon eine Form von Sugarcoating?
00:08:29: Ich glaube schon.
00:08:31: Nein.
00:08:32: Wisst ihr, das ist momentan so ein bisschen schwierig.
00:08:34: Ich habe selber jetzt auch privat krasse Jahre gehabt.
00:08:39: Und jetzt ist gerade mal so die Zeit, wo man wieder durchatmen darf.
00:08:42: Eigentlich.
00:08:43: Eigentlich.
00:08:43: Und jetzt ist aber die Weltlage total krass.
00:08:46: Und ich merke es am Umfeld.
00:08:48: Ich merke es auch online, dass das sehr, sehr schwierig ist.
00:08:51: Und ich glaube, ich schütze mich da jetzt einfach gerade so ein bisschen, dass ich sage, okay, jetzt nehme ich mir mal meine Zeit, um wieder mal klarzukommen.
00:08:58: Das ist auch gut.
00:08:59: Und geht mir ähnlich.
00:09:00: Und dann bin ich eher mit Froschfakten.
00:09:05: Bei mir ist es... Wie hat zum Beispiel das Ray-Konzert richtig viel gegeben.
00:09:09: Ich war da jetzt.
00:09:10: Ich habe mich mit Ray neulich beschäftigt.
00:09:13: Das ist total toll.
00:09:14: Sie ist ja eine richtige Creatorin eigentlich.
00:09:16: Die macht ja alles selber.
00:09:17: Die produziert das selber, die schreibt das selber.
00:09:20: Und es hat mich auch wieder inspiriert für unsere Show.
00:09:23: Du willst jetzt singen.
00:09:26: Oh Gott, das will ich.
00:09:27: Nein.
00:09:28: Aber sie hat wirklich, wie du sagst, Craterin, sie hat sehr gestaltet, auf der Bühne plötzlich eine Jazzbar gehabt und so.
00:09:34: Und darin eine Geschichte erzählt.
00:09:37: Und dann auch so frei mittendrin und gesagt, ja, keine Ahnung, wohin die Geschichte jetzt führt, brechen wir sie ab und machen jetzt einen neuen Song und so.
00:09:45: Ich fand einfach, da war wirklich viel Herz und Hoffnung, von der sie auch spricht, dass Musik für sie Hoffnung ist.
00:09:52: Woran hast du das festgemacht, dass da so viel Herz war?
00:09:54: Naja, das habe ich gespürt.
00:09:59: Wir gucken ja Konzerte und Abendveranstaltungen, ich sag mal, mit einem anderen Auge.
00:10:04: Genau.
00:10:05: Wir gucken immer darauf, wie es das konzipiert, wie sind die Menschen.
00:10:09: Für mich war es kein Kitsch, wahrscheinlich weil sie selber auch immer wieder humorvoll gebrochen hat und kommentiert hat, dass sie gerade pathetisch ist, aber dass sie es auch wirklich sein will, weil sie fest dran glaubt, mich hat es einfach überzeugt.
00:10:22: Also an irgendeinem Punkt hast du das, glaube ich, mit jedem Menschen oder mit jeder Show und mit allem.
00:10:26: Du fühlst es, du kannst es nicht mehr an irgendwas endgültig festmachen.
00:10:30: Ich fand es total überzeugend.
00:10:31: Ich fand es auch überzeugend, dass sie ihre eigenen Schwestern, die jüngeren Schwestern als Vorband mit in die ausverkaufte U-Bah-Arena nimmt und die auf die Bühne stellt.
00:10:39: und die sind noch nicht so krass, souverän und groß und weit wie Ray, können dann da aber vor Tausenden von Menschen spielen.
00:10:47: Und war vielleicht das, was so viel Herz reingebracht hat, weil es einfach nicht komplett perfektioniert war.
00:10:53: Genau.
00:10:54: Das kann gut sein, ja.
00:10:56: Also ich fand es richtig schön, das zu sehen, wenn du mit einer Kunst, die vielleicht vor Hunderten von Menschen schon super funktioniert, aber dass sie jetzt hier gleich zum Start vor Tausenden von Menschen singen dürfen und dass das richtig gern angenommen wird von den Leuten.
00:11:11: Man sieht, dass die die besten Bedingungen haben, da jetzt richtig schön reinzuwachsen.
00:11:17: Mit Herz, nicht mit Selbstüberschätzung.
00:11:19: Also, wenn ihr jetzt noch was Unperfektes demnächst sehen wollt.
00:11:25: Kommt zu unserer Tour?
00:11:26: Ja.
00:11:28: Die Shows sind mit ganz viel Herz und wir wollen jetzt, also es ist eine neue Tour, es ist nicht die gleiche Tour wie letztes Jahr.
00:11:34: Sie wird heißen, was ist dein scheiß Problem?
00:11:37: Das neue Foto kommt jetzt online.
00:11:39: Wir wollen von euch Scheißprobleme haben, die wir kreativ lösen.
00:11:43: Das hat wunderbar letztes Jahr geklappt.
00:11:45: Ja.
00:11:46: Und wir wollen das noch ein bisschen größer aufziehen.
00:11:48: Ein bisschen ist gut.
00:11:49: Wir wollen das jetzt richtig groß aufziehen.
00:11:51: Wir würden jetzt anfangen schon mal Material dafür zu sammeln.
00:11:54: Also, wir hatten bisher mal das Problem, dass das so zweischneidig wurde.
00:11:56: Einerseits haben wir Sprachnachrichten für die Folgen gesammelt, andererseits immer angekündigt, schickt uns was für die Tour.
00:12:01: Lass uns das doch jetzt mal wirklich sehr entschieden machen und die nächste Folge schon mal in diese Richtung Material-Sammlung machen.
00:12:08: Wie wär's mit Couple of Solutions?
00:12:10: Find ich super.
00:12:11: Also kreative Lösungen, eurer scheiß Probleme, schickt uns sie.
00:12:14: Wenn ihr bei einer Show sein werdet, könnt ihr ja dazu sagen, ich bin dann in Ulm dabei, ich bin dann in Nürnberg dabei oder was.
00:12:21: Dann überlegen wir uns dafür schon mal was für die jeweilige Stadt, was wir daraus machen können.
00:12:27: Und eben das meine ich mit größer, dass wir was inszenieren, dass wir uns richtig Elemente dafür überlegen.
00:12:32: Aber jetzt eben auch schon für die nächste Podcastfolge.
00:12:34: Im Zentrum von den Shows wird stehen, wie bleiben wir eigentlich miteinander in Verbindung?
00:12:38: Und wir haben so viel neuen Stoff, Leute, wirklich durch diese Trennung.
00:12:42: Und was wir da jetzt alles in den letzten Monaten durchgemacht haben.
00:12:45: Kann ich das auch einmal mit dazu sagen von wegen Trennung, wenn irgendwer Angst hat, dass das Thema Trennung.
00:12:52: ein schweres sein könnte oder ein ansteckendes sein könnte.
00:12:55: So hin und wieder lesen wir das in vereinzelten Kommentaren.
00:12:58: Ich wollte kommen, ich komme lieber doch nicht nach, ertrenne ich mich.
00:13:00: Es gibt null Grund, das zu befürchten.
00:13:03: Ich sehe das anders.
00:13:04: Echt?
00:13:04: Wenn man schon Angst hat, dass man sich wegen der Show trennen könnte.
00:13:08: Ja, ich weiß, Iris, das denke ich mir doch auch dabei.
00:13:11: Aber dann ist es trotzdem wahr, wenn ich sage, dann sind wir nicht dafür verantwortlich, gar nicht.
00:13:16: Ich weiß nicht, was mein Gedanke dazu ist.
00:13:18: Ich glaube, wenn man endlich ein bisschen mehr Entspannung braucht, weil man so Angst hat, Menschen zu verlieren.
00:13:25: Und diese Angst, die ist groß, die haben ganz, ganz, ganz viele Menschen.
00:13:29: Dann ist diese Show genau das Richtige für euch.
00:13:32: Also das ist ein Versprechen, das ich geben kann.
00:13:35: Ihr geht mit neuen Gedanken raus und ihr werdet entspannter mit diesem ganzen Thema umgehen, mit jemandem verlieren zu können.
00:13:42: Und mit mehr Werkzeugen, eine Person trotzdem noch richtig zu halten.
00:13:46: So zu halten, wie es sich dann... besser anfühlt.
00:13:49: Aber erst mal brauchen wir von euch ein scheiß Problem.
00:13:56: Hallo ihr zwei und zwar habe ich eine Freundin.
00:13:58: Wir kennen uns seit ungefähr zwei Jahren.
00:14:00: Wir haben schon ein paar Sachen zusammen durchgemacht.
00:14:03: Unsere Gespräche sind immer toll.
00:14:04: Wir haben immer viel Spaß zusammen.
00:14:06: Aber na ja, gegenseitig ist es bei uns so, dass wir manchmal so fünf bis zehn Arbeitstage brauchen, um uns gegenseitig zu antworten.
00:14:13: Jetzt hat sich die gute Frau seit Anfang Dezember, nicht mehr bei mir gemeldet, auch ich nicht, Weihnachten war viel los.
00:14:21: Anfang Januar habe ich ja dann geschrieben, wie sie dann geht.
00:14:24: Nachdem sie dann lange nicht geantwortet habe, habe ich jetzt zwei Wochen später nochmal geschrieben und dann auch gefragt, hey, wie geht's?
00:14:30: Ist alles in Ordnung?
00:14:31: Manchmal grätscht ja, dass sie leben auch so dazwischen, was ja völlig in Ordnung ist, aber daraufhin hat sie sich jetzt immer noch nicht gemeldet und das ist jetzt auch schon wieder zwei Wochen her.
00:14:40: Und ich weiß jetzt nicht so recht, was ich machen soll.
00:14:43: Soll ich gleich mit der Tür ins Haus fallen und sagen, hey, ich find's nicht in Ordnung, dass du dich so lange nicht meldest.
00:14:47: Ich mein, wer weiß, vielleicht ist ja irgendwas Schlimmes bei ihr passiert.
00:14:51: Oder soll ich zu ihrer Wohnung fahren und gucken, ob sie da ist, ob sie ihren Alltag ganz normal verbringt.
00:14:56: Oder soll ich einfach weiter voranschreiten und mir denken, tja, das war's dann wohl mit dieser Freundschaft.
00:15:01: Es liegt mir aber sehr viel daran.
00:15:02: Aber andererseits möchte ich gerne Energienmenschen stecken, die sich auch bei mir melden und mich wahrnehmen.
00:15:08: Ja, vielleicht habt ihr eine kreative Lösung, wie ich rausfinde, ob sie noch lebt und ob sie mich mit Absicht ghostet oder ob sie einfach das mal fünf bis zwanzig Arbeitszeichen braucht, um sich bei mir zu melden.
00:15:21: Dankeschön.
00:15:22: Oh, ich kenne das.
00:15:23: Von welcher Seite?
00:15:24: Ach.
00:15:25: Von beiden Seiten.
00:15:26: Irgendwie schon.
00:15:26: Ich bin manchmal schlecht darin, mich dann zu melden.
00:15:29: Aber das ist nur, das ist nur, weil bei mir sehr viel dann los ist gleichzeitig.
00:15:34: Obwohl.
00:15:35: Ich gehöre zu den Leuten, die zwei Blau-Haken bei WhatsApp haben.
00:15:38: Es gibt die Grau-Haken und es gibt die Blauen-Haken.
00:15:41: Und ich gehöre zu den Blau-Haken.
00:15:42: Das heißt, du signalisierst den Menschen, ich habe durchaus gelesen, was du mir geschickt hast.
00:15:47: Ich antworte immer super schnell.
00:15:49: Auf mich kann man zählen.
00:15:50: Wie machst du das?
00:15:52: Weiß ich nicht, man hat das einfach ganz schnell nebenher, da ich sage zack zack und ich sage auch dann oft, ich kann gerade nicht, ich melde mich bald.
00:15:58: Und das ist für mich der Grund, warum ich nicht direkt antworte.
00:16:01: Weil ich mir vorstelle, für den anderen ist es leichter, sich vorzustellen.
00:16:05: Matthias hat es zwar bekommen, aber noch nicht geschafft, richtig zu lesen und zu antworten, wird er schon noch.
00:16:09: Das ist doch Bullshit, Matthias.
00:16:09: Wir haben alle unser Handy, wir haben alle unser Handy, wir haben alle unser Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, wir haben unsere Handy, Die andere Person wird denken, boah, der hat das Handy immer noch nicht nach drei Tagen in die Hand genommen.
00:16:28: Und du Blau-Haken, du glaubst, dass wenn ich von dir lese, ja, ja, machen wir bald, dass ich das ernst nehme, dass ich dir das abkaufe.
00:16:34: Na klar, wenigstens sage ich dann, ich kann gerade nicht, hab's aber gelesen, ich melde mich bald.
00:16:40: Und dann kommt das aber nicht.
00:16:41: Ich glaube sehr daran, dass Menschen besser damit klarkommen, wenn sie bewusst wissen, dass sie gerade depriorisiert werden und eine Erklärung dafür bekommen.
00:16:51: Anstatt wenn ich so tue, als ob ich die Sachen jetzt gerade einfach nur nicht schaffe.
00:16:56: Ich hab das völlig... Ich hatte neulich hatte ich... Das tut doch aber gar nicht so, es ist ja so.
00:17:00: Ich mach gerade was komplett Neues und ich merke, ich fahre damit besser.
00:17:04: Ich sag den Leuten, was los ist.
00:17:06: Und jetzt zum Beispiel ihr würd ich auch raten.
00:17:09: Einfach mal das Offen sagen.
00:17:11: Einfach mal Offen sagen, hey weißt du was?
00:17:13: Ich hab mich jetzt schon zwei, drei mal gemeldet, hab keine Antwort bekommen.
00:17:15: Es fühlt sich für mich nicht gut an.
00:17:17: Ja.
00:17:18: Und das auch wirklich mal so kommunizieren, weil ich glaube, dass viele Verbindungen einschlafen, haben auch damit zu tun, dass wir dem anderen gar nicht sagen, dass er uns was bedeutet.
00:17:30: Gut Iris, das stimmt.
00:17:32: Wir sagen das ganz oft nicht.
00:17:33: Ich habe neulich eine, das ist auch eine befreundete Creatorin, die dann zu mir gesagt, die wohnt hier bei mir in der Nähe.
00:17:39: und dann hat sie gemeint, Boah Iris, wie toll, dann können wir doch zusammen Co-Working machen und so.
00:17:44: Und dann hab ich Nutze gemeint, das kannst du vergessen.
00:17:46: Also, ich hasse co-working.
00:17:49: Ich kann überhaupt gar nicht mit allen Leuten zusammenarbeiten.
00:17:51: Das geht nicht.
00:17:52: Und ich hab mir das völlig ehrlich gesagt.
00:17:58: Ja, das ist gut.
00:17:58: Und früher hätte ich gesagt, ja, mal schauen, vielleicht irgendwann, weil ich ja niemandem wehtun möchte.
00:18:04: Aber ihr hab ich das direkt gesagt, warum?
00:18:07: Weil sie mir was bedeutet.
00:18:08: Wie passend zum Thema.
00:18:10: Das Thema.
00:18:13: Du bist jetzt viel zu schnell ins Thema und jetzt hört sich die Geschichte so an, als ob ich der einen Person einfach nur gesagt hätte, mit dir arbeite ich nicht zusammen und damit hätte ich die Verbindung gestärkt.
00:18:24: Ja, genau so kam die Geschichte bei mir an.
00:18:26: Nein, ich habe ihr dann aber auch klar gemacht, dass ich unsere Bindung sehr schätze auf sehr vielen Ebenen.
00:18:33: Ich habe nur keine falschen Versprechungen mehr mit zusammenarbeiten oder so gemacht.
00:18:37: Ja, wo ist der Widerspruch?
00:18:38: Genauso verstehe ich es.
00:18:39: Echt?
00:18:39: Du machst keinen Sugarcoating und sagst damit der anderen Person aber auch.
00:18:43: Du bist mir das Wert.
00:18:44: Du bist es mir Wert, dass ich dich nicht vertröste, eine unehrliche Aufschiebeantwort gebe oder einfach so... Nee, die ist klasse, die sehe ich gern, die Person.
00:18:52: Ja, na siehst du.
00:18:53: Das passt doch zusammen.
00:18:54: Hast du mal bei dir bei Prüftodo-Sugarcoating machst?
00:18:57: Nö.
00:18:58: Also schön reden für alle, die jetzt nicht wissen, was wir hier gerade besprechen.
00:19:01: Und zwar euphemismen.
00:19:06: Was ist?
00:19:07: Und zwar euphemismen.
00:19:10: Das war eine schöne Erklärung.
00:19:12: Nennen wir das Kind doch mal beim Brunnen, um ihres Garfreds zu zitieren.
00:19:15: Das habe ich heute gesagt.
00:19:16: Ich kam nicht mehr klar.
00:19:18: Nennen wir das Kind beim Brunnen.
00:19:21: Also wo machst du das mit dem schönen Reden, Herr Ringe?
00:19:30: Ich würde eigentlich von mir selber behaupten, dass ich es nicht besonders viel tue.
00:19:34: Oder wenn ich es tue, dass ich es nicht gerne mache.
00:19:37: Ja, finde ich auch, du machst das nicht so gern.
00:19:39: Es kostet mich viel Energie.
00:19:41: Und ich habe einen Bereich, der sich so über Wochen durchzieht in meinem Leben, immer mal wieder.
00:19:48: Da muss ich die ganze Zeit schön reden und es nervt mich so, also ich muss gucken, wie es erzählen kann.
00:19:53: Eigentlich ist es nämlich eine wirklich lustige Sache, aber man muss ein bisschen nachvollziehen, man muss ein bisschen mitkommen.
00:19:57: Mein Freund in den USA, der hat doch eine Debattenplattform geschaffen.
00:20:02: Schreibt ihr da immer noch drauf?
00:20:04: Ja, immer mal wieder.
00:20:04: Er hat jetzt eine neue Debatte mit mir angefangen.
00:20:08: Und die hat er so programmiert, die ist KI-basiert.
00:20:11: Er schreibt was, ich antworte, er antwortet.
00:20:13: So, jeder dieser Beiträge wird erstmal durchleuchtet von der KI, ob Shitmoves drinstecken.
00:20:20: Ob irgendwas nicht okay ist, ob irgendwas unfaire Debattenmethoden sind.
00:20:24: Lass mich raten, du bist ein Shitmover.
00:20:25: Ja, natürlich.
00:20:28: Selbstverständlich ihres.
00:20:30: Aber auch mit Stolz.
00:20:32: Also so sehr, und das ist das Witzige daran, so sehr, dass ich mich bei ihm dann in WhatsApp beschwert habe.
00:20:38: Habe ich ihm geschrieben, woher weißt du, wie viel Kraft mich das kostet?
00:20:41: Jedes Mal das, was ich dir eigentlich schreiben will, ich habe es unehrlich genannt.
00:20:45: Ich habe gesagt, deine Plattform ist unehrlich.
00:20:49: Ich will dir da eigentlich ganz konkret auf etwas antworten und kann nicht.
00:20:54: Ich kann es nicht benennen.
00:20:56: Weil du drum herum reden musstest?
00:20:58: Ja.
00:20:58: weil es sonst nicht durchgeht.
00:20:59: Weicher machen muss.
00:21:00: Ja, richtig.
00:21:02: Ich benutze sogar, ich benutze KI, um durch die KI zu kommen.
00:21:07: Ich gebe Chatti meine Antwort und sage, guck mal, das will ich meinen Kumpel antworten, der ist schon komplett drin.
00:21:12: Chatti ist richtig on fire, der sagt dann noch immer, ah ja, das ist immer ein guter Punkt, den dein Freund da macht.
00:21:17: Aber deine Antwort hat ja auch Substanz.
00:21:19: Ich helfe dir dabei, sie so zu formulieren, dass sie keine Flex bekommt.
00:21:22: Und dann erkenne ich die Antworten nicht wieder.
00:21:25: Aber da steht doch jetzt gar nicht mehr drin.
00:21:28: Dass ich seinen Vergleich gar nicht nachvollziehen kann.
00:21:31: Nur so was.
00:21:32: Allein das.
00:21:32: Ich kann deinen Vergleich nicht nachvollziehen.
00:21:34: Das muss ich doch sagen können.
00:21:36: Ich kann das so verstehen.
00:21:37: Also was ich ja bei uns privat oft schätze.
00:21:40: Ja.
00:21:40: Wir zwei, wenn wir eine Diskussion haben, wir sind oft nicht einer Meinung.
00:21:43: Ja.
00:21:44: In vielen Themen.
00:21:44: Das sehe ich anders.
00:21:47: Aber wir können uns richtig fetzen.
00:21:49: Ja.
00:21:49: Und ich beobachte mit ein bisschen... Friedlichkeit im Herzen, dass das nicht nur mit mir der Fall ist.
00:21:56: Was?
00:21:56: Dass das mit deinem neuen Freund auch voll ist.
00:21:58: Was?
00:21:59: Ja, dann denke ich mir, okay, liegt nicht an mir.
00:22:01: Ganz kurz, stopp.
00:22:02: Nicht nur an mir.
00:22:03: Ganz kurz, stopp.
00:22:04: Wir holen ganz kurz mal einen Freund.
00:22:06: Okay.
00:22:07: Ja.
00:22:09: Kevin, kannst du mal ganz kurz kommen?
00:22:11: Ja.
00:22:11: Muss bei Iris mit reinreffen.
00:22:12: Ja, gehen wir gucken mal hier an meinen.
00:22:15: Ja.
00:22:16: Wie ist es so, wenn du mit mir streitest?
00:22:20: Wir und Streiten, wir haben uns auch noch nicht gestritten.
00:22:22: Wir haben doch... Fekte Antwort.
00:22:26: Wirklich, oder?
00:22:27: Ja.
00:22:27: Hast du etwa erzählt, dass wir gestritten haben?
00:22:28: Nee, er hat gesagt, dass das zwischen uns auch irgendwie fetzen kann.
00:22:33: Kevin, du kommst gerade nicht raus aus der Nummer, weil ich hab dich sogar heute drauf angesprochen.
00:22:37: Ich hab dir heute sogar gesagt... Was?
00:22:39: Ja, ihr beide habt einen kleinen... Nicht Streit ist zu viel gesagt, aber Meinungsverschiedenheit.
00:22:43: Das war auch das Wort, das du gerade in Bezug auf mich verwendet hast.
00:22:45: Und dann hab ich dir doch heute gesagt... Ich beobachte mit ein bisschen Frieden im Herzen zu sehen, dass das zwischen euch beiden eine ähnliche Dynamik ist.
00:22:54: Erinnerst du dich, dass ich dir das heute gesagt habe?
00:22:57: Genügt ist, wenn ich nicke, oder?
00:23:02: Ich werde das sofort unterbinden, dass ihr euch versteht.
00:23:05: Oh, Scheiße.
00:23:06: Das ist genau das, das jetzt so anfängt, zu zweit über mich zu reden.
00:23:12: Aber wieso über dich, über die gemeinsame Dynamik?
00:23:15: Es ging gar nicht gegen dich.
00:23:16: Ist das überhaupt nichts damit zu tun, dass du irgendwas schlecht machst?
00:23:20: Einfach nur im Gegenteil.
00:23:22: Eine Entlastung für mich, dass es allein bei mir läge.
00:23:25: Denn daher kommen wir gerade, Kevin.
00:23:26: Ich habe davon gesprochen, dass ich mit meinem Freund in den USA auch in Streit gerate.
00:23:32: Und ich wollte einfach nur sagen, ich freue mich darüber, dass das offensichtlich nicht immer nur komplett bei mir liegt.
00:23:38: Also, wenn ich diese Situation nochmal recitieren kann, war ja letzten Endes nichts anderes als, also du hast mir letzten Endes nur verkauft, dass du gerade über einen Thema nichts sprechen möchtest und bei mir hat es aber einen Moment gedauert.
00:23:50: Und Matthias hat diesen Moment gecheckt und hat das mit einem ganz kurzen Blickkontakt quittiert.
00:23:57: Und du hast verstanden, dass ich das verstanden habe.
00:23:59: Ja, ziemlich gut zusammengefasst, ja.
00:24:00: Gut, du kannst ... Dann kann ich jetzt auch wieder gehen.
00:24:05: Ich versuche euch zwei alleine für das Jahr spielen und spiele auch noch.
00:24:09: Bis dann.
00:24:10: Danke, Kevin.
00:24:13: Na, zufrieden?
00:24:14: Warte mal ganz kurz, ne?
00:24:17: Was zur Hölle bespricht du an Leide mit meinem neuen Freund?
00:24:20: Ja, genau das.
00:24:22: Nicht mehr und nicht weniger.
00:24:23: Iris, du bist nie die Ehrlichkeit wert, dir das zu erzählen.
00:24:26: Ich werd auch Breit anrufen und dann auch mal mit ihr.
00:24:29: Ja, bestimmt auch die gleichen Dynamiken und so.
00:24:32: Oh ja.
00:24:33: Oh ja.
00:24:33: Tatsächlich.
00:24:34: Ja, ne?
00:24:35: Na klar.
00:24:35: Das ist so scheiße, wenn man das plötzlich erkennt, oder dass man dann auch selber vielleicht das Problem ist.
00:24:42: Wir sind ein Spiegel manchmal.
00:24:44: Das ist halt so.
00:24:46: Ich mach mal die erste Spanne echt rein.
00:24:47: Gerne.
00:24:48: Hallo Iris, zu neuen Folge Sugarcodes.
00:24:50: Fällt mir ein, mich nervt es richtig hart, wenn Menschen hauptsächlich im Business-Kontext nicht mehr von Problemen reden, sondern plötzlich von Herausforderungen.
00:25:00: Und damit meinen irgendwie das Ganze positiver darstellen zu können.
00:25:04: Ich bin immer noch der Meinung, wenn es ein Problem ist, dann ist es einfach ein Scheißproblem und dann kann man auch einfach darüber reden.
00:25:10: Irgendwie diese Umschreibung als Herausforderung checkt sowieso jeder und es macht es kein Deut besser.
00:25:17: Ich kann Ihnen so verstehen.
00:25:18: Ich fand es eine herausfordernde Nachricht.
00:25:22: Es ist wirklich, ich fand das immer schon schlimm, wenn man die Dinge nicht benennt, so wie sie sind.
00:25:28: Ich finde, es kommt ein bisschen drauf an, wie ehrlich es ist oder nicht.
00:25:32: Manchmal ist etwas nun mal einfach wirklich eine Herausforderung oder es kann helfen.
00:25:37: Wirklich darin eine Herausforderung zu sehen, wenn du nicht wie der letzte schleimige Bullshitter dabei rüberkommst.
00:25:43: Ich kann aus einer ganz besonderen Perspektive sprechen.
00:25:47: Als Angestellter habe ich das gehasst.
00:25:49: Ich habe mir meine Chefs angeschaut und habe mir gedacht, das kann doch nicht wahr sein, warum reden die das alles schön.
00:25:54: Ich habe mich richtig aufgeregt über sowas, ne?
00:25:57: Weil ich wollte, dass man ehrlich zuneinander ist.
00:25:59: Hast du noch ein konkretes Beispiel, wie sie sugarcoated schön geredet haben?
00:26:03: Boah, das härteste Beispiel, was ich mir erlebt habe, war... Da hieß es, man ist jetzt aufgekauft worden von der größeren Firma.
00:26:11: Oh, ich erinnere mich.
00:26:12: Von der Holding.
00:26:12: Das ist mir auch mal erzählt.
00:26:13: Sag mal, ein Klassiker gibt es in vielen Filmen auch so eine Situation und dann müssen einfach viele entlassen werden.
00:26:18: Genau.
00:26:19: Und ich weiß noch, an dem Abend haben sich dann alle aufgeregt und die Leute wurden laut im Raum und so.
00:26:24: Da hieß es so, nein, alles wird toll.
00:26:26: Es werden Synergien freigesetzt und so.
00:26:31: Und es wird fusioniert und das wird super für das Unternehmen sein.
00:26:36: Das wird sich aber gleichzeitig gesund schrumpfen dadurch.
00:26:39: Das haben sie so in der Form nicht gesagt, aber dann eine Woche später, weil das war so ein krasser Tag.
00:26:44: Ich komme in die Firma rein und es wurden glaube ich so zwanzig, fünfundzwanzig Leute auf einen Schlag gekündigt.
00:26:50: Und das waren so Kündigungen von Leuten, die schon echt seit zehn, fünfzehn Jahren im Unternehmen waren.
00:26:57: Väter, Mütter und das war richtig krass.
00:27:00: Und ich weiß noch, ich kam da rein und ich war noch nicht lange in dem Unternehmen.
00:27:04: Und die Leute haben total geheult und waren fix und alle.
00:27:08: Und das war so der erste Moment, wo ich gedacht habe, okay, da wurde etwas schön geredet.
00:27:12: Und diese Tränen sind die Synergien, die freigesetzt werden, von denen die Rede war.
00:27:16: Genau.
00:27:16: Ich habe noch härtere Beispiele, aber auch viel weichere Beispiele noch erlebt, wo irgendwelche Zahlen schön geredet worden sind und so.
00:27:25: Und als ich dann selber selbstständig wurde, habe ich gemerkt, dass ich Mist baue, wenn ich zu ehrlich ... die probleme kommuniziere.
00:27:35: das hat allen stress versetzt.
00:27:37: also wenn ich gesagt habe hier haben wir ein problem und ich habe auch gleichzeitig eine lösung angeboten war das auch nicht gut weil die leute das wort problem gehört haben und problemen wollten sie nicht hören ja.
00:27:48: Und ich habe jetzt hierzu auch eine Sprachnachricht.
00:27:50: Hallöchen, ihr wunderschönen Menschen.
00:27:52: Ich glaube, Öffemismen sind besonders hilfreich als Führungskraft, denn da bekommt man ganz schön viel Gemäckere ab.
00:28:00: Und wenn man da auch noch mitmäckern würde und nicht versuchen würde, das irgendwie noch schön zu reden, dann wäre das einfach sehr schlecht.
00:28:09: Jetzt habe ich sehr viel im Konjunktiv geredet, aber ich bin überzeugt davon, dass man manchmal Dinge schön reden muss, damit sie auch schön werden.
00:28:18: Das ist nämlich genau das, was ich in der Selbstständigkeit gelernt habe.
00:28:22: Das besser zu moderieren.
00:28:24: Den Leuten das Gefühl zu geben, wird schon alles.
00:28:27: Man hat's in der Hand.
00:28:29: Und das ist echt verrückt dieser Effekt, wenn ich nicht ehrlich sage, was los ist.
00:28:35: Also ich habe immer gedacht, Aufrichtigkeit kommt gut an.
00:28:38: Das war mein Denkfehler.
00:28:39: Ich habe immer gedacht, wenn ich den Leuten ehrlich sage, ich habe hier ein Problem.
00:28:42: Ich weiß aber noch nicht.
00:28:43: Aber ich werde eine Lösung finden.
00:28:44: Ich gucke jetzt mal.
00:28:46: Dann wird es gut sein.
00:28:47: So kannst du mal mit den wenigsten reden.
00:28:49: Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit ist überhaupt nicht wichtig.
00:28:54: Das ist gar frisch.
00:28:55: Zitat für die Ewigkeit.
00:28:57: Nein, es ist wirklich, es ist viel wichtiger, Ruhe zu vermitteln, dass die Leute wissen, okay, Irgendwie wird es weitergehen und die Person hat es in der Hand.
00:29:07: Kann ich es noch versuchen, einen Schritt höher zu bringen?
00:29:10: Auf eine Höhe, also ein Metaebene.
00:29:12: Ruhe zu vermitteln ist ja auch wiederum eine Reaktion auf eine Bewertung.
00:29:16: Ja.
00:29:17: Und die Bewertung ist jetzt in beiden Fällen Problemen versus Herausforderungen.
00:29:21: Du musst die Dinge schön reden, damit sie schön werden können.
00:29:23: Es geht hier um Wertungen.
00:29:26: sich davon zu verabschieden, dass die Dinge überhaupt wichtig sind.
00:29:30: Du hast gerade gesagt, Aufrichtigkeit ist nicht wichtig.
00:29:34: Habe für mich schon, aber ich habe gelernt, auf LinkedIn eher weniger.
00:29:37: Ja, manchmal sind die Probleme nicht mal wichtig.
00:29:40: Wie meinst du?
00:29:41: Gerade weil die Welt so ist, wie sie gerade ist.
00:29:44: Da trifft ihr Satz ja komplett zu.
00:29:46: Wenn man sich nicht die Dinge schön redet, wenigstens im Sinne von ausblendet.
00:29:51: dann kann man keinen Podcast zusammen aufnehmen, dann müssten wir jetzt hier mal nach der Hälfte aufhören.
00:29:54: langsam, weil das ist ja unerträglich, was in der Welt alles passiert.
00:29:58: Wenn wir das mit unseren Maßstäben, was wir für wertvoll halten und für nicht wertvoll halten, dann müssten wir uns ja die ganze Zeit aufregen.
00:30:06: Und da denke ich manchmal, das klingt jetzt sehr groß, aber auf einer kosmischen Ebene ist alles scheißegal, alles.
00:30:15: Es gibt den Planeten irgendwann nicht mehr.
00:30:16: Und ich meine, das ist richtig positiv, was ich gerade sage.
00:30:19: Es gibt den Planeten irgendwann mal nicht mehr.
00:30:21: Ich meine, das ist positiv.
00:30:22: Ja, ich meine, das ist wirklich im Sinne von, du kannst doch die absolute Ruhe haben, wenn du von einem Problem stehst und dann sagst, ja, das ist ein Problem.
00:30:32: Oder es ist eine Herausforderung, was auch immer es ist.
00:30:35: Wir müssen dem gar nicht gerade eine Wertung zuschreiben.
00:30:37: Daher kommt die Ruhe.
00:30:38: Also das ist die Quelle für die Ruhe, von der du gerade sprichst.
00:30:42: Und dann bist du ehrlich und das spüren Menschen.
00:30:45: Ja.
00:30:45: Geht ein zu großen Umweg über den Kosmos dafür?
00:30:48: Oder woher nimmst du die Bohr?
00:30:49: Ein bisschen.
00:30:49: Wie gehen wir wieder näher dran?
00:30:50: Ich mach mal die nächste Sprache.
00:30:52: Hallo ihr beiden lieben.
00:30:54: Zum Thema Beschönigen oder ja in dem Fall auch Verharmlosen fällt mir das schwäbische Wort für Schlaganfall ein.
00:31:02: Da wird nämlich ein Schlaganfall zum Schlägle.
00:31:07: Ganz liebe Grüße.
00:31:08: Tschüss.
00:31:09: Schlägle ist genau die andere Seite von Euphemismen, wo ich mir manchmal denke, man muss doch das Kind... Beim Runden.
00:31:19: Und jetzt ist die Frage, wenn du das tust, wenn du statt Schlägle schlagern fall dazu sagst.
00:31:25: Heilst du ihn damit?
00:31:26: Ich habe manchmal die Sorge, dass wenn wir die Dinge nicht so benennen, wie sie sind, dass die Konflikte dann länger bleiben.
00:31:33: Ja, das gibt es auch.
00:31:34: Gibt auch jede Menge Beispiele dafür.
00:31:36: Aber da geht es ja um Prävention.
00:31:37: Was ist, wenn das Ding einmal da ist?
00:31:39: Ja, guck mal Schlägle.
00:31:40: Wenn du jetzt Schlägle sagst, ich weiß es nicht, wie es im Schwarmländel ist, um ob die da alle Schlägle haben.
00:31:45: Ja, okay.
00:31:48: Ulm wird sich definitiv nicht ausverkaufen.
00:31:50: Keine Chance.
00:31:51: Wir sind jetzt alle so, dass die alle ein Schlägle haben, hast du das gerade wirklich gesagt?
00:31:56: Nein, mir geht es einfach nur darum.
00:31:58: Oder wir haben auf einen Schlag Ulm ausverkauft, weil sie alle kommen, um dich zu konfrontieren.
00:32:03: Nein, wie geht's darum?
00:32:04: Geht man da dann gut präventiv damit um, weil man weiß, wie ernsthaft sowas ist?
00:32:10: Oder denkt man sich, ach, der hat halt einen Schlägle gehabt und jetzt ist er halt so ein bisschen schwierig und das war's?
00:32:15: Genau, das ist es ihres.
00:32:17: Es geht darum, ob aus dem schönen Reden eine Konsequenz kommt oder nicht.
00:32:22: Und ich hab's so verstanden, wenn die Konsequenz schon da ist, dann ist eigentlich eher die Frage, holst du dir gerade Humor ins Leben.
00:32:30: Oder so, über Schläge.
00:32:32: Kriegst du über die Verniedlichung einen liebevollen Umgang miteinander, untereinander.
00:32:37: Es ist die Realität einer Familie beispielsweise, wo ein Schläge stattgefunden hat und wie die jetzt damit umgehen.
00:32:43: Die ist ja schlimm genug.
00:32:45: Dann kriegt man über so eine Wortwahl vielleicht wieder eine Stimmung untereinander hin, die man gerade gut gebrauchen kann.
00:32:53: Es ist total kontextabhängig.
00:32:55: Es gibt einen Beitrag von Aion, den machen wir euch in die Show Notes.
00:33:00: Der Text, der hat viel mit mir gemacht, weil der ging es darum, dass wir versuchen, für negative Dinge immer wieder ein neues Wort zu finden.
00:33:08: Das ist wirklich, daher kommt das Bild des Sugarcoats, eine Schicht Zuckerguss drauf zu machen.
00:33:14: Und das trägt sich ab.
00:33:15: Darum geht's.
00:33:16: Schmilzt weg, wird schnell abgeschlägt, weil wirklich, man kann sich so richtig bildlich vorstellen.
00:33:21: Du willst mir eine bittere Pille zu schlucken geben, machst Zucker drauf, ich nehme den in den Mund und nach kurzer Zeit geht halt diese Schicht Zucker weg und ich schmecke das bittere Spuck aus.
00:33:29: Und dann brauchst du wieder eine neue Schicht, eine andere Schicht Zucker, damit ich das wieder versuche.
00:33:33: Genau.
00:33:34: Du hattest so ein plakatives Beispiel, was du mir vorab erzählt hast mit Shellshock.
00:33:39: Oh ja, das ist von George Carlin.
00:33:41: Das kann ich euch auch in die Show notes hängen.
00:33:43: Der hat, das ist ein Comedian, der war total bekannt dafür, eigentlich zynische Inhalte zu haben.
00:33:50: Also nicht angenehm, aber er hat sie so kunstvoll verpackt, solche Rands gemacht und sprachlich so, so toll mit einer tollen Energie auch vorgetragen, dass man sich trotzdem gerne angehört hat und energetisiert wurde davon.
00:34:02: Und er macht, weil er so ein Sprachkünstlauch ist, Shellshock war einfach der Begriff im Zweiten Weltkrieg dafür, wenn das Nervensystem Komplett, also für das, was wir heute PTBS nennen, ja, aber das ist ein Shortcut für die Geschichte, die er erzählt.
00:34:17: Wenn das Nervensystem durch die Dinge, die du siehst, durch die grauenhaften Dinge um dich herum, die du da erlebst und durch natürlich auch Bomben, die in deiner Nähe explodieren, Schüsse, die fallen, der Nervensystem ist so am Limit, dass es entweder durchbrennt oder kurz davor ist.
00:34:32: Und das hieß Shell Shock.
00:34:34: Wie würde man das übersetzen?
00:34:36: Wer so Shell, wäre Granate, ne?
00:34:38: Granaten-Shock.
00:34:40: Da gab es auch das deutsche Wort Kriegszitterer.
00:34:42: Genau, in Deutschland gab es auch Bedeutungsänderungen seit dem Ersten Weltkrieg über die Zeit.
00:34:48: Aber er macht es auch so klar mit der Anzahl der Silben.
00:34:52: Shell Shock.
00:34:53: Klingt schon fast wie die Bomben und die Waffen, von denen das ausgelöst wird.
00:34:57: Zwei Silben.
00:34:58: Nächste Generation Korea Krieg, da hieß es dann schon Battle Fatigue.
00:35:02: Kriegs-Müdigkeit, Schlachten-Müdigkeit.
00:35:04: Vier Silben.
00:35:06: Und auch finde ich... Viel weicher.
00:35:09: Du bist so weich, dass man... Kriegsmüdigkeit, als ob das alles so ein bisschen anstrengend jetzt war.
00:35:16: Aber jetzt könnte man sich auch mal ein bisschen schlafen legen.
00:35:18: Genau.
00:35:18: Aber mit einem guten Energy-Drink kann man eigentlich auch wieder.
00:35:21: Ja, genau.
00:35:22: Und dann, nächste Generation, nach dem Vietnamkrieg, wurden es acht Silben.
00:35:29: Das klingt schon so technisch, so entmenschlich.
00:35:31: Da sagt es könnte im Auto passieren, operational exhaustion.
00:35:35: Da habe ich übrigens gelesen in der Recherche, dass man ganz bewusst in Militär und in der Politik versucht, Sachen schön zu reden, indem man sie möglichst technisch ausdrückt, damit wir nicht so emotionalisiert werden davon.
00:35:51: Genau darum geht es.
00:35:52: Nicht nur im Krieg, generell beim Einsatz von Gewalt.
00:35:56: Ich finde jetzt zum Beispiel auch gerade zu beobachten, wenn Menschen meine Worte dafür sind, hingerichtet werden.
00:36:02: Da ist jetzt die Realität in der, was gerade einfach passiert.
00:36:05: Wenn das benannt wird als Tragödie.
00:36:09: Da zucke ich schon ein bisschen zusammen, weil ich mir denke, eine Tragödie ist etwas, wo leider das Schicksal uns übel mitspielt.
00:36:16: Und was unvermeidbar.
00:36:18: Eine Tragödie hatte auch immer was leider Unvermeidbares.
00:36:23: Ich empfinde das als eine ganz schlimme Verlogenheit.
00:36:26: das als Tragödie oder nur als Tragödie zu bezeichnen.
00:36:29: Kollateralschaden, finde ich auch so ein Wort.
00:36:31: Oh ja, Unfall mit Personenschaden auch.
00:36:34: Also Kollateralschaden, da war es immer, da wurden Menschen gebracht.
00:36:37: Ja.
00:36:38: Und das klingt aber so.
00:36:40: Ja, technisch.
00:36:40: Ja, genau.
00:36:41: Rational, kalt.
00:36:42: Mhm.
00:36:43: Aber der Punkt ist, auf den George Carlin es am Ende führt, er sagt, ich wette, wenn es immer noch Shellshock hieße, dann würde man besser damit umgehen.
00:36:51: Medizinisch, psychologisch, therapeutisch, gesellschaftlich.
00:36:54: Und darum geht's, ne?
00:36:55: Wenn wir Schlägle oder Schlaganfall diskutieren, Naja, Kontext, wann, wo, wer sagt's wie, wenn du gesamtgesellschaftlich auf die Sprache schaust, dann ist das die entscheidende Frage, ob es Konsequenzen hat, ob anders mit den Themen umgegangen wird, wenn man diese Euphemismen meidet.
00:37:13: Ob einem klar genug ist, wie viel Wucht das ganze Thema hat, ne?
00:37:17: Genau.
00:37:18: Boah, wir haben jetzt noch so eine Sprachnachricht, wo es auch im Wort geht.
00:37:22: was sie unmöglich in dem Kontext findet, aber darüber will ich mit dir sprechen, ob du das auch unmöglich findest.
00:37:28: Das Wort Phänomen, wenn es im Kontext verwendet wird von Verbrechen, zum Beispiel habe ich letztens das Steuerung F-Doco geguckt und da ging es um ziemlich schlimme Verbrechen und dann wurde die ganze Zeit davon geredet, dass es ja ein Phänomen sei, weil es so viel vorkommt und ich dachte mir die ganze Zeit nur so, dass es halt einfach alles komplett verharmlost wird.
00:37:49: dadurch und ja.
00:37:51: ... gehen gar nicht irgendwie dieses Wort zu benutzen ... ... und grätts auch schon an Sugarcoating, fand ich.
00:37:56: Ich habe einen Kriminalbeamten gefragt.
00:37:59: Ja?
00:37:59: Warum das so?
00:38:00: Ich weiß nicht, wer ein Kriminalbeamter ist.
00:38:03: Ist er derjenige?
00:38:05: Weiß ich nicht.
00:38:06: Weißt du mir?
00:38:08: Ich habe einen Kriminalbeamten gefragt, ... ... wie ist das mit dem Wort Phänomen?
00:38:12: Und der sagte, Phänomen ist eigentlich ein ganz gutes Wort, ... ... weil es erstmal alles offen lässt.
00:38:19: Ich weiß nicht, ob ich das gut genug wiederhole, aber dass es erstmal darum geht, sich alles zu diesem Fall anzuschauen, bevor man schon direkt in einen Urteil reingeht.
00:38:29: Also Phänomen soll nicht die Abwertung sein oder die Verniedlichung, Verharmlosung, sondern wirklich... Ergebnisoffenheit.
00:38:37: Die Ergebnisoffenheit.
00:38:38: Nach einem Urteil, nach einer Rechtsprechung zum Beispiel soll es dann nicht mehr Phänomen heißen.
00:38:44: Ja, genau.
00:38:45: Ich habe es statistisch verstanden.
00:38:46: Und mir gedacht, wenn ich die Gründe verstehen will, woher ein Phänomen kommt, das jetzt vermehrt ein Verbrechen stattfindet, da brauche ich ja dann auch gar keinen Urteil.
00:38:56: Ich brauche ja gar keine verurteilten Täter, weißt du?
00:38:59: Ich kann ja einfach wirklich über das Verbrechen als solches sprechen und sagen, nun, zur Zeit machen es harmlos für die Folge.
00:39:06: Schöner Gott.
00:39:06: Zur Zeit wird vermehrt Ladendiebstahl begangen.
00:39:09: Das ist ein Phänomen.
00:39:10: Woher kommt dieses Phänomen?
00:39:12: Ja, stimmt, ich glaube.
00:39:13: Ja.
00:39:14: Dann kann ich schön unemotional, dann ist es wieder, es ist der Zweck des Sugarcoats, mich nicht darüber aufzuregen und an die Geschädigten in dem Moment zu denken, sondern wirklich sauber erforschen zu können, woher kommt's?
00:39:26: Was können die Ursachen sein?
00:39:28: Sowas habe ich auch mit der Arbeit.
00:39:29: Weißt du, dass ich manchmal denke, ich darf nicht zu emotionalisiert in alles reingehen.
00:39:34: Ja.
00:39:34: Also versuche ich mir das komplett analytisch runterzubrechen.
00:39:39: Ja.
00:39:39: Und du hast ein richtiges Problem damit.
00:39:42: Kann er ja nicht, was eine Herausforderung.
00:39:47: Welche Herausforderung habe ich denn?
00:39:48: Dass deine Arbeit zwar einerseits Analyse ist, andererseits aber Emotionen.
00:39:54: Du kannst schlecht kreativ sein oder Entertainment machen und dabei versuchen, die Emotionen rauszuhalten und dann irgendwo durch einen Random Fact überfrische den Humor reinzubringen.
00:40:05: Es ist halt schwierig ihres.
00:40:07: Ich weiß.
00:40:08: Manchmal musst du schon die Dinge irgendwie reinlassen, wenigstens.
00:40:12: Portionchenweise.
00:40:13: Du, ich gehe echt mit einer Sache ganz gut um bei mir.
00:40:16: Ich weiß, wann bestimmte Themen vielleicht rausgelassen werden sollten, weil es zu viel werden kann.
00:40:23: Und so, wie du mir am Anfang auch zum Scheißproblem erzählt hast, das kann man doch jemandem sagen, ich schaff das gerade nicht.
00:40:32: Ich krieg es nicht hin.
00:40:33: Das gilt genauso für schwere Themen.
00:40:35: Wenn du das nicht einfach... wegschiebt, sind damit auch der anderen Person das Gefühl gibt, ich will mich über auch schwere Themen mit dir gar nicht connecten.
00:40:42: Ne, ich bin grad nicht deiner Meinung.
00:40:45: Das kommt auch mit rüber, ne?
00:40:46: Wenn du das nicht, wenn du nicht drauf eingehst auf die Emotion, Bit for Connection, ist so ein Begriff, den ich auch erst vor einiger Zeit jetzt gelernt habe, dass man das oft benutzt, man redet über irgendwas, man macht einen Scherz, das sind alles kleine Bits for Connection.
00:41:00: Können wir uns hier rüber verbinden?
00:41:02: Können wir uns über die Aufregung über den und den gerade verbinden?
00:41:05: Und wenn du darauf mit einer Ablehnung reagierst, ohne mir mitzukommunizieren, liegt nicht daran, dass ich das gerade mit dir nicht will.
00:41:13: Ich schaffe es einfach inhaltlich gar nicht.
00:41:15: Dann fühle ich mich abgewiesen und umgekehrt.
00:41:17: Wenn du mir dazu sagst, hat null mit dir zu tun, ich kann aber gerade gar nicht darüber reden.
00:41:22: Ich schaffe das nicht.
00:41:23: Dann verstehe ich dich sofort und freue mich auch, dass du mir das so ehrlich kommunizierst.
00:41:28: Es ist interessant, was du sagst.
00:41:30: Ist interessant.
00:41:32: Ist das ein Sugarcoating, wenn es so scheiße, was ich sage?
00:41:34: Ich will nur die nächste Sprache.
00:41:36: Hallo Iris, hallo Matthias.
00:41:38: Ich musste bei eurem Aufruf für die nächste Podcastfolge gerade total schmunzeln, denn ich fühle mich total adapt.
00:41:45: Eine Frage an euch.
00:41:47: Wann habt ihr das letzte Mal etwas interessant gefunden?
00:41:52: Bei mir ist das Wort nämlich mittlerweile ziemlich negativ behaftet.
00:41:56: Wenn mich jemand fragt, wie ich etwas finde, Sag ich, es ist interessant, weil ich die Person nicht anliegen möchte.
00:42:05: Ich möchte in dem Moment aber auch wirklich nicht sagen, nein, das gefällt mir gar nicht oder wie kannst du nur das schön finden oder was auch immer.
00:42:15: Dann sage ich, es ist interessant.
00:42:17: Mittlerweile hat das mein Umfeld auch schon mitgekriegt und die wissen ganz genau, wenn ich etwas interessant finde.
00:42:23: Oh, oh, dann ist das eher negativ behaftet.
00:42:25: Wie geht das euch mit diesem Wort interessant?
00:42:28: Wenn du mich vorhin nicht so angegründet hättest als du interessant, was du da gesagt hast, dann hätt ich es nicht gecheckt.
00:42:34: Dann wäre das bei mir ganz untergegangen und ich hätte es ernst genommen als Wort.
00:42:38: Nimmst du das also nutzt du es manchmal?
00:42:41: Als Euphemismus?
00:42:42: Nee, als Euphemismus kaum.
00:42:43: Nee, kommt kaum vor.
00:42:45: Du?
00:42:45: Bei so Themen, wo ich nicht wirklich mitreden kann, ich aber ganz viel Respekt für das Wissen habe.
00:42:51: Ja.
00:42:52: dann sage ich ganz oft ja das interessant ist doch kein euphemismus.
00:42:56: doch so ein bisschen weil ich hab ich hab gar nicht zugehört ich habe auf durch zugeschaltet das kenn ich von dir.
00:43:01: ich ich texte dich mit irgendwas zu merke sogar selber irgendwann ich muss nicht weiter reden und dann bist du dann wartest du so zwei drei sekunden sagst interessant.
00:43:13: Ja, genau.
00:43:14: Ich habe mir so ein paar Stichpunkte gemerkt.
00:43:18: Aber wirklich zugehört habe ich eigentlich nicht.
00:43:20: Aber ich habe sehr viel Achtung und Respekt dafür, dass du darüber so viel weißt.
00:43:25: Ich weiß schon, mit welchem Wort du heute die griechische Sage kommentieren wirst, wenn sie fertig ist.
00:43:31: Aber ich finde dieses mit dem Interessant, wie sie darüber redet, das bringt es so mit einem Beispiel auf den Punkt, woran ich gerätselt habe in der Vorbereitung auf dieses Thema.
00:43:42: Wir haben nämlich im offenen Google-Dokument zwei wissenschaftliche Papers geschickt bekommen.
00:43:48: Und an einer Stelle scheinen die sich komplett zu widersprechen, beide.
00:43:53: Dass eine Paper sagt, so im politischen, im öffentlichen Diskurs, wenn du Euphemismen verwendest, dann verlierst du an Sympathie und Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit, die halten dich dann eben für so ein Bullshitter, für so einen oberflächlichen, nicht ehrlichen Menschen.
00:44:08: Aber dein Sugarcoating, deine Metapher, die du verwendet hast.
00:44:11: Die arbeitet trotzdem, die wirkt.
00:44:14: Und das andere Paper sagt genau das Gegenteil.
00:44:17: Die Person, die so eine euphemistische Sprache verwendet, die kriegt mehr Prestige, die steigt im Ansehen.
00:44:25: Das ist auch die Recherche, die ich hatte.
00:44:27: Und wenn du das hörst, dass ein anderes Paper das Gegenteil beinhaltet, was denkst du?
00:44:32: Boah, ich glaube, beides ist wahr.
00:44:34: Weil auf der einen Seite, weißt du noch, als wir damals über die Kommunikation von Trump geredet haben, schon vor etlichen Jahren, wo wir gesagt haben, der nimmt so eine direkte Sprache.
00:44:44: Dysphemismus als Gegensatz zu Euphemismus.
00:44:47: Auch ein Artikel im offenen Google der Körpers über ihn.
00:44:49: Also dieses, was bei den Leuten auch ankommt, endlich spricht mal einer aus, wie es ist.
00:44:54: Genau.
00:44:54: Das ist aber nur die Kehrseite der Medaille.
00:44:56: Also wenn Sugarcoating uns alle einlult, ach, dann ist es ja nicht so schlimm, dann ist es ja schön, dann wird es ja gut.
00:45:02: Dann kommt jemand daher und macht das Gegenteil und redet immer nur schlecht über die Welt, über die Gegner, über die Gefahrensituation.
00:45:08: Ich beschütze euch, dass es nur die Kehrseite der Medaille ist.
00:45:12: Das ist die gleiche Bullshitting Manipulation nur mit negativen statt positiven Worten.
00:45:17: Ja, ich glaube auch, es ist immer so kontextabhängig.
00:45:20: Trump war ja dann damals, ich sage es mal, kommunikativ erfrischend.
00:45:25: Ja, einfach nur, weil es eine Abwechslung war.
00:45:27: Genau.
00:45:28: Alle haben drüber geredet, weil das war völlig neu, völlig anders.
00:45:31: Wenn jetzt Trump Nummer zwei kommt, haben wir auch schon keinen Bock mehr.
00:45:35: Iris, du wolltest nicht den Teufel an die Wand.
00:45:37: Nein, aber ich meine nur, kommunikativ ist nutzt sich ab.
00:45:42: Ja.
00:45:42: Also wir merken jetzt gerade auch schon wieder, dass nervt langsam der ganze Kram.
00:45:48: Also sobald etwas zu oft passiert, finden wir es auch nicht mehr gut.
00:45:53: Und wäre das deine Erklärung für diesen Widerspruch in den beiden Papers?
00:45:57: Dass es einfach Langzeiteffekte von Abnutzung gibt?
00:45:59: Irgendwann ist die Zuckerschicht abgelutscht.
00:46:01: Ich muss gerade an dem Pinguin denken, der gerade viral geht.
00:46:06: Ja.
00:46:07: Und... Erklär mal den Kontext, weil so richtig hab ich's auch nicht mitverfolgt.
00:46:10: Ich weiß nur, es gibt einen Pinguin und irgendwas mit Werner Herzog, oder?
00:46:14: Werner Herzog ist auf Instagram.
00:46:16: Und für alle, die Werner Herzog nicht kennen, googelt.
00:46:20: Und... Woll grad sagen, für alle, die Pinguine nicht kennen.
00:46:23: Nein, Werner Herzog ist halt so ein Regisseur von früher, der auch mit Klaus Kinski viel gemacht hat.
00:46:27: Auf jeden Fall, Werner Herzog ist halt auf Instagram super erfrischend.
00:46:31: Weil der macht gar nichts, was man eigentlich machen sollte auf Instagram.
00:46:37: Nichts, der beachtet keine Regel.
00:46:40: Und der bleibt sich halt treu, ne?
00:46:43: In dem er halt die ganze Zeit so von seinen Beobachtungen redet.
00:46:52: Ein paar IQ Punkte weniger bei dir.
00:46:56: Auf jeden Fall der Pinguin.
00:46:59: Das geht halt viral.
00:47:00: Das ist so ein Pinguin, der... Was soll ich dir jetzt groß sagen?
00:47:03: Du hast es wirklich schlecht immer klären.
00:47:05: Ich als jemand, der es nicht mit verfolgt hat, ich habe jetzt wirklich nur im Kopf Werner Herzog und ein Video über ein Pinguin.
00:47:11: Ja, mehr muss man eigentlich auch nicht wissen.
00:47:13: Wirklich?
00:47:14: Ja, finde ich schon.
00:47:15: Es geht einfach um Pinguin, der weg von den ganzen anderen Pinguinen geht und er läuft in seinen sicheren Tod.
00:47:20: Weil er muss sein... Das Video kenn ich.
00:47:23: Er muss... den eigenen Weg suchen.
00:47:25: Ja.
00:47:26: Und dann ist auch, ist das wer eine Herzog, der dazu kommentiert, selbst wenn man ihn jetzt packen und zurück zur Herde bringen würde, er würde wieder umdrehen.
00:47:33: Genau.
00:47:34: Und Richtung Berge laufen, wo sicher sein Leben dann zu Ende ist.
00:47:38: Genau.
00:47:39: Und und alle sagen, hey, ich bin wie dieser Pinguin.
00:47:45: Ich muss diesen eigenen Weg gehen.
00:47:47: Das hat jetzt voll... Richtung Berge, wo es vorbei ist.
00:47:49: Es hat voll den Nerv getroffen.
00:47:51: Warum ich an diesem Penguin denke und an Werner Herzog?
00:47:55: Der sticht halt gerade komplett raus.
00:47:57: Werner Herzog, weil der Scheiß da komplett drauf wie Crater welche Hook sie setzen müssen und weil die reden ja alle gleich inzwischen.
00:48:06: Iris, perfekt.
00:48:07: Wir sind gar nicht so von Hölzchen auf Stöckchen weggekommen, wovon wir vorher gesprochen haben.
00:48:11: Denn genau das ist meine Erklärung für diesen Widerspruch in den Papers.
00:48:15: Warum ist es einerseits, wer sugarcoated, ist unbeliebt und andererseits ist beliebt.
00:48:21: Ich glaube, dass der Unterschied nichts mit Langzeitabnutzungseffekten hat, sondern mit, wie offensichtlich ist denn, dass jemand lügt.
00:48:28: Also, wenn wir alle sehen können, ich nehme das Beispiel nochmal, weil es so klar ist, dass da Menschen einfach hingerichtet werden und dann wird das Geschuggerkotet, dann sinken die Menschen in unsere Achtung.
00:48:42: Wir sehen, dass sie lügen.
00:48:43: Wir sehen, dass das nicht übereinstimmt mit dem, was wir in den Videos beobachten können.
00:48:49: Wenn wir das nicht sehen, wenn es um größere statistische Ereignisse geht, um Gefahren, und da redet jemand Sugarcoating drüber, dann steigt auch die Person in unserer Achtung, weil sie uns ein bisschen Hoffnung geben kann, weil sie sagen, weil sie uns vermitteln kann, so schlimm ist es nicht.
00:49:06: Wir stehen vor einer Herausforderung, wir können sie auch lösen.
00:49:10: Es ist nicht so sehr ein Problem.
00:49:12: Da ist, glaube ich, für mich der Unterschied.
00:49:13: Wie klar können wir denn sehen, was unter der Zuckerschicht liegt?
00:49:18: So simpel, oder?
00:49:19: Ja.
00:49:19: Und dann ist wer einer Herzog jemand, der eben keine blöde Zuckerschicht drauf macht, sondern bei dem wir uns denken, weder Eufirmismus noch Disfirmismus, er benennt es tatsächlich so, wie es ist.
00:49:30: Ich mach mal die nächste Sprache rein.
00:49:31: Okay.
00:49:32: Hallo.
00:49:34: Ich hab manchmal das Gefühl, dass mein Partner mich beschönigt.
00:49:37: Ich nenne das auch Beleidigungskomplimente.
00:49:40: Das macht er überhaupt nicht absichtlich.
00:49:42: Zum Beispiel hat er mal gesagt, seit ich dich kenne, weiß ich, dass es mehr auf die inneren Werte ankommt als auf das äußere.
00:49:53: Und dann hat er mal mich angeschaut, irgendwann so einen random Moment und sagt zu mir, Mensch, du bist gar nicht mehr so uneinsehnlich.
00:50:06: Und also er hat das wirklich nicht böse gemeint.
00:50:11: Aber das ist jedes Mal so ausgedrückt, dass da eigentlich um einen Streit raus wird am Ende.
00:50:18: Mittlerweile nenn ich es, wie gesagt, Beleidigungskompliment und wir lachen dann drüber.
00:50:23: Wow.
00:50:26: Damit nenn ich Probleme.
00:50:28: Und du würdest wahrscheinlich sehr hart dagegen gehen und deine Grenzen zeigen.
00:50:32: Aber humorvoll.
00:50:33: Das, was wir jetzt da gerade gehört haben, wäre wirklich ein perfekter Kandidat für die Show.
00:50:38: Daraus jetzt was zu machen.
00:50:39: Es ist wirklich, man kann Szenen daraus jetzt bauen und was spielen.
00:50:43: Ich will mich da gar nicht gerade wieder so tief hineinbegeben.
00:50:45: Ich wollte eigentlich nur sagen, natürlich müsste ich mich mit meinem Wertesystem damit dann auseinandersetzen.
00:50:52: Ich würde in die Reibung gehen.
00:50:54: Ja, total.
00:50:55: Und vor allem ist es dann auch die Frage, auch jetzt in Ihrem Fall, wie fühlt Sie sich dabei, wenn da permanent Grenzen verletzt?
00:51:03: Was hat sie selber für ein Selbstwert gefühlt?
00:51:05: Das habe ich versucht, so rauszuhören, weil ihr, wie sie drüber spricht, aber auch ihre Stimme nimmt sie es hin.
00:51:11: Sie nennt es jetzt Beleidigungskomplemente.
00:51:13: Es ist ein bisschen wie Liebershit-Move, ne?
00:51:16: Und ja, nur in ihrer Bewertung ist passiert ihm, er macht es gar nicht absichtlich.
00:51:21: Und da frage ich mich, ob man dazu milde damit umgeht.
00:51:25: Ja, vielleicht schon.
00:51:25: Und da könnte man, wie du schon sagst, humorvoll, aber hart rangehen.
00:51:32: Aber guck mal, was für ein bunter Mix an Sprachnachrichten zu dem Thema kam.
00:51:35: Du hast das bezweifelt, ne?
00:51:37: Ja, ich habe überhaupt gar nicht dran geglaubt, dass da so viele kommen werden.
00:51:40: Da war noch das Thema Ehe.
00:51:42: Da müssen wir auch Klartext reden, dass die immer schön geredet wird.
00:51:45: Oder hübsch.
00:51:47: Die war gut.
00:51:47: Können wir die mit der Ehe reinnehmen noch?
00:51:49: Ja, können wir machen.
00:51:50: Hallöchen!
00:51:52: Wenn wir uns schön reden sprechen, müssen wir natürlich auch über die Ehe reden, oder?
00:51:59: Ich arbeite unter anderem als Hochzeitssängerin und da ist mir das sehr früh schon aufgefallen, dieses große Versprechen, also nicht nur in der Kirche, auch beim Standesamt oder bei freien Trauern.
00:52:16: Ich werde dich lieben, egal was kommt, in guten wie in schlechten Zeiten, bis das der Tod uns scheidet.
00:52:21: Und ich finde das nicht sehr realistisch, ehrlich gesagt.
00:52:27: Als würden wir ausblenden, dass wir Menschen sind, die sich verändern nach Schicksalsschlägen, nach Krankheit oder wie auch immer.
00:52:36: Gibt es auch ein Couple of Schlechtreden?
00:52:39: Da hätte ich auch einiges dazu zu sagen.
00:52:41: Aber ich will schön reden, finde ich, gehört die Ehe auf jeden Fall mit rein.
00:52:47: Ich weiß nicht, wie ihr das seht.
00:52:49: Genau das, was sie sagt, wir verändern uns nach Schicksalsschlägen über die Jahre.
00:52:54: Und das ist dann die große Frage.
00:52:56: Wie bleibt man miteinander verbunden, wenn es vielleicht dann doch nicht eine Ehe ist oder vielleicht eine andere Form ist?
00:53:03: Ja, ich finde, es hängt so viel am Versprechen.
00:53:05: dass man sich da gibt.
00:53:07: Und vielleicht ist es wirklich, wenn man nicht begründet, warum oder wenn man nicht ins Detail geht, was man denn eigentlich in der Qualität der Beziehung versprechen kann und was nicht, dann ist es ein unrealistisches Versprechen.
00:53:18: Das klingt schön, es klingt romantisch, aber es ist nicht gut fundiert.
00:53:22: Ich habe eine Beobachtung.
00:53:24: Es würde mich total interessieren, ob Leute aus der Community das auch schon beobachtet haben.
00:53:28: Ich finde, man kann das den Gesichtern ablesen, wenn die Dinge schön reden.
00:53:32: Ja?
00:53:33: Ich finde, das sind oft.
00:53:35: So glasige Augen, die nicht direkt gucken können.
00:53:41: Oh ja, ich habe zumindest meine eigene Vorstellung davon jetzt gerade, was du beschreibst.
00:53:45: Ich habe übrigens noch so ein paar Themen eigentlich vorbereitet.
00:53:48: Ich hatte wirklich, wo geschugercoded wird.
00:53:52: Zum Beispiel bei den Immobilien.
00:53:54: Na klar, bei Vermietung und Verkauf, ne?
00:53:57: Also zum Beispiel das Wort Schamant heißt immer, es ist super alt.
00:54:01: Potenzial heißt immer, du brauchst richtig viel Geld.
00:54:05: Weil du halt ausbettet und reparieren und alles musst.
00:54:08: Wenn irgendwo individuell drin steht, dann weißt du sofort, das ist eine schwierige Nummer.
00:54:12: Besser nicht anmieten.
00:54:13: Gemütlich ist immer klein und schäbig.
00:54:17: Immer.
00:54:18: Oder so spezielle Sachen wie Bonner Schick.
00:54:21: Oh, das habe ich noch nie gehört oder gelesen.
00:54:23: Ja, das ist halt so in dem Raum, ne?
00:54:25: Bonner Schick.
00:54:26: Da komme ich eigentlich her.
00:54:27: Trotzdem nie gehört.
00:54:27: Da kannst du wirklich froh sein, wenn du Strom im Wasser hast, so alt es ist.
00:54:30: Oh, krass.
00:54:31: Okay.
00:54:32: Also... Sag ich jetzt, es ist einfach nur sehr alt, es ist so ähnlich wie liebevoll gepflegt.
00:54:37: Liebevoll gepflegt heißt seit neunzehnt zwölfzig ist da gar nichts mehr passiert.
00:54:42: Oder vintage charm.
00:54:44: Gibt es dafür auch so eine kleine, so ein Verzeichnis, so wie er versteht es bemüht, gibt es ja bei Arbeitszeugnissen, dass man sich das sogar eins zu eins übersetzen lassen kann, was da drin steht.
00:54:54: Gibt es das für Immobilien auch?
00:54:56: Eigentlich müssten wir solche Sachen mal an, das wäre doch was Geiles für unser Google Dokument.
00:55:01: Dass wir wirklich diese ganzen Sugarcodes mal übersetzen.
00:55:04: Was bedeutet das?
00:55:05: Wirklich auch in Beziehungen und so.
00:55:07: Das finde ich super.
00:55:08: Ich mache so ein Tab.
00:55:09: Mal gucken, ob sich was darin sammelt.
00:55:11: Ich hatte auch mir noch andere Sachen notiert, über die ich noch sprechen wollte.
00:55:13: Potemkinche Dörfer zum Beispiel.
00:55:16: Kennst du den Begriff?
00:55:17: Nee.
00:55:18: Sagt man manchmal so sprichwörtlich, wenn etwas nur ein Sugarcode, nur etwas zum Schein ist.
00:55:23: Gerade auch im politischen Kontext.
00:55:25: Ach, das sind Potemkinche Dörfer.
00:55:27: Es sagt aber mich nur eine ganz spezielle Gruppe, oder?
00:55:29: Vielleicht.
00:55:30: Aber es wird, denke ich mal, einigen von euch bekannt vorkommen.
00:55:34: Und ich habe rausgefunden, es war mir nicht bewusst, dass dahinter eine Fake-Geschichte steckt.
00:55:40: Also das, was man als Geschichte dazu kennt, ist, dass es einen General Potemkin gab, der die Krim erobert hat und dann Katharina die Große durchgefahren hat und ihr eben die Dörfer dort gezeigt hat.
00:55:52: Deswegen Potemkinche-Dörfer.
00:55:54: Er hat sie nur aufgebaut, nur Pappfassaden aufgestellt, die schön angemalt war und Leute bezahlt, dass die davor gut gekleidet stehen und feiern, damit Katharina die Große, deren Lover er auch noch war, beeindruckt war von ihm, dass er da was ganz Tolles jetzt erobert hat.
00:56:09: Das ist die Geschichte, die man dazu so kennt und auch noch dann so aufwendig, dass sie in der Nacht, wenn die Pause gemacht haben, dann wurden die Fassaden alle abgebaut.
00:56:18: und wieder vor ihre Strecke gebracht und dort wieder aufgebaut, damit sie am nächsten Tag wieder was zu sehen hatte, wie schön das dort ist.
00:56:25: Und ich habe jetzt gelernt, diese Geschichte stimmt nicht.
00:56:28: Also zumindest nicht so.
00:56:29: Das haben seine politischen Feinde über ihn erzählt, dass er nur ein Blender gewesen wäre.
00:56:34: Und er hat tatsächlich das gemacht, was man heute Stadtmarketing nennen würde.
00:56:39: Er hat natürlich viel aufgehübscht, aber das waren keine Papfassaden.
00:56:43: Also er hat einfach bestehende Dörfer schöner gemacht.
00:56:46: Es klingt wie so eine griechische Sage jetzt schon.
00:56:51: Scheiße, die kommt ja jetzt auch direkt im Anschluss.
00:56:53: Bist du gelangweilt?
00:56:54: Nee, es war interessant.
00:56:57: Du sagst es schon vorher.
00:56:59: Du Schwein, jetzt will ich eine andere.
00:57:00: Ich bin ehrlich, ich hab dir gerade keine Sekunde zugehört.
00:57:03: Wirklich?
00:57:05: Ja, ich war auch gerade, ich war völlig auf, ich hab, weiß nicht, es gibt manchmal so Sprichwörter, das interessiert mich dann gar nicht, weil mein Kopf sofort sagt, Nicht relevant.
00:57:16: Weißt du, mit was für einem Selbstbewusstsein du mich jetzt in dieses Auto schickst?
00:57:21: Nicht relevant.
00:57:22: Doch, das ist relevant.
00:57:23: Ich sage, also deswegen haben wir dich ja hier in dem Podcast sitzen.
00:57:27: Das ist, damit du solche Dinge erzählen kannst.
00:57:30: Hier ist.
00:57:31: Ja, das ist ja richtig gut.
00:57:33: Das ist ja immer so, dass die Leute mir dann noch schreiben, Iris, das sehe ich jetzt aber anders.
00:57:37: Das ist super spannend.
00:57:38: Wenn ich morgen auch bekomme als Nachricht.
00:57:40: Ach so, dir widerspricht man das, wenn du was dist, was ich erzähle.
00:57:44: Ja na klar.
00:57:45: Naja, es wird auch welche geben, die dir recht geben.
00:57:48: Ich krieg's auch manchmal, weil ich krieg manchmal das Feedback auch vereinzelt.
00:57:51: Ja, ich hör das insgesamt gerne, aber bei dem Auto schalte ich immer weg.
00:57:55: Da bin ich nicht mehr dabei.
00:57:57: Okay, was hast du dabei?
00:57:58: Es gab eine Figur, die hieß Euphemus.
00:58:01: So wie Euphemismus.
00:58:02: Und jetzt alles schön geredet.
00:58:04: Ja, tatsächlich.
00:58:05: Das war so seine Superkraft.
00:58:06: War ein Sohn von Poseidon, der hatte auch Superkräfte.
00:58:08: Er konnte übers Wasser gehen.
00:58:10: Erinnert uns an jemanden.
00:58:11: Schöne Worte über übers Wasser rennen.
00:58:13: Und der war bei den Agonauten mit dabei.
00:58:16: Saß also mit im Schiff Agos.
00:58:18: Frag ich mich schon, warum?
00:58:20: Wenn er übers Wasser laufen kann, wäre ein Platz mehr gewesen, wenn er nebenher gerannt wäre.
00:58:27: Und es gibt so eine Situation auf dem Rückweg der Agonauten, als sie das goldene Fließ bekommen haben und wieder in ihre Heimat wollen.
00:58:34: Da haben sie allen ein richtig fettes Problem.
00:58:37: Es gibt starke Ebbe- und Flutprobleme, das Wasser zieht sich zurück, das Schiff strandet und sie laufen durch eine Wüste, elf Tage.
00:58:44: Und tragen ihr Schiff, sind wir wieder bei Werner Herzog, Fitzkaraldo.
00:58:47: So ein Bild müssen wir uns vorstellen, die tragen wirklich ihr Schiff durchs Trocken.
00:58:52: Es ist wahnsinnig heiß und es ist die Region des heutigen Libyens, wo sie unterwegs sind.
00:58:58: Und dann kommen sie an den Tritonsee und da gibt es eben einen... Triton, das ist ein Sohn von Poseidon, auch eine Art Wasser-Gottheit, so ein Wesen.
00:59:08: Dem begegnen sie mit ihrem Schiff auf den Schultern und hoffen, dass der ihnen irgendwas geben kann.
00:59:15: Was zu trinken, was zu essen oder eine Richtungsanweisung, ob sie gut unterwegs sind, ob sie bald wieder das Meer finden.
00:59:21: Nichts davon gibt er ihnen.
00:59:23: Die griechische Gastfreundschaft, die sie erwarten, kriegen sie von dem nicht.
00:59:28: Stattdessen greift er auf den Boden, auf den trockenen Boden und hebt so eine Scholle auf, so eine Erdscholle, Sand-Erdscholle und gibt die ihnen.
00:59:37: Und da springt Euphemus rein und deutet dieses Geschenk superpositiv und macht damit gute Stimmung bei den Argonauten und sagt, diese Scholle, die wir da gerade bekommen, das ist ein unfassbar wertvolles Geschenk.
00:59:50: Das ist eine Andeutung, dass wir eines Tages Anspruch auf dieses Land hier haben werden.
00:59:55: Vielen, vielen Dank, was für ein großartiges Geschenk.
00:59:57: Das ist so die Geburtsstunde vom Marketing, findest du ich auch.
01:00:01: Und natürlich auch von Anspruch auf fremde Länder.
01:00:06: Ja gut, das kann man auch darin sehen.
01:00:10: Wir wünschen euch eine wundervolle Woche.
01:00:12: Schickt uns gerne eure Sprachnachrichten an den Couple of Instagram-Kanal.
01:00:17: Zu einer Folge.
01:00:18: Couple of Solutions erzählt uns Probleme aus denen man was machen kann.
01:00:22: Und wir lassen mal in der nächsten Folge unsere Fantasie.
01:00:25: Ja, ihr könnt natürlich auch Geschichten erzählen, in denen genau das passiert ist, dass ihr sehr kreative, entertainende Lösungen für etwas gefunden habt.
01:00:33: Und wenn ihr große Lust auf Sugarcoating und schönen Reden bekommen haben solltet durch diese Folge, dann lasst dieser Lust gerne freien Lauf in den Bewertungen und Kommentaren.
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